Protestveranstaltung gegen Radwegebau an der Elster

Für heute hatte der BUND zu einer Protestdemonstration gegen den geplanten Verlauf des Elsterradwegs zwischen Pirk und Weischlitz aufgerufen.

Geplant ist ein Radwegebau rechts der Elster. Links der Elster verläuft bereits jetzt ein nicht ausgebauter Wanderweg, teilweise im Steilhang der Elster. Der Protest richtet sich dagegen, dass ein neuer Weg, asphaltiert entstehen soll. Das gesamte Gebiet ist als Flora-Fauna-Habitat-Areal unter Schutz gestellt.

Auf der Demo haben sich ca. 75 Protestler eingefunden.

Auch unser vogtländisches Regionalfernsehen war vor Ort vertreten.

Die Bedenken gegen den Radwegebau wurden von drei Rednern vorgetragen. Zunächst erläuterte Frank Baumann, Leiter der Gruppe Elstertal des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), die ökologischen Gegebenheiten im FFH-Gebiet.

Er verweist auf das Wildkatzenmonitoring im Vogtland und darauf, dass auch hier im Bereich des geplanten Radweges Wildkatzen nachgewiesen wurden. „Gewonnen haben wir im Steinicht“ äußert sich Baumann im Weiteren und spielt darauf an, dass der Elsterradweg im Verlauf ab Plauen das Flusstal verlassen muss und über Höhenzüge bis Elsterberg führt. Weiter führt Baumann aus, dass der linksseitige Weg schon jetzt benutzbar ist.

Anmerkung des Autors: Das mag wohl stimmen, denn ich fahre häufig diesen Weg entlang. Mich stört weder der Anstieg noch der unebene Untergrund. Aber Radwegetourismus soll auch Familien und weniger sportliche Radler ins Vogtland locken.

Seitens des Vereins Sächsischer Ornithologen brachte Gunther Färber  erneut das Argument vor, dass der Radweg eine Trennung herbeiführt und zählt einige betroffene Tierarten auf, wie Uhu und Schwarzstorch.

Er kritisiert, dass der Radweg „in Amtsstuben geplant, diskutiert und beschlossen wurde ohne öffentliche Beteiligung“. Färber ist sich der Bedeutung eines überregionalen Radweges bewusst und das wird auch befürwortet. Aber für den Verlauf hier im Elstertal sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich. In diese sollen die Umweltvertreter einbezogen werden.

Thomas Hohl, von B90/Die Grünen, Jagdvorstand im Hegering Reuth prangerte abschließend auf der Veranstaltung „Lobbyismus von Großprojekten“ an.

Anmerkung des Autors: Inwieweit hier schon Wahlkampf für anstehende Wahlen durchkommt, vermag ich nicht einzuschätzen.

Nach ca. einer Stunde löste sich der friedliche Protest wieder auf.

Die Naturschützer, zumindest einige davon, marschierten zu ihren PKWs die zwar auf dem Weg aber dennoch im Wald geparkt waren.

Dass zumindest die Anfahrt durch das ausgewiesene FFH-Gebiet führt sei nur am Rande erwähnt, geparkt wurde unmittelbar an der Grenze des schutzwürdigen Areals. Alles aus Rücksicht auf die empfindlichen und scheuen Tiere in der Elsteraue.

Achja, ich war übrigens der einzige Teilnehmer, der mit dem Rad gekommen ist…

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Ein Gedanke zu „Protestveranstaltung gegen Radwegebau an der Elster“

  1. Hallo
    Ich habe in der Vergangenheit über die Presse bereits von der Veranstaltung gehört und bin heute im Internet auf die Seite gestoßen. Um es vorweg zu sagen, ich bin begeisterter Radfahrer, der nach einem stressigen Arbeitstag etwas für sich tun will. Wenn man die o.g. Redner so zur Kenntnis nimmt, dann geht es hier offensichtlich um den Bau einer 6-spurigen Autobahn für den Schwerlastverkehr und nicht um einen Radweg. Diese Leute stören sich wohl ausschließlich an einem Fakt, den Mensch, der nicht im Umweltfanatismus ein Ventil für seine eigene Situation sieht. Wenn der Mensch ( mit einem faktisch geräuschlosen Fahrrad ) nicht mehr das Recht haben darf die Natur zu betreten, dann ist es schon sehr schlimm um uns bestellt. Der Schutz von Natur und Tieren ist absolut in Ordnung, aber nicht als Alibi nach dem Motto, ich verhindere alles, dann bin ich zufrieden. Der Bau von Radwegen ist einesteils ein touristischer Faktor, aber auch für die „Ansässigen“ Freizeit und Sport. Noch muss man noch zu viel nach Bayern und Thüringen ausweichen, wenn man schön Radfahrenm will ( Bocklradweg, Selb-Wunsiedel-Fichtelberg, Schleiz-Saalburg).
    Ich hoffe nur, dass die Politik hier die notwendigen Weichen stellt.
    Alfred Goldner

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