Im Steinicht unterwegs

Es ist rein reichliches Jahr her, als ich Kontakt mit einem Radlerfreund aus Hof zur Frage nach einem Rad-/Wanderweg durch das Steinicht hatte. Allerdings  ging es um einen Weg links der Elster, also direkt  an den Kletterfelsen entlang. So genau konnte ich das leider nicht beantworten und verfügbare Kartenwerke blieben stellenweise auch etwas im unklaren. Vor einem Jahr hat sich der Kollege aus Hof auf den Weg gemacht und mir im Anschluss  berichtet. Ja, es gibt da einen Weg, aber der hat so seine Tücken. 

Mitte April habe ich mich also ebenfalls auf den Weg gemacht, um dieses Stück Elsterufer zu erkunden. Beginnen sollte die Tour an der „Gippe“ in Elsterberg. Daher ging es zunächst von Plauen über Talsperre Pöhl nach Ruppertsgrün und dort entlang des  Ruppertsgrüner Bachs (auch Forellenbach genannt?)  hinab zum Elsterufer.

Entlang des Elsteruferweges ging die Fahrt weiter in Richtung Elsterberg. Früh im Jahr ist noch wenig Grün an den Bäumen, damit ist das Elsterwehr vor Elsterberg aus der Höhe auch etwas besser sichtbar.

Schmal schlängelt sich der Weg hoch über der Elster am Hang entlang. Wind- oder Schneebruch oder welche Ursache auch immer haben einen Baum quer über den Weg „gehangen“. Eigentlich  erstaunlich, dass unsere Behörden da noch nicht eingegriffen haben und den Weg gesperrt haben. Oder den Baum beseitigen…

Der weitere Weg führt am Gelände des alten VEB Kunstseidenwerk Clara Zetkin vorbei, nach der Wende auch als   „ENKA GmbH“ bekannt. Aber auch der ENKA war leider kein ewiger Bestand gegeben, 2009 war Schluss mit der Produktion. Inzwischen ist hier ein Industrie- und Gewerbestandort vorbereitet. Knapp 2,4 ha Fläche  stehen zur Verfügung.

Nachteilig ist derzeit sicherlich für die Entwicklung des Standortes, dass er quasi eingerahmt ist von einem FFH-Gebiet, einen Landschafts- und einem Vogelschutzgebiet. Geplant ist weiterhin seitens Landratsamt Vogtlandkreis, die Elsterhänge von Plauen bis Elsterberg als ein Reservat zusammenzufassen. Angeblich wäre die Entwicklung des Industriestandortes nicht betroffen. Aber als direkter Nachbar hat der Naturschutz bei Neuansiedlungen doch bestimmt seine Meinung, wie auch immer die aussehen möge. 

Von der alten ENKA ging es noch schnell zu einem kurzen Blick auf die Burg in Elsterberg.

Von der Burgruine führte die Tour weiter Richtung Bahnhof Elsterberg-Kunstseidenwerk, also nicht den Radweg zur Bundesstraße sondern im Tal bleibend an der Bahnlinie entlang.

Aber am Ende des Bahnsteigs heißt es „Kein Durchgang“. Leider, denn sonst könnte man direkt zu diesem romantischen Wanderweg entlang der Weißen Elster gelangen.

Der Weg führt in Richtung Gippenschänke und vorbei an dieser geht es weiter in Richtung Steinicht.

Am Beginn des Naturschutzgebietes kann man sich die Regelungen zu diesem Gebiet zu Gemüte führen. Eine große Infotafel klärt über die Bestimmungen auf sächsischem oder thüringischem Gebiet auf. Es ist zwar ein zusammenhängendes Gebiet, aber jeder Freistaat hat seine eigenen Regelungen und Formulierungen.

Laut Tafel darf man in Thüringen nur vom 1.8. bis 31.10. eines Jahres klettern, in Sachsen besteht Kletterverbot vom 1.1. bis 31.7. des Jahres. Und Radfahrer müssen Regeln beachten. Denn:  „Ein generelles verbot besteht für das Betreten des Gebietes außerhalb der markierten Wege und Kletterrouten, das Befahren mit Fahrzeugen alles Art – einschließlich Wohnwagen (ausgenommen Fahrräder auf sächsischer Seite)…“

Also immer schön auf die Grenze zwischen den Freistaaten achten, in Thüringen muss das Rad mindestens geschoben, besser getragen, werden.  🙄 Ernsthaft, welche Behörden bringen solche realitätsfremden Regelungen zustande? Der Wanderweg unmittelbar an der Elster führt nämlich durch beide Staatsgebiete.

Aber schön ist der Weg durch diese Natur auf jeden Fall.

Die Felsen des Steinicht rücken teilweise sehr nahe an die Bahnlinie heran, der Wanderweg zwängt sich noch dazwischen hindurch. Etwas Aufmerksamkeit sollte man also dem Bahnverkehr schenken.

Immerhin ergibt sich so die Gelegenheit, die Weiße Elster von einer ganz anderen Seite zu erleben.

Dieser Anbau an einer kleinen Bachbrücke deutet darauf hin, dass hier Radfahrer unterwegs sind. Für Kinderwagen ist ein einzelnes Brett wenig hilfreich und mit Schubkarren habe ich hier im Gebiet auch niemanden gesehen.

Kurz vor dem Steinbruch verläuft der Wer wieder nah an der Bahnlinie und eigentlich über das Geländer der Deutschen Bahn. Ein Schild weist darauf hin. Aber entweder ist das Schild nicht vollständig oder man den Hinweis „Betreten verboten“ entfernt.

Anschließend geht es unmittelbar am stillgelegten Steinbruch entlang.

Dort findet man mit Blick zurück auch ein mehr oder weniger offizielles Schild , das den Weg zu den Kletterfelsen weist. Auch hier führt der Wegweiser durchs Bahn- und Steinbruchgelände.

Der Ausgang ist dann eher beschwerlich, denn die Zufahrtsstraße ist mit einem Tor verschlossen, es bleibt nur die Kletterei am Tor vorbei über Betonplatten die dort liegen.

Zurück nach Plauen ging es den üblichen Weg ab Rentzschmühle rechts der Elster. Spuren des letzten Hochwasser sind noch immer zu finden.

An der Barthmühle habe ich den Weg bergauf in Richtung Röttis gewählt. Und so wie aussieht, wurde diese Straße vor einiger Zeit neu asphaltiert, ich habe die etwas huckeliger in Erinnerung.

 

 

 

 

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Etwas Mathematik...