Ein starkes Signal PRO Radweg

Radfahrer und Naturfreund waren für heute 11:00 Uhr zur Demo gegen die beabsichtigte Sperrung und gar eventuellen Rückbau des Elsterradweges auf dem Abschnitt Mühlhausen – Adorf aufgerufen. Die „Grüne Liga Sachsen“ war vor Gericht gegen den Bauherren Vogtlandkreis erfolgreich. Die fehlende Umweltverträglichkeitsstudie deklariert den Abschnitt zum „Schwarzbau“. Diese Studie will der Landkreis nachholen, aber das genügt der „Grünen Liga“ offenbar nicht und hat vor Gericht zumindest die Sperrung des Radweges eingeklagt. Der Landkreis geht gegen das Urteil vor.

Aber auch unter den Radlern und Wanderern regt sich massiver Protest gegen diese Absicht. Und dieser Protest wurde auf der heutigen Demo eindrucksvoll gezeigt.

Bereits gegen 10:30 Uhr versammelten sich erste Radler auf dem Parkplatz eines Autohauses in Adorf, nahe am neu gebauten Elsterradweg.

Demo pro Elsterradweg

Vom Organisator der Demo, Dr. Detlef Schlott, wurde mit Unterstützung durch Pfarrer Gunther Geipel aus Bad Elster eine Unterschriftensammlung für den Erhalt des Radweges initiiert. Viele der Demo-Teilnehmer trugen sich schon vor dem Start ein und auch am Ziel der Tour war nochmals Gelegenheit, mit seiner Unterschrift diese Forderung zu unterstützen.

Demo pro Elsterradweg

Die Erläuterung zur Unterschriftensammlung lautet:

 

Wir fordern die Erhaltung des Elsterradweges zwischen Mühlhausen und Adorf. Gleichzeitig setzen wir uns für den Schutz und die Aufwertung der Naturschätze des Elstertales ein – u.a. durch aufschlussreiche Informationen. Radweg und Umweltbewusstsein sind keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig fördern.

Wir werden es nicht hinnehmen,

  • dass der Elsterradweg gesperrt oder zerstört wird,
  • dass die Sicherheit der Radfahrer durch den Zwang zur B92 gefährdet wird,
  • dass öffentliche Gelder sinnlos verschleudert werden,
  • dass die touristische Strukturentwicklung blockiert wird,
  • dass das tschechisch-deutsche Verhältnis getrübt wird,
  • dass der Umweltschutz durch die Maßlosigkeit vermeintlicher Grüner Umweltaktivisten der Lächerlichkeit preisgegeben wird,
  • dass sach- und situationsfremde juristische Entscheidungen unseren Rechtsstaat zum Staat gegen jede Vernunft und zum Staat gegen die eigenen Bürger verkehren.

Wir fordern alle Entscheidungsträger auf: Erhalten Sie den Elsterradweg für uns und unsere Kinder!

Unterschriften  werden gesammelt bei:

Pfr. Gunther Geipel, Kirchstr. 10, 08645 Bad Elster

Dr. Detlef Schlott, Heißenstein 5b, 08645 Bad Elster

Der Protest wurde nicht nur mit Rädern, sondern auch mit Plakaten vorgetragen, die hier auch das Interesse der Presse wecken.

Demo pro Elsterradweg

Herr Bauerschäfer, ein Radler aus Berlin und seit 2002 in Bad Elster wohnend, berichtete, dass er seit rund 50 Jahren regelmäßig auf genau dieser Strecke mit dem Fahrrad unterwegs ist. Für ihn  ist das die Strecke zum Einkauf im Lebensmitteldiscounter in Adorf. Unverständnis zeigte er, wieso der Weg jetzt nicht mehr nutzbar sein sollte.

Ein Angler, der den Abschnitt von Mühlhausen nach Adorf als Angelrevier in der Elster nutzt, weist darauf hin, dass sich an beiden Uferseiten der Elster das Springkraut massiv ausbreitet. Möge sich doch die Grüne Liga mal da drum kümmern. [Springkaut zählt zu den aggressiven Neophyten, die in der Lage sind, einheimische Pflanzen zu verdrängen.)

Von Dr. Schlott wurde vor Start zur Fahrt nach Bad Elster das Anliegen der Demo und die Unterschriftenaktion erläutert. Der Beifall der Teilnehmer war deutlicher Ausdruck für den Willen, den Radweg zu erhalten.

Demo pro Elsterradweg Demo pro Elsterradweg

Bis gegen 11:00 Uhr hatten sich vielleicht um die 350 bis 400 Radler zur Unterstützung eingefunden.

Demo pro Elsterradweg

Um diese Zeit setzte sich der Tross an Radlern, angeführt vom Organisator, auf dem Elsterradweg in Richtung Bad Elster in Bewegung.

Demo pro Elsterradweg Demo pro Elsterradweg

Demo pro Elsterradweg Demo pro Elsterradweg

Ziel der kurzen Radtour war das „Waldschlößchen“ in Bad Elster, und etliche Radler nutzten die Einladung zu einem kühlen Getränk in der Gaststätte.

Demo pro Elsterradweg

Fazit: Die Demo war ein eindrucksvolles Zeichen für den Erhalt des Elsterradweges. Und es ist anzunehmen, dass der Protest massiv fortgesetzt wird, sollte es zu einer Sperrung oder gar drohendem Abriss kommen.

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3 Gedanken zu „Ein starkes Signal PRO Radweg“

  1. wir haben folgende nachricht an die Grüne Liga überreicht:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    mit Entsetzten mussten wir erfahren was für teufliges Spiel Sie treiben. Das meinen wir, eine sehr passionierte Radfahrergruppe welche über an das geschaffene Radwegnetz Deutschlands erfreute und natürlich auch Deutschland weit mit den Rad die verschiedenen Touristischen Regionen bereist haben. (Ja auch Radwege die durch ein Schutzgebiet führen).Ja wir wählten grün, beteiligten uns an so mancher Kundgebung aber jetzt nicht mehr. Unsere politische Auseinandersetzung findet gegen Sie und ohne Sie statt.

    Wir freuten uns schon sehr lange darauf, dass eben auch im Vogtland der Wirtschaftsfaktor Radwanderweg angegangen wird, speziell der Elstertalradweg.

    Jetzt der Hammer, ein fertiggestellter Radweg soll jetzt im Vogtland durch Ihresgleichen gesperrt werden.
    Worte dafür kann man nicht so einfach finden, nur Zorn und Wut über den grünen Spuk, welcher zur Kommunalwahl und Landtagswahl sein Ende finden muss.

    Sehr geehrte Damen und Herren, geben Sie ihre Handys ab, kommunizieren können sie über die Buschtrommeln, geben Sie Ihr Auto ,Motorrad Fahrrad inbegriffen ab.
    Zu Fuß geht es durch Flor und Fauna besonders gut. Schalten Sie den Strom ab, sie können welchen selbst erzeugen! Und Wasser können Sie aus den Brunnen schöpfen!

    Wir sind keine Umwelt Frevel, wir stimmen überein die Natur braucht uns Menschen nicht, aber wir die Natur. Was Sie hier treiben spottet aller Beschreibung.

    Bitte verabschieden Sie sich schon jetzt auf den Müllhaufen der Geschichte!
    Das meinen wir, die Radfahrgruppe des Vogtlandes.
    für uns ist alles was einen grünen “Anstrich” hat gleich. (So auch die Meinungsbildung in der Öffentlichkeit)

    Sorgen Sie dafür dass der Schwerlastverkehr aus den Elstertal verschwindet mit Verladung auf die Schiene.

    Was hier für Abgase entstehen darüber spricht man nicht, aber ein Radfahrer oder der mit E-Bikes unterwegs ist verschandelt der die Natur?
    Wir fahren nicht nur Rad, wir beteiligen uns in unseren Gemeinden an verschiedenen Umweltprojekten, pflegen Flur und Fauna zugleich. Ehrenamtlich!
    Diese Blockadehaltung kann keiner verstehen

    Bernd Richter

  2. Da hat der Landkreis also einen Verkehrsweg errichtet, ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungen durchzuführen. Er hat Gesetze und internationale Vorgaben für FFH-Gebiete ignoriert. Nun wollte er einen zweiten Schwarzbau-Abschnitt hintendranhängen und erneut kein Panfeststellungsverfahren o.ä. durchführen, obwohl die Umweltverbände gewarnt haben, dass es so nicht geht. Leute, wer so mit dem Kopf durch die Wand will, der muss scheitern, denn wir leben zum Glück in einem Rechtsstaat! Es war keineswegs eine sach- und situationsfremde Entscheidung des Gerichts, sie war bitter notwendig, so bitter die Konsequenz auch ist. Wenn das „Erst mal bauen und dann prüfen, ob jemandens Rechte verletzt werden“ Schule machen würde, also Fakten zu schaffen, die man nicht später nicht mehr zurückdrehen kann, dann würde bald keiner mehr Rechte habe. Seien es Anwohner von lauten Straßen oder Schienen, die Bewohner von Dörfern auf Kohleflözen oder wie in diesem Fall der Naturschutz.

    Leidtragende sind freilich die Fahrradfahrer und diejenigen, die vom Radtourismus leben. Verursacht hat das aber der Landkreis mit seiner Unprofessionalität und der Freistaat, der seiner Aufsichtspflicht nicht nachkommt und damit ebenso diletantisch arbeitet. Mit dem Finger zeigen beide jetzt natürlich auf die Grüne Liga, frei nach dem Motto „Haltet den Dieb“!

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