Der lange Weg zum Elsterradweg | Splitter 48

Auf der Tagesordnung des Kreisausschusses des Vogtlandkreises stand letztens eine Vorlage zum Thema Bau des Elsterradweges, betreffend den Abschnitt  Rebersreuth – Eichigt. Das ist der seit 2013 durch Klage seitens der Grünen Liga gestoppte Bauabschnitt.

Zur Diskussion im Ausschuss stand nunmehr eine "Teilvertragskündigung". Das Los 5 der gesamten Bauarbeiten betraf den genannten vollständigen Abschnitt, auf dem Teil Rebersreuth bis "Naturschutzzentrum Grünes Band" ist der Bau aber erst mit genehmigter Planfeststellung und damit verbundener Umweltverträglichkeitsprüfung möglich. Die Unterlagen zur Planfestellung seien in Arbeit, wurde im Ausschuss dargelegt, und würden voraussichtlich im Frühsommer zur Genehmigung eingereicht.

Damit stünde auch fest, dass der Bau in absehbarer Zeit nicht fortgeführt wird, auf keinen Fall mehr innerhalb des Jahres 2015. Und bis Ende 2015 läuft die Förderperiode des Förderprogramms Ziel3, aus dem der Bau des Elsterradweges finanziert wird.

Das Landratsamt spricht also für diesen Abschnitt eine Teilvertragskündigung aus. Der zweite Teil dieses Bauloses von der Lochbachbrücke bis Eichigt wird ja bereits realisiert. Zumindest Mitte Dezember waren umfangreiche Bauarbeiten festzustellen. Ob inzwischen die Asphaltdecke aufgebracht ist, kann ich im Moment nicht sagen.

Elsterradweg Bau

Auf Nachfragen der Kreisräte wurde außerdem erläutert, dass die Baufirma in diesem Fall einen Schadenanspruch geltend machen kann. Dieser wird auf etwa 10% der Bausumme geschätzt, was immerhin einen Betrag von bis zu 100.000 Euro bedeuten kann. Allerdings ist zunächst überhaupt ein Schaden seitens der Baufirma geltend zu machen und auch nachzuweisen.

Kreisrat Hansjoachim Weiß wollte noch wissen, wie es denn mit dem Ausbau weitergeht. Die Verwaltung gibt dazu die Auskunft, dass die Planfeststellung zum vorgesehenen Verlauf des Elsterradweges eine Eingriffsminimierung (vermutlich  im Bereich des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes – Anm. des Autors) vorsieht, sprich die Breite des Weges wird verringert. Und der Bau wird realisiert, nur ist derzeit völlig offen, wann das sein wird.

Für den Abschnitt Bad Elster/B92 bis Adorf wird nach Aussage im Kreisausschuss derzeit die Genehmigung seitens der zuständigen Behörde erarbeitet. Zum Zeitpunkt, wann diese vorliegen wird, gibt es keine Aussage.

Kommentar

Zwei Jahre dauert es, um vom Baustopp bis zu einreichungsfähigen Unterlagen zu kommen. Nur zur Erinnerung, es geht um den Bau eines Radweges, weitestgehend unmittelbar neben einer Bahnlinie. Demgegenüber beispielsweise soll das umstrittene "Fracking" zur unkonventionellen Gewinnung fossiler Energieträger nicht per se den Regelungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung unterfallen. [Quelle]

Ach ja, und da war doch noch das Mitglied des Landtages Michael Weichert, der sich für das Projekt Elsterradweg einsetzen wollte. Gehört habe ich da nichts mehr. Nicht mal auf eine direkte Nachfrage per Kontaktformular am 22.09.2014. Da werde ich wohl doch noch mal nachbohren müssen. frown

Letztlich zeigen die Geschehnisse, dass nach meiner Meinung eine weite Kluft zwischen der Schönrednerei in Bundes- und Landespolitik bezüglich diverser Vorteile des Radfahrens und der tatsächlichen Unterstützung finanzieller und gesetzlicher Art für die ausführenden Kommunen herrscht.

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Ein Gedanke zu „Der lange Weg zum Elsterradweg | Splitter 48“

  1. Was ich nicht verstehe ist, dass sich ausgerechnet die Grünen Liga gegen ein Radweg stemmt. Und jetzt wird alles einfach nur teurer. Das erinnert ein bisschen an die Waldschlößchenbrücke in Dresden.

    VG – Pit

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Etwas Mathematik...