Ein Radweg, nutzen oder meiden?

In einem früheren Artikel hatte ich das Thema von der Seite der Rechtsvorschriften her erörtert: Was sind die Voraussetzungen für einen gekennzeichneten Radweg. Ich möchte es in Bezug auf die folgenden Beispiele kurz wiederholen:

  • Die Benutzung des Radweges ist nach der Beschaffenheit und dem Zustand zumutbar sowie die Linienführung ist eindeutig, stetig und sicher.

und

  • bei  einem gemeinsamen Fuß- und Radweg mindestens 2,5 Meter Breite in Ortschaften.

Bei der Breite des Radweges unterstelle ich hier die nutzbare Breite, nicht die geplante und im Nachhinein durch anderweitige Nutzung verbleibende Breite. Und diese Breite sollte auch das Maß sein, für den hier beschriebenen Sachverhalt.

In Plauen sind die die Wege links und rechts entlang der Neundorfer Straße vom Rathaus beginnend stadtauswärts bis zum Dittrichplatz mit der Schilderkombination

Gehweg
raddzusatz2
Bildquelle: Wikipedia Lizenz: Gemeinfrei im Sinne von  § 5 Abs. 1 UrhG

gekennzeichnet. Damit bleibt der Weg ein Gehweg und wird nicht zum Radweg, Radler dürfen nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Aber es besteht KEINE Verpflichtung für Radler, diesen Weg zu benutzen.

Und das ist im Falle der Neundorfer Straße auch besser so, denn so einfach befahrbar ist diese Strecke nicht.

An der Straßenbahnhaltstelle Hans-Löwel-Platz engt der Blumenladen die Breite ein.

Für Radfahrer frei?

Wenige Meter später wird es noch schmaler durch Auslagen und Aufsteller.

Für Radfahrer frei?

Beim Reisebüro steht zwar auch ein Werbeschild, aber hier ist noch genügend Platz für alle Verkehrsteilnehmer.

Für Radfahrer frei?

Am Cafè wird es schon wieder schwieriger, zwischen Stühlen und Schildern durchzukommen.

Für Radfahrer frei?

Am gleich darauf folgenden Feinkostladen sieht es nur wenig besser aus.

Für Radfahrer frei?

Eine Straßenecke weiter steht auch wieder ein Werbeschild, aber hier ist der Gehweg ohnehin schon schmal. Dafür wird allerdings das Verkehrsschild gleich von der Markise verdeckt.

Für Radfahrer frei?

Der Matratzenladen trägt ebenfalls seinen Teil bei.

Für Radfahrer frei?

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sieht es kaum besser aus. Ein Restaurant hat Freiluftgastronomie und stellt gleich noch ein Schild einengend auf den Weg.

Für Radfahrer frei?

Hier kann man sich im Vorbeifahren mit neuer Kleidung eindecken.

Für Radfahrer frei?

Auch mein Stammreisebüro beteiligt sich mit einem Werbeaufsteller, läßt aber ausreichend Platz.

Für Radfahrer frei?

Beim Gemüsehändler sieht es ähnlich aus.

Für Radfahrer frei?

Noch ein Reisebüro hat Werbung stehen, läßt aber auch genügend Freiraum.

Für Radfahrer frei?

Meine Beispiele hier sind keine Kritik an den Händlern, sie sollen sich präsentieren und das Stadtbild auflockern. Aber die zuständige Behörde sollte sich überlegen, ob die Freigabe dieser Gehwege für Radfahrer wirklich sinnvoll und zumutbar ist. Nach meiner Auffassung werden bei dieser Gestaltung als für Radler nutzbarer Gehweg Gefährdungen aller Nutzer dieser Wege erst heraufbeschworen. Auch wenn die Radfahrer vorsichtig fahren.

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Etwas Mathematik...