Radweg Lochbauer-Bartmühle rechts der Elster?

Eine Leserzuschrift in der Freien Presse vom 04.01.2012 beschrieb einen möglichen Radweg zwischen Lochbauer und Barthmühle rechts der Elster. Der Weg sei zumindest befahrbar hieß es, auch wenn man gelegentlich zum Schieben absteigen muss. Diese Strecke wollte ich mir unbedingt einmal ansehen. Noch immer leicht vom Unfall lädiert wollte ich das zu Fuß erkunden.

Also bin ich an der Elsterbrücke am Lochbauer rechts der Elster einen Trampelpfad entlang. Zum fahren mit dem Rad erscheint mir das weniger geeignet.

Möglich, dass ich den falschen Beginn gewählt habe, denn es führt auch auf der anderen Elsterseite ein Weg bis zu dieser Bahnbrücke:

Die Bahnbrücke hat zumindest auf einer Seite ausreichend Platz, um dort gefahrlos die Elster zu queren. Allerdings hatte ich keine Lust, hier umzukehren und habe mich am Felshang bis zur Brücke vorgearbeitet. Dabei kommt man an dieser Stelle mit losem Geröll vorbei, der Felshang besteht wohl aus brüchigem, schiefrigen Gestein. Ein Weg oder wenigstens Pfad fehlt an dieser Stelle völlig.

Schließlich erreichte ich die Bahnbrücke der Strecke Plauen-Gera. Unmittelbat nach der Brücke verschwindet die Bahn in diesen Tunnel.

Auf der anderen Seite des Gleises findet sich am Ende der Brücke tatsächlich eine Art Weg entlang der Elster. Diesen bin ich etliche hundert Meter gefolgt, ein völlig neuer Blick auf die Elster in diesem Abschnitt. Der Weg umgeht den Bahntunnel und führt dann in ziemliche Nähe des Bahnkörpers.

So nah am Gleis? Sollte der Weg wirklich hier entlanggehen? Nähere Betrachtung zeigte, dass hier kein Durchgang möglich ist. Also den Weg zurückgehen. dabei konnte ich feststellen, dass der Weg tatsächlich die Bahnstrecke überquert.

Sollte das tatsächlich der Weg laut Leserzuschrift sein, kann ich nur davon abraten. Das Queren des Gleises, vor allem mit einem Rad, kann gefährlich werden, auch wenn die Bahnstrecke Plauen-Gera eher selten befahren wird.

Auch im weiteren Verlauf zeigt sich der Weg nicht unbedingt für Radler geeignet. Hier sollte man besser absteigen.

Etwas später wird der Weg besser nutzbar, aber es wird darauf hingewiesen, dass die Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt. Aber Wanderwegweiser sind aufgestellt. Seltsam…

Ein weiteres Hindernis hat sich in Weg gelegt. Offenbar hat schon jemand mit der Axt daran gearbeitet, aber dann die Lust verloren. Oder die Kraft… Wink

Hier am Weg findet sich auch ein Grabmahl im Andenken an Brandmeister Klaus Lonitz, der hier 1962 offenbar in Ausübung seiner Pflichten ums Leben gekommen ist.

Ich konnte allerdings bisher keine weiteren Informationen zum damaligen Geschehen ausfindig machen.

Freundlicherweise hat mir Dr. Krone vom Historikus Vogtlandhelfen können. Nach einem Eintrag in der Broschüre „Jocketa. Vom Bauerndorf zum Fremdenverkehrsort“, Pöhl 1994 von Herbert Steinmüller, heißt es, dass der Wirkungsbereichsleiter der Freiwilligen Feuerwehr Jocketa Klaus Lonitz bei der Bekämpfung eines größeren Flächenbrandes am Eisenberg in treuer Pflichterfüllung der Tod fand.Herzlichen Dank für diesen Hinweis.

Der Weg ist definitiv nichts für ängstliche Wanderer (oder Radler).

Ich weiß nicht, ob und wie genau ich den Routenvorschlag des Lesers in der Freien Presse getroffen habe. Aber wenn das der Weg ist, kann ich diese Strecke im jetzigen Zustand nicht unbedingt guten Gewissens empfehlen. Im ausgebauten Zustand als Teilstück des Elsterradweges wäre es aber durchaus ein sehenswerter Abschnitt. Bleibt natürlich die zweimalige Querung der Bahnstrecke (am Tunnel und am Triebtal), die für einen stark frequentierten Radweg eher nachteilig ist.

 

 

 

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