Spiegelreflex vs. Handycam

Vor einigen Tagen war in einem Medienbericht (leider weiß ich die Quelle nicht mehr) die Meinung zu lesen, dass die Fotofunktion in aktuellen und kommenden Handys eine Qualität bieten werden, die das fotografieren mit einer Spiegelreflex-Kamera überflüssig werden lassen. Das Ende dieses Kameratyps werde quasi eingeleitet.

Sicherlich bin ich kein Profifotograf und auf meinen Radtouren habe ich auch lieber meine kleine Fuji Finepix XP30 dabei, statt der Nikon Spiegelreflex. Zum einen ist die deutlich leichter und kleiner und die XP30 ist staub-, wasser- und stoßgeschützt. Letzteres ist bei hochpreisigen SLRs sicherlich auch zu haben, zumindest was Staub. und Wasserschutz anbelangt. Mein Smartphone ist auch immer dabei, sofern nicht grad bei Abfahrt der Akku leer ist.

Wie schlägt sich aber tatsächlich eine Handycam im Vergleich zur SLR?

Beim letzten Weihnachtsmarktbesuch mit meiner Tochter, sie nutzt eine Canon EOS 600D, entstanden vergleichbare Bilder, gefertigt mit meinem Handy und andererseits mit der digitalen Spiegelreflex. Die Lichtverhältnisse waren sicherlich eine Herausforderung, aber wenn die These einer Ablösung durch Handy-Fotografie steht, muss sich das auch in solchen Situationen beweisen. Die Fotos wurden auf einen gleichen Ausschnitt zugeschnitten und die Bildgröße angepasst. Einzige Nachbearbeitung war das Unkenntlichmachen von Gesichtern. Schärfen oder andere Nachbearbeitung erfolgte nicht.

Testobjekt 1 ist der Giebel des Plauener Rathauses.

Samsung Galaxy S3 Canon EOS 600D
Handy Giebel SLR Giebel

Das zeigt schon erhebliche Unterschiede zum Nachteil der Handycam. Das Bild ist unscharf und wirkt überstrahlt. Das Objekt wird viel heller dargestellt, als es in Wirklichkeit war. Die SLR bringt die abendliche Lichterstimmung eindeutig besser zur Ansicht.

Bei einem Ausschnitt aus dem Foto wird das Problem der Schärfe noch deutlicher.

 

Samsung Galaxy S3 Canon EOS 600D
Handy Rathaus Uhr SLR Rathaus Uhr

Sind bei der SLR noch Details. wie zum Beispiel die Uhrzeiger oder an den Figuren zu erkennen, ist das Handyfoto völlig verwaschen.

Testobjekt 2 ist ein Kinderkarussell.

 

Samsung Galaxy S3 Canon EOS 600D
Handy Karussell SLR Karussell

Die Bewegungsunschärfe ist hier durchaus gewollt, auch wenn ich beim Handy darauf keinen Einfluss nehmen konnte. Auch hier werden viele Teile überstrahlt, von Glühlampen oder dem ausgeleuchteten Verkaufsstand im Hintergrund. Die Farben bringt die SLR deutlich kräftiger und natürlicher bei der herrschenden Lichtstimmung.

Als Fazit dieses keineswegs repräsentativen Vergleiches ist festzustellen, dass unter diesen Lichtverhältnissen mit der Handycam allenfalls ein Foto nach dem Motto „Ich war hier“ entstehen kann. Aber schon geringe Ansprüche an die Qualität lassen sich damit nicht erfüllen.

Als mildernder Umstand ist einzuräumen, dass natürlich die Canon eine Auflösung von 5184×3456 Pixel bietet, das Handy „nur“ 3264×2448 Pixel. Aber die Pixelzahl ist nicht alles. An der SLR kann mit Blende, Belichtungszeit, Schärfelage, ISO-Wert und etlichen weiteren Einstellungen die Aufnahme an das Motiv angepasst werden. Das sind Funktionen die die Handycam (derzeit noch?) nicht bietet. Das Spiel mit Tiefenschärfe fehlt gänzlich.

Ein solch ausdrucksstarkes Foto, wie es meiner Tochter auf dem Gipfel des Biz Boe gelungen ist, läßt sich mit einem Handy nicht realisieren.

Bild von Neomai

Zur Ehrenrettung der Handyfotografie sei aber noch angemerkt, dass bei guten Lichtverhältnissen auch das Galaxy S3 durchaus sehenswerte Bilder ablichten kann. Als Beispiel möchte ich dazu noch das Schloss Reinhardtsgrimma zeigen:

Sommerbild

 

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Etwas Mathematik...