Saisonstart

Naja, eigentlich hört das Radeln auch über den Winter hinweg nicht ganz auf. Aber der Februar ist vorbei, damit beginnt zumindest meteorologisch gesehen morgen der Frühling. wink

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Für den Beginn des Radeljahres habe ich mir noch eine neue Bremsanlage gegönnt. Mit meiner bislang verbauten Elixir3 war ich überhaupt nicht mehr zufrieden. Häufiges Qietschen, trotz Wartung in der Werkstatt  keinen richtigen Druckpunkt mehr, so dass man sich beim Bremsen fragt, ob denn nun mal Bremskraft einsetzt, obwohl der Hebel schon fast am Lenker anschlägt. Auch mit Hebeleinstellung war da nichts zu ändern. Also verrichtet jetzt eine SRAM Guide RSC seine Dienste.

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Erster Eindruck: Macht eine sehr gute Arbeit. laugh

Radklima 2014 in Plauen

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2014 wurden veröffentlicht. Detailliert kann in 27 Bewertungspunkten verglichen werden, wo Plauen im bundes- und Sachsenweiten Vergleich landet. Erster Eindruck: Mehr Schatten, als Licht.

Verglichen werden in den Ergebnislisten jeweils Städte gleicher Größenordnung, Plauen fällt in die Kategorie der Städte von 50.000 bis 100.000 Einwohner. 100 Städte haben hier bundesweit die nötige Anzahl beantworteter Fragebögen erreicht. Plauen landet dabei auf Platz 72. Ähnlich einer Schulnotenwertung wird Plauen mit 4,01 eingestuft. Den Spitzenplatz belegt hier Bocholt mit einer 2,04.

In Sachsen landet Plauen auf Platz 2, aber hier sind auch nur drei Städte in der vergleichbaren Wertung. Görlitz erreicht mit einer Note von 2,79 den ersten Platz, Zwickau wird mit 4,39 etwas radunfreundlicher als Plauen eingeschätzt. Im sächsischen Vergleich kann Plauen dabei an einigen Stellen schon punkten. Oberfläche der Radwege, Radmitnahme im ÖPNV und Wegweisung für Radfahrer werden vergleichsweise positiv eingeschätzt. Als negativ fallen Wertungen bei "Alle fahren Fahrrad", Ampelschaltungen für Radfahrer, Konflikte mit Fußgängern, Hindernisse auf Radwegen, fahren im Mischverkehr und Einbahnstraßenregelung für Radfahrer auf.

Einige Anmerkungen von mir zu den einzelnen Punkten:

Radmitnahme im ÖPNV: Das ist sowohl in Bahn als auch Bus ohne Weiteres möglich, verständlicherweise haben insbesondere im Bus Kinderwagen und Rollstuhlfahrer Vorrang. Die Mitnahme ist im Gebiet des Verkehrsverbundes RWNetz PlauenVogtland in der Bahn kostenfrei. Die geringe Anzahl an Stellplätzen in der Bahn kann schnell ein begrenzender Faktor werden. Auf den Schiffen der Talsperre Pöhl ist die Radmitnahme nicht vorgesehen.

Wegweisung für Radfahrer: In Plauen gibt an sich ein sehr gut ausgebautes und dem Standard entsprechendes Wegweisungssystem. An sich ist das auch kaum zu übersehen, die Stadt könnte dafür allerdings etwas mehr Werbung betreiben.

Alle fahren Fahrrad: Plauen ist natürlich mit seiner hügeligen Landschaft etwas im Nachteil. Die vorderen Plätze werden auch von Städten belegt, die nicht im Mittelgebirge angesiedelt sind. Dennoch nimmt meinem Gefühl nach zu urteilen die Zahl der Radler in Plauen zu. Nicht zuletzt unterstützen E-Bikes diesen Trend.

Ampelschaltungen für Radfahrer: Diese möchte ich eigentlich als "nicht existent" bezeichnen. Abgesehen von einigen Fußgängerampeln, die auch für Radfahrer grünes Licht geben, kenne ich keine extra für Radler installierte Ampel in Plauen.

Fahren im Mischverkehr: Ebenso wie an Ampeln reihen sich Radler überwiegend in den normalen Verkehr ein, die wenigen ausgewiesenen Radwege können das nicht entschärfen. Und die gemeinsame Nutzung von Fußwegen mit Fußgängern führt zu den genannten Konflikten mit Fußgängern. Das Thema hatte ich hier (allerdings sogar ohne Fußgänger) schon einmal  illustriert.

Einbahnstraßenregelung für Radfahrer: Einbahnstraßen können (vermutlich unter bestimmten Voraussetzungen, wie Straßenbreite und Verkehrsdichte) für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung zugelassen werden. In Plauen sind mir hier nur ganz wenige Beispiele bekannt. Offenbar würden es viele Teilnehmer an der Befragung begrüßen, wenn davon in Plauen häufiger Gebrauch gemacht wird.

Zusammengefasst ist festzustellen, dass in Plauen insbesondere die Sicherheit beim Radfahren und der Stellenwert des Radverkehrs in der Kritik stehen. Diese Befragung beruht auf rein subjektiven Einschätzungen von Radfahrern, das sollte bei der Wertung beachtet werden. Ein deutliches Signal in Richtung der Verantwortlichen ist es allemal.

German Masters

Anfang Februar findet schon fast traditionell das German Masters im Snooker statt (für Leser, die mit Snooker noch nichts anfangen können: Klick]. Für mich ist das eine faszinierende Sportart, die ich schon lange Jahre im TV verfolge. Vor 4 Jahren war ich erstmalig selbst in Berlin im Tempodrom, versuchsweise, um das mal in der Live-Stimmung zu erleben. Seit drei Jahren bin Stammgast beim Finale. laugh In diesem Jahr mit Shaun Murphy und Mark Selby (hier im Foto beim Einlauf in die Arena zur letzten Session).

German Masters 2015

Für die Reise nach Berlin habe ich mir Bahntickets besorgt, das allerdings schon im Dezember. Bei 90 Euro für Hin- und Rückfahrt in der ersten Klasse ist das fast schon in der Nähe der Benzinkosten meines PKWs für diese Strecke. Und eine Fahrzeit von 4 Stunden ist auch akzeptabel. Und bis auf wenige Minuten waren alle Züge pünktlich, die Vogtlandbahn hat in Werdau gewartet, um den Anschluss zu sichern. Also alles okay. Naja, fast.

Im ICE von Leipzig nach Berlin gab es Kaffee in Keramiktasse mit Untertasse. Auf der Rückfahrt, also so Richtung "Provinz", waren es nur noch Pappbecher. Frechheit! crying

DB Kaffee

Am 19.Februar 2015 werden die Ergebnisse des ADFC-Fahradklimatests veröffentlicht und die Gewinnerstädte ausgezeichnet. Für Plauen wurden bei diesem test zumindest genügend Stimmen abgegeben, so dass eine Wertung des Radklimas in Plauen stattfindet. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werde ich hier dazu berichten.

Der lange Weg zum Elsterradweg | Splitter 48

Auf der Tagesordnung des Kreisausschusses des Vogtlandkreises stand letztens eine Vorlage zum Thema Bau des Elsterradweges, betreffend den Abschnitt  Rebersreuth – Eichigt. Das ist der seit 2013 durch Klage seitens der Grünen Liga gestoppte Bauabschnitt.

Zur Diskussion im Ausschuss stand nunmehr eine "Teilvertragskündigung". Das Los 5 der gesamten Bauarbeiten betraf den genannten vollständigen Abschnitt, auf dem Teil Rebersreuth bis "Naturschutzzentrum Grünes Band" ist der Bau aber erst mit genehmigter Planfeststellung und damit verbundener Umweltverträglichkeitsprüfung möglich. Die Unterlagen zur Planfestellung seien in Arbeit, wurde im Ausschuss dargelegt, und würden voraussichtlich im Frühsommer zur Genehmigung eingereicht.

Damit stünde auch fest, dass der Bau in absehbarer Zeit nicht fortgeführt wird, auf keinen Fall mehr innerhalb des Jahres 2015. Und bis Ende 2015 läuft die Förderperiode des Förderprogramms Ziel3, aus dem der Bau des Elsterradweges finanziert wird.

Das Landratsamt spricht also für diesen Abschnitt eine Teilvertragskündigung aus. Der zweite Teil dieses Bauloses von der Lochbachbrücke bis Eichigt wird ja bereits realisiert. Zumindest Mitte Dezember waren umfangreiche Bauarbeiten festzustellen. Ob inzwischen die Asphaltdecke aufgebracht ist, kann ich im Moment nicht sagen.

Elsterradweg Bau

Auf Nachfragen der Kreisräte wurde außerdem erläutert, dass die Baufirma in diesem Fall einen Schadenanspruch geltend machen kann. Dieser wird auf etwa 10% der Bausumme geschätzt, was immerhin einen Betrag von bis zu 100.000 Euro bedeuten kann. Allerdings ist zunächst überhaupt ein Schaden seitens der Baufirma geltend zu machen und auch nachzuweisen.

Kreisrat Hansjoachim Weiß wollte noch wissen, wie es denn mit dem Ausbau weitergeht. Die Verwaltung gibt dazu die Auskunft, dass die Planfeststellung zum vorgesehenen Verlauf des Elsterradweges eine Eingriffsminimierung (vermutlich  im Bereich des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes – Anm. des Autors) vorsieht, sprich die Breite des Weges wird verringert. Und der Bau wird realisiert, nur ist derzeit völlig offen, wann das sein wird.

Für den Abschnitt Bad Elster/B92 bis Adorf wird nach Aussage im Kreisausschuss derzeit die Genehmigung seitens der zuständigen Behörde erarbeitet. Zum Zeitpunkt, wann diese vorliegen wird, gibt es keine Aussage.

Kommentar

Zwei Jahre dauert es, um vom Baustopp bis zu einreichungsfähigen Unterlagen zu kommen. Nur zur Erinnerung, es geht um den Bau eines Radweges, weitestgehend unmittelbar neben einer Bahnlinie. Demgegenüber beispielsweise soll das umstrittene "Fracking" zur unkonventionellen Gewinnung fossiler Energieträger nicht per se den Regelungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung unterfallen. [Quelle]

Ach ja, und da war doch noch das Mitglied des Landtages Michael Weichert, der sich für das Projekt Elsterradweg einsetzen wollte. Gehört habe ich da nichts mehr. Nicht mal auf eine direkte Nachfrage per Kontaktformular am 22.09.2014. Da werde ich wohl doch noch mal nachbohren müssen. frown

Letztlich zeigen die Geschehnisse, dass nach meiner Meinung eine weite Kluft zwischen der Schönrednerei in Bundes- und Landespolitik bezüglich diverser Vorteile des Radfahrens und der tatsächlichen Unterstützung finanzieller und gesetzlicher Art für die ausführenden Kommunen herrscht.