Kammtour – Teil 2

Am nächsten früh ging es weiter auf der Kammtour in Richtung Fichtelberg. Zum Abschied in der Pension erhielt ich noch die Empfehlung, unbedingt in Johanngeorgenstadt den Platz mit dem Holzkunstwettbewerb für die Figuren der großen Pyramide aufzusuchen. Dieser freundlichen Empfehlung folge ich doch gerne. Auf einem Platz "Am Pferdegöpel" hatten Holzbildhauer am vergangenen Wochenende mannsgroße Holzfiguren geschnitzt und gesägt. Letzte Arbeiten an einzelnen Figuren waren noch im Gange. Der berühmte Bergmann war ebenso vertreten, wie ein Klöpplerin  und weitere Figuren.

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Unmittelbar neben dem Schnitzerplatz entsteht bereits die Rahmenkonstruktion dieser riesigen Weihnachtspyramide. Es soll die weltgrößte Pyramide dieser Art werden. Mit 25 Meter Höhe und einem Flügelraddurchmesser von 11 Metern ist diese wahrlich ein Gigant, zumindest im Vergleich zu meiner kleinen zweistöckigen Holzpyramide, die ja in wenigen Wochen zur Adventszeit wieder aus dem Schrank hervorgeholt wird. wink

Kammtour

Direkt neben dem Bauplatz der Pyramide wartet ein weiteres Superlativ. Denn dort steht mit den Abmessungen von 12,5 mal 25 Meter einer der größten Schwibbögen. Finanziert wird das übrigens alles vom Unternehmer Sigfrid Ott (Fox-Sportauspuffe) für seine Stadt.

Kammtour

Nach diesem weihnachtlichen Flair holt mich die Realität der Strecke wieder ein und es geht auf schmalem Pfad bergab zur Wittigsthalstraße.

Kammtour

Durch den Wald geht es nah an der tschechischen Grenze entlang nach "Halbemeile" und hinab ins Tal bei Rittersgrün.

Kammtour

Von der Karlsbader Straße zweigt nach links die Kammtour ab.

Kammtour

Angesichts dieses Weges habe ich mich entschlossen, die Fahrt zum Fichtelberg doch lieber auf der Straße zu absolvieren. Das bedeutet, dass ab hier auf rund 13,5 km 570 Höhenmeter zu überwinden sind. Dafür habe ich letztlich knapp zwei Stunden (mit Pause) benötigt. surprise

Kurz vor Tellerhäuser war dann auch kurze Erholungsrast angesagt (Nein, das Schild stand vorher schon schief! smiley) und der Blick zurück lässt den Anstieg etwas erahnen.

Kammtour Kammtour

Am Straßenrand fallen diese kleinen Wendeschleifen auf:

Kammtour

Ich vermute mal, dass das noch ein Überbleibsel aus der DDR-Zeit ist. Genau weiß ich die Zeit nicht, aber vermutlich Anfang/Mitte der 70er Jahre herrschte reger Besucherverkehr in Richtung ČSSR, Vorgänger der heutigen zwei Staaten Tschechien und Slowakei. Bedingt durch ausführliche Ausweis- und Zollkontrolle bildeten sich am Grenzübergang nach Bozi Dar lange Autoschlangen, kilometerlang. Und die PKWs stellten sich entlang der Straße von Tellerhäuser kommend an. Wer über Oberwiesenthal kam, musste dann über so eine Wendeschleife ans Ende der Schlange fahren.

Der Fichtelberg kommt näher und mit der Höhe kommt Nebel auf.

Kammtour

Und dieser Nebel verdichtet sich auf dem weiteren Weg bis zum Gipfel. So bietet sich folgende Aussicht vom Fichtelberg. Im zweiten Bild ist das Fichtelberghaus deutlich zu erkennen. frown

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Neben mir parkte ein Motorradfahrer seine Maschine und meinte dann nur: "Bei schönem Wetter kann jeder!" Da hat er wohl recht.

Kammtour

Der Anstieg zum Fichtelberg hat ziemliche Kraft gekostet, oder anders gesagt, ich bin echt geschafft. Gebe ich gerne zu. Der bisherige Weg, vor allem abseits der Straßen war für mich schon ziemlich anspruchsvoll. Wenn der Weg weiterhin so bleibt, macht die Tour für mich keine Freude und stellt auch keine Erholung dar. Und nur Straße zu fahren, fand ich auch nicht allzu prickelnd. So habe ich mich entschlossen, es bei zwei Etappen entlang der Kammtour zu lassen und lieber den Weg nach Hause zu nehmen.

Nächstgelegener Bahnhof der DB ist Cranzahl, also ging es in diese Richtung weiter. In Kretscham-Rothensehma querte meine Strecke die Linie der Fichtelbergbahn, die sich aus einiger Entfernung ankündigte. Also am Bahnhof den Fahrplan konsultiert und erfreut festgestellt, dass ich ab hier sogar noch ein Stück mit dieser Schmalspurbahn zurücklegen kann.

Kammtour

Fazit: Die Kammtour, zumindest der von mir gewählte Weg, ist wohl doch offenbar eher für Wanderer geeignet. Sicherlich gibt es besser trainierte Biker, die diese Strecke fahren können. Mir war es dann halt doch zuviel. Aber missen möchte ich diese Erfahrung keinesfalls. wink

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Etwas Mathematik...