Müll bei Kik

In meinem vergangenen Urlaub habe ich statt meiner bevorzugten Regionalzeitung gelgentlich „Die Welt“ im Zeitschriftenladen gekauft und mich auf dem aktuellen Nachrichtenstand gehalten.

In der Ausgabe vom 14.09.2007 erschien ein Interview mit Stefan Heinig, dem Gründer des Textildiscounters Kik. Neben vielen Aussagen zu seiner Firmenplolitik, die der geneigte Leser bitte selbst nachlesen sollte, meinte er: „Die großen Tonnen haben wir abbestellt, wir
bestellen nur noch das, was wir unbedingt müssen. Ich halte die Müllgebühren
in Deutschland für einen Skandal. Wir verkaufen unseren Papiermüll und
unseren Schrott selber, das bringt noch einen Deckungsbeitrag. Hier in der
Zentrale mit fast 500 Mitarbeitern reicht eine der großen gelben
Containertonnen. Wir nennen das Umweltschutz.“

Nun gut, sicher kann man auch seine Entlohnung (lt. Artikel unter 5 Euro/Stunde für die vielen bei ihm angestellten Aushilfen) als Skandal auffassen, aber das ist allein seine Sache.

Aber wenn Herr Heinig schon groß von Umweltschutz spricht, sollte er wissen, was „Abfallentsorgung“ bedeutet, was für ein Service ihm da eigentlich geboten wird. Ich kenne nicht die Abfallwirtschaftssatzung bei seiner Firmenzentrale, aber ich kenn die Abfallgesetzgebung und weiß, dass auch für ihn und seine Filialen bundesweit gewerbliche Regelungen (Gewerbeabfallverordnung und die aktuelle, zum Teil höchstrichterliche Rechtssprechung) gelten. Diese kann man natürlich gebührenmindernd nutzen. Aber vielleicht sind 5-Euro-Jobber entweder nicht genügend motiviert dazu oder haben einfach nicht die entsprechende Kenntniss.

Und der unvermeidliche Rest(abfall) eines Unternehmens wird bei Ihnen an der Haustür abgeholt, Herr Heinig. Regelmäßig. Sommer wie Winter. Egal ob Kälte, brütende Hitze oder Schnee und Eis.

Und wird anschließend gemäß der hohen Umweltstandards in Deutschland behandelt, verwertet und beseitigt. DAS ist auch Umweltschutz. Und der ist nun mal nicht billig zu haben.

Oder wir karren unseren Dreck als Rückfracht Ihrer Textileinkäufe nach Asien zurück. Das wäre doch mal ein Überlegung wert….

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Ein Gedanke zu „Müll bei Kik“

  1. Reg dich nicht auf. Bringt doch nix. Ohne seine großspurige Polemik und seine Faktenzerrerei, würde doch bloß wieder seine „saubere“ Firmenpolitik in der Kritik stehen. Wenn man woanders Feuer legt, fällt es vielleicht nicht auf, dass die eigene Hütte brennt.

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Etwas Mathematik...