Klaus-Neukirchner-Runde

Klaus Neukirchner? Noch nie gehört. Nach ihm ist eine Mountainbike-Radtour rund um Zwönitz im Erzgebirge benannt, wie in einer kleinen Pressenotiz zu lesen war. Weitere Einzelheiten dazu sind auf der Webseite der Zwönitztal Radtour nachzulesen. Klaus Neukirchner ist seit 2009 verantwortlich für die Strecken der Zwönitztal-Radtour, einem jährlich stattfindenden Radevent mit Lauf- und Radstrecken im Gebiet von Zwönitz im Erzgebirge. Im August 2014 wurde Klaus Neukirchner 70 Jahre alt und ihm zu Ehren wurde diese Strecke geplant und realisiert. Auf der Webseite wird neben einer Streckenkarte auch eine GPX-Datei angeboten. Damit stand einer Tour beim schönen Herbstwetter am letzten Oktobertag nichts im Wege.

Empfohlener Startpunkt ist der Bahnhof in Zwönitz, für die Anreise per PKW stehen dort auch einige Parkplätze zur Verfügung. Natürlich kann man auch mit der Bahn von Chemnitz aus anreisen.

Klaus-Neukirchner-Runde

Der Beginn und Hinweise zur Ausschilderung des Weges sind unmittelbar am Bahnhof vorhanden und eigentlich nicht zu übersehen!

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Die gesamte Strecke ist mit diesen Symbolen in ausgezeichneter Weise markiert, allenfalls die Richtungspfeile auf den kleinen quadratischen Tafeln könnten etwas größer sein. Es wird empfohlen, die Strecke in der angegebenen Richtung zu befahren.

Naja, es kann ja kaum anders sein, nach 1,3 km kommt eine Baustelle. frown

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Nach 5 km ist der erste spürbare Anstieg geschafft, die Gaststätte Moosheide erreicht. Hier befindet sich ein alter Meilenstein mit Angaben zu Schwarzenberg und Stollberg.

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Dieser alte Meilenstein sieht allerdings besser aus als die Wandertafel unmittelbar daneben.

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Der Weg führt auf wenig befahrenen Straßen, aber auch über Waldwege durch die Gegend um Zwönitz. Die Waldwege machen überwiegend einen sehr gut gepflegten Eindruck.

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Der Weg führt an die Quelle der Zwönitz, wobei es keine eigentliche Quelle des Flusses gibt, sondern ein Quellgebiet mit über 100 kleinen Quellen. Daher denke ich, dass diese Quellfassung eher symbolisch gedacht ist.

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Von der Quelle aus geht es wieder leicht bergan in Richtung Fernsehturm Geyer, vorbei am Ort der Königstanne.

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Die Infotafel hier berichtet, dass König Johann sich im Juni 1864 sich ein Bild von einem verheerenden Stadtbrand in Zwönitz gemacht hat. An diesem Ort traf sich der König mit einer Abordnung der Stadt Zwönitz und pflanzte eine Tanne, vom Volksmund "Königstanne" genannt. Nach fast 100 Jahren wurden an der Tanne Schäden festgestellt, die Tanne drohte zu verdorren. 1956 oder 1957 wurde die Tanne gefällt. Auch die Gedenktafel, die an den Königsbesuch erinnerte geriet in Vergessenheit. 1994 gelang es der Stadtverwaltung Zwönitz, den Stein wieder ausfindig zu machen. Und so hat die Gedenktafel hier wieder ihren Platz gefunden.

Von hier sind es nur rund 500 Meter bis zum Fernsehturm Geyer, der 192 Meter hoch ist und bereits 1973 errichtet wurde.

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Weiter geht es durch den Geyerschen Wald zum "Wilden Mann". Dieser steht allerdings nicht direkt an der Strecke, sondern in etwa 50 Meter Entfernung.

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"Wilder Mann" ist eine Bezeichnung aus dem Bergbau und beschreibt Fundorte, die wegen Wassereinbruchs oder anderen Hindernissen nicht abgebaut werden konnten. Im 19. Jahrhundert wurde hier erstmalig ein solches Wahrzeichen errichtet. Witterungseinflüsse zerstören die Figuren immer wieder, so dass der jetzige Wilde Mann der siebente seiner Art ist.

Nach rund einem Kilometer weiterer Wegstrecke ist die Mordbrücke erreicht, an der ein kleiner Rastplatz zum Verweilen einlädt.

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Eine Infotafel berichtet hier zur Mordbrücke, über die eine der ältesten Straßen der Region führt. Erstmalig wird die "murtt brücken des geyrischen walds" am 27.03.1552 in einem Zwönitzer Geschichtsbuch erwähnt. Zum Mord selbst ist allerdings nichts bekannt.

Von der Mordbrücke führt eine rund 4,5 km lange Abfahrt in Richtung Zwönitz/Dorfchemnitz. Allerdings geht es gleich nach Dorfchemnitz auch wieder bergauf. 80 Meter Höhengewinn gestatten einen schönen Blick auf das Dörfchen.

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Noch ein kleines Stücken bergan wird der Aussichtspunkt Fichtelbergblick erreicht. Aber irgendwie ist mir ein klarer Fichtelberg nicht vergönnt, denn wieder einmal hüllt er sich in Wolken. Zumindest denke ich, dass ich in die richtige Richtung fotografiert habe… wink

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Blickte man hier zum Fichtelberg, so wird knapp 5 km später die Erzgebirgs-Nordrandstufe erreicht.

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Von hier aus breitet sich das Erzgebirgsbecken im Bereich der Städte Chemnitz-Zwickau aus, wobei neuerdings wohl auch das Gebiet um Werdau und Crimmitschau, das obere Pleißeland, zum Becken gehören.

Nach etwa 1,5 km weiterer Strecke kommt man an das "Albrechtsloch", das sich links der Strecke befindet.

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Das "Albrechtsloch" ist Bestandteil des Wanderpfades "Historische Schieferbrüche", auch als Schieferlehrpfad bezeichnet. Der hier befindliche Schieferbruch hatte um 1850 den intensivsten Abbau und eine Größe von 5000 Quadratellen mit bis zu 30 Ellen Tiefe erreicht. 1857 ereignete sich ein Felssturz und verschütte 6 Arbeiter, von denen nur einer gerettet werden konnte.30 Ellen Tiefe entsprechen 17 Meter und die 5000 Quadratellen sind etwa 1620 Quadratmeter. Wenn ich als Elle die 1858 vorgeschriebene Dresdener Elle mit 0,56638 Metern ansetze und ich mich nicht verrechnet habe. wink
Dem Lehrpfad folgt die Klaus-Neukirchner-Runde ab hier auf einer Länge von etwas über 2 km bis zur Gaststätte Jägerhaus. Am Jägerhaus wartet der nächste kleine Anstieg bis zur "Alten Stollberger Bahn". Ab hier geht es dann gemächlich abwärts in Richtung Bahnhof Zwönitz. Das Städtchen selbst ist schon von der alten Bahnlinie aus zu sehen.

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Bevor die Strecke letztlich ins Gewerbegebiet am Bahnhof führt, befindet sich rechts der Strecke der Richterbusch, Open Street Map bezeichnet es auch als Richterbüschel. Der Richterbusch ist ein kleines angestautes Gewässer.

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Vielleicht ist das hier noch eine gute Gelegenheit für eine kurze Rast bevor die Runde am Bahnhof geschlossen wird.

  Fazit:

+ Ausgezeichnet ausgeschilderte Strecke
landschaftlich sehr schöne Tour
tolles Geburtstagsgeschenk für Klaus Neukirchner
Bahnanbindung von Chemnitz aus nur aller zwei Stunden

 

Streckendaten (nach GPS-Track-Analyse.NET)
Länge:  38,0 km
Gesamtanstieg  783 Meter
reine Fahrzeit:  3:20 h:min
Durchschnittsgeschwindigkeit:  11,6 km/h

Die Strecke auf GPSies.com

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