Sabine und mehr

Letztens ist der Sturm „Sabine“ auch durchs Vogtland gezogen und hat seine Spuren hinterlassen. Die Wege von der Reiboldsruh nach Leubnitz und am Schlossteich waren allerdings erstaunlich gut fahrbar, kaum aufgeweichte Stellen und nur wenig heruntergefallen Äste. Aber alles trüb grau-braun.

Auf dem Waldweg von der Papiermühle nach Rößnitz im Rosenbachtal lag allerdings ein Baum quer. Und auch der Elsterradweg zwischen Straßberg und Plauen hat eine gesperrte Stelle, weil es einen Baum beschädigt hat.

Von allzuviel Schnee habe ich in diesem Winter noch nichts bemerkt, auch im oberen Vogtland war Ski und Rodel eher mittelmäßig. Trotzem führte die Weiße Elster am vergangenen Sonntag deutlich mehr Wasser, als üblich. Ergebnis: An der Eisnebahnbrücke bei Kürbitz war der Weg überflutet. Immerhin konnte man problemlos durchfahren.

Letztens hatte ich von der Postmeilensäule in Mehltheuer berichtet und dass dort die Entfernung nach Plauen angegeben ist. Daher habe ich mir die Zielsäule in Plauen an der alten Elsterbrücke noch einmal genauer angesehen. Da wird Mehltheuer allerdings nicht als Ziel aufgeführt.

Passend zur Bedeutung Plauens 😉 sind dafür Eger, Asch, Chemnitz und Dresden mit Entfernungsangaben, wieder in Stunden, aufgelistet.

Projekt Elsteraue

Die Elsteraue im Innenstadtbereich von Plauen war lange Zeit geprägt von ansässiger Industrie, die zurück geht bis die Frühzeit der Spitzenproduktion in Plauen. Bekannt sind insbesondere das Weißbachsche Haus, eine 1766 gegründete Kattundruckerei, es gilt als bedeutendstes, noch bestehendes Manufakturgebäude Sachsens und das Areal der Hempelschen Fabrik. Seit einiger Zeit werden Bauarbeiten in dem Gebiet durchgeführt, Beräumung und Abbruch waren vermutlich die ersten Maßnahmen. Und so langsam lichtet sich die Fläche, Gebäude werden wieder sichtbar.

Und derzeit gibt es eine bemerkenswerte Sicht auf das Malzhaus, ein Überrest aus der Burg der Eversteiner, die um 1200 herum hier residierten.

Der Platz bei dem Wasserturm im ersten Foto wird auch Hempelscher Platz genannt. Hier soll laut Information auf der Webseite der Stadt Plauen „ein attraktives Platz-Wege-System mit einer Fuß- und Radwegeverbindung (entstehen), welches sich als ‚Hofwiesenallee‘ bis zur Weißen Elster fortsetzen wird.“ [Quelle: Webseite der Stadt Plauen]

Unterwegs entdeckt

Da habe ich doch heute auf meiner Tour tatsächlich Schnee entdeckt! Bei Plauen, nicht in den vogtländischen Skigebieten!

Auf meiner Rückfahrt von Berlin hatte ich eine Verbindung über Gera und Mehltheuer nach Plauen. War die schnellere Verbindung, anstatt über Werdau oder Zwickau (werde ich wohl nie wieder so machen….). Kurz vor Mehltheuer ist mir links der Bahnstrecke ein seltsames Schild aufgefallen. Das habe ich mir dann heute per Rad genauer angesehen.

Um das als „deformierte Fahrbahn“ zu übersetzen, reichen meine rudimentären Fremdsprachenkenntnisse. Ich bin da nur ein kurzes Stück reingefahren und habe mir die Straße angesehen.

So deformiert fand ich das Stück eigentlich nicht. Oder es müssten im Vogtland hunderte solcher Schilder aufgestellt werden. Witzig fand ich es allemal.

Irgendwie begegnen mir jetzt überall Postmeilensäulen, auch in Mehltheuer bin ich an einer vorbeigekommen.

Im Gegensatz zur Oelsnitzer Postmeilensäule ist hier die Entfernungsangabe mit „M.“ vorgenommen. Naheliegend für mich ist, dass damit Kursächsische Postmeilen gemein sind. Diese wurde in der Postordnung für das Königreich Sachsen vom 7. Dezember 1840 auf 7.500 m festgelegt. Die Angabe für Plauen lautet „1,38 M.“, das sind 10,35 km. Auf den heutigen Straßen reicht das ziemlich genau bis zur Postmeilensäule an der alten Elsterbrücke in Plauen. Ob natürlich damit dieses Ziel gemeint war, weiß ich nicht.

Und Plauen hat einen neuen sogenannten Superblitzer, vorerst zum Test. Heute am Sonntag stand er auf der Neundorfer Str.

Im Volksmund hat er schon die Spitznamen Gulaschkanonen und Aschekasten erhalten. Einen Designpreis kann man damit wahrlich nicht gewinnen. Passt optisch allerdings hervorragend zum neuen Tesla Cybertruck.
Und das Teil blitzt in beide Richtungen!

German Masters

Vergangenes Wochenende fand in Berlin, im Tempodrom das 10. German Masters statt (als vollwertiges Ranglistenturnier in Berlin, zuvor fand es in anderen Städten statt oder war ein Minor-Ranking-Turnier). Und ich war in allen 10 Jahren dabei! Das erste Mal allerdings nur zum „reinschnuppern“ zum Halbfinale am Sonnabend Nachmittag und an einem Tag hin und zurück (mit der Bahn!!!), aber seither mindestens Halbfinale und Finale komplett gesehen.

Das Tempodrom liegt unweit des Anhalter Bahnhofs.

Und dieses Jahr waren die Halbfinals schon hochkarätig besetzt, 4 Weltmeister und darunter drei Triple-Crown-Champions. Viel mehr geht nicht. Und es waren wirklich packende und mitreißende Spiele zwischen Shaun Murphy, Graeme Dott, Neil Robertson und Judd Trump.

Finale von Trump gegen Robertson, kleine Diskussion zur Lage der Bälle, die nach einem Foul vom Schiedsrichter wieder genau zu positionieren sind.

Und das Foto zeigt auch eine Kleinigkeit, die für mich diesen Sport so sehenswert und sympathisch macht: die ausgeprägte Fairness. Die Spieler agieren mit dem Schiedsrichter zusammen und stellen nach solch einem Foul die vorherige Postion wieder her, gemeinsam und es spielt für einen Spieler keine Rolle, wie gut oder schlecht die Spielstellung am Ende für ihn ist.
Und natürlich wurden die Schiedsrichter vom Publikum mit lautem Beifall empfangen, sind diese doch fast alle den Zuschauern zumindest namentlich und aus den TV-Übertragungen bekannt. In welcher anderen Sportart gibt es das?

Baustelle auf der B92, Oelsnitz/Vogtland

Ab 10. Februar wird die Bundesstraße B92 in Oelsnitz zur Baustelle. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wird der Abschnitt von der Bäckerei Wunderlich bis zur Tanzermühle saniert. Der erste Bauabschnitt im Jahr 2020 reicht vom Görnitzer Weg bis zur Tanzermühle. Neben neuer Entwässerung und Regenrückhaltebecken soll ein 1,75 m breiter Radweg entlang der B92 entstehen. Auch Fußweg, Bushaltestellen und die gesamte Infrastruktur im Untergrund, also Gas, Wasser, Abwasser, Elektroleitung und Breitbandkabel sollen erneuert werden. Im Februar sind Rodungen der Bäume geplant, ab März beginnen Bauarbeiten an der Kreuzung Tanzermühle und an einer Umfahrung bei der Kreuzung Görnitzer Weg.

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Bild am Sonntag

Und noch eine Ruine habe ich Oelsnitz entdeckt. Das Entdecken ist nicht allzu schwierig, steht genau gegenüber vom Bahnhof. Das Gebäude gehört meines Wissens zu den alten Halbmond Teppich Werken. Jetzt ist es leer und wartet ungenutzt auf den weiteren Verfall. Zum Zeitpunkt meiner Aufnahme wurde das Gebäude durch eine Wolkenlücke von der Sonne angestrahlt, während der Himmel sich mit dunklen Wolken verhängt.

Verkehrsentwicklungsplan Stadt Plauen

Nach der kurzen Notiz zur Ausschusssitzung mit dem Thema Verkehrsentwicklungplan berichte ich heute etwas ausführlicher zu den Ergebnissen der Onlinebefragung zum Rad- und Fußgängerverkehr in Plauen. Einige der kritisierten Punkte habe ich mir extra noch aktuell angesehen.

Im Ausschuss wurden vorgestellt, dass sich aus den Antworten der Radfahrer sich folgende Aussagen ergeben:

  • 78% der Teilnehmer fühlen sich als Radfahrer in Plauen unsicher oder teilweise unsicher
  • 61% schätzen die Rücksichtnahme als unzureichend ein, insbesondere seitens Führer von Kraftfahrzeugen, hier wird insbesondere das Thema Abbiegen und Abstand beim Überholen genannt
  • 57% geben eine schlechte Erreichbarkeit des Zentrums und der Ortsteile an
  • 68% bemängeln eine schlechte Infrastruktur
  • 58% erachten die Anzahl an Abstellmöglichkeiten als zu gering, bemängelt wurden die Bereiche Zentrum, Bahnhof  und Endhaltestellen der Straßenbahn, die Qualität der Abstellanlagen sei sehr gemischt

Als ein bemerkenswertes Ergebnis stellt Hannes Lemke heraus, dass sich 84% der Radfahrer auf Fußwegen sicherer fühlen, als auf der Straße. „Das ist eigentlich nicht so gedacht.“ ist sein Kommentar dazu.

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Postmeilensäule Oelsnitz

Dass mitten in Oelsnitz eine Postmeilensäule steht, war mir bisher auch nicht bekannt. Diese habe ich auch eher zufällig entdeckt, weil bis zur Abfahrt meiner Vogtlandbahn noch reichlich Zeit war und ich mehr oder weniger planlos im Zentrum von Oelsnitz rumgekurvt bin.

Die Säule steht am unteren Ende der Pfortenstraße. Als Jahreszahl ist 1724 eingraviert, wobei ich davon ausgehe, dass damit das Jahr der ersten Aufstellung der Säule gemeint ist. Die Entfernungen sind in Stunden angegeben. Ich nehme an, dass das die Zeit einer Postkutsche für diese Entfernung ist. Die Zeitangabe sind Wegstunden, keine Zeitstunden. (Vielen Dank für den Hinweis im Kommentar von André Kaiser. Genaueres zu den Wegstunden ebenfalls im Kommentar.) Wenn ich das Wappen richtig deute, dann ist es das Wappen des Kurfürstentums Sachsen. 1724 herrschte in Sachsen Friedrich August I. von Sachsen, bekannt als August der Starke. In seine Zeit fällt der landesweite Aufbau dieser Postmeilensäulen.

Burggut am Schloss Voigtsberg

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss Voigtsberg in Oelsnitz stehtstand das alte Burggut.

Jetzt war dort die Abrisstechnik am Werk und vom Burggut zeugten am 18.01.2020 nur noch ein paar kümmerliche Mauern und Berge von Bauschutt.

Eigentlich schade um das schöne und historische Gebäude.

Das Gut stand seit zwei Jahrzehnten leer. Wie der Freien Presse zu entnehmen war, war der Eigentümer aus Bayern nicht bereit, am Zustand des verfallenden Bauwerkes etwas zu ändern. Jetzt hat die Stadt Oelsnitz gehandelt und den Schandfleck beseitigt. Die Abrisskosten werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt.

Verkehrsentwicklungsplan Stadt Plauen

Im vergangenen Jahr fand eine von der Stadt Plauen durchgeführte Onlinebefragung zum Thema Fußgänger- und Radfahrverkehr statt. Diese Befragung wurde durch das IVAS Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme aus Dresden entwickelt und begleitet. In der Sitzung des Stadtbau und Umweltausschuss am 20.01.2020 stellte Hannes Lemke vom Ingenieurbüro die Ergebnisse der Befragung vor.

Den Vortrag und die Diskussion habe ich gestern im Ausschuss verfolgt, am Wochenende werde ich dazu ausführlicher berichten.