Egerradweg – Teil 1

Nach Urlaub an der Unstrut und Erlebnis Kammtour waren ja immer noch ein paar Tage Urlaub, also kann es zur Abwechslung auch mal eine Tour sein, die eher flach verläuft. Schon längere Zeit liegt bei mir ein GPX-File des Egerradweges auf der Festplatte, fehlte nur noch etwas Detailplanung. Der Egerradweg verläuft eigentlich von der Quelle in der Nähe von Bischofsgrün in Bayern über Marktleuthen nach Tschechien. Dort geht es nach Cheb und über Loket nach Karlsbad. Die Eger führt noch weiter bis Litoměřice südlich von Dresden. Meine Tour führte in Tschechien von Cheb (Eger) nach Karlovy Vary (Karlsbad) und bringt es auf eine Länge von rund 60 km zwischen diesen beiden Städten. Möglich, dass der Egerradweg noch weiter führt, aber ich habe da bislang nicht umfassend gesucht.

Die 60 km sind eine bequeme Tagesetappe, die allerdings durch die Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln etwas begrenzt wird. Irgendwie muss ich ja früh nach Cheb und nachmittags von Karlsbad aus zurück. Und auf beiden Verbindungen fahren nicht übermäßig viele Züge. Im Prinzip ist nur die Bahn ab 8:24 Uhr brauchbar, denn nur mit dieser fährt ohne Umsteigen bis Cheb durch. Frühere Abfahrten sind möglich, wirken etwas abenteuerlich und sind im Prinzip um die gleiche Zeit in Cheb. Für die Rückfahrt gibt es Verbindungen wieder über Cheb, aber laut bahn.de sind die Züge von Karlsbad nach Cheb für die Radmitnahme reservierungspflichtig. Aber wie das funktioniert, ist mir nicht ganz klar. So blieb eigentlich nur die Bahn 15:17 Uhr ab Karlsbad, die mich dann über Sokolov und Falkenstein zurück nach Plauen bringt, mit 3,5 Stunden Fahrzeit.  surprise

Als Ticket habe ich ein EGROnet-Ticket für 16 Euro genommen, damit ist man in der Wahl der Züge im gesamten EGROnet-Gebiet relativ ungebunden und der Radtransport ist inklusive. Auf dem Weg zum Bahnhof komme ich sowieso am Ticketautomaten des Straßenbahn Plauen vorbei, wo das EGROnet-Ticket auch erworben werden kann. Allerdings staunte ich nicht schlecht, als da nur ein schmaler Streifen in der Größe eine Straßenbahnfahrscheines im Auswurf erschien, auf dem lediglich "Egronetticket 16 EUR" stand. Aber der hat sämtliche Kontrollen auch in Tschechien anstandslos bestanden.

egronet-ticket

Nach 1,5 Stunden gemütlicher Fahrt mit der Vogtlandbahn konnte es kurz vor 10:00 Uhr in Cheb am Bahnhof losgehen.

Egerradweg

Nach etwas Geschlängel durch die Stadt geht es über eine Brücke über die Eger und die Fahrt kann beginnen.

Egerradweg

Der Weg ab Eger zeigt sich in einem sehr gut ausgebauten Zustand und ist überwiegend asphaltiert und schön breit angelegt.

Egerradweg

Aber auch Tschechien besteht der Ansatz von Pollermania, denn diverse verschiedenster Bauart Sperrbauwerke sind allerorten anzutreffen.

Egerradweg

Nach reichlich 4 km radelt man an diesem "Verkehrsknotenpunkt" vorbei. Hier treffen sich der Egerradweg, eine Bahnlinie und die Autobahn 21 (E48/E49).

Egerradweg

Das schrieb ich ja bereits, sehr gut ausgebaut, breiter Weg und Sperrbauwerke…

Egerradweg

Das tschechische Radwegenetz ist bekannt für seine sehr gute Beschilderung, ein entsprechendes Kartenwerk oder Ortskenntnisse sollte man aber haben. Interessanterweise wird auch das Ende von ausgeschilderten Radwegen ausgewiesen!

Egerradweg

Im Laufe des gesamten Strecke wird die Eger mehrmals überquert, immer wieder verbunden mit schönen Aussichten auf den Fluss.

Egerradweg

Der Angler im Bild konnte just zu diesem Zeitpunkt einen Fang aus der Eger ziehen. Art und Größe des Fanges kann ich nicht beurteilen, dafür war die Entfernung doch zu groß. Gleich nach der Bücke befindet sich links am Wegesrand die Kapelle der heiligen Maria Magdalena von Wogau/Vokov. Die Festung Wogau wurde erstmals 1261 urkundlich erwähnt, der Markwart von Wogau bereits 1216. Die Kapelle wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet und ist in ihrer ursprünglichen Form erhalten.

Egerradweg

Die Egerbrücke bei Mostov weist zwei sehr originelle Sperrbauwerke auf. surprise

Egerradweg Egerradweg

Kommt man beim zweiten noch unter der Querstange durch, so muss bei ersteren ziemlich genau gefahren werden. Die Farbabschürfungen links und rechts sprechen Bände. Lenker und diverse Finger dürften auch einiges abbekommen haben.

Egerradweg

Kurz darauf folgt die nächste Variante einer Wegeseinschränkung bevor es entlang des schönen baumgesäumten Weges geht.

Egerradweg

Bei Königsberg/Kynšperk wartet nach 18 km die nächste Brücke auf den Radler. Hier ist es eine alte Holzbrücke.

Egerradweg Egerradweg

Diese Brücke wurde anstelle einer im 2. Weltkrieg zerstörten Betonbrücke gebaut. Entstanden ist diese reichlich 60 m lange Brücke im Jahr 1950 und ist heute als technisches Denkmal eingestuft.

In Citice wechselt der Radweg wieder von der linken auf die rechte Seite der Eger, dazu fährt man allerdings zunächst unter der Brücke durch.  Danach geht es weiter in Richtung Sokolov, das entlang des baumbestandenen Uferwegs erreicht wird. (Die unansehnliche Fernwärmeleitung rechts des Weges habe ich im Foto weitestgehend abgeschnitten. wink ).

Egerradweg

Der Rest der Strecke von Sokolov nach Karlsbad wird im Teil 2 beschrieben.

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3 Gedanken zu „Egerradweg – Teil 1“

  1. Wo finde ich den Teil 2 des Egerradweges von Sokolov nach Karlovy Vary? Können Sie mir bitte weiterhelfen?

  2. Hinweis zum Egro-Net-Ticket:
    aktueller Preis in D = 18 €. Kauft man die Fahrkarte in Tschechien, kostet das gleiche Angebot (in Kronen zu zahlen) umgerechnet 8 €.

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Etwas Mathematik...