Radklima 2014 in Plauen

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2014 wurden veröffentlicht. Detailliert kann in 27 Bewertungspunkten verglichen werden, wo Plauen im bundes- und Sachsenweiten Vergleich landet. Erster Eindruck: Mehr Schatten, als Licht.

Verglichen werden in den Ergebnislisten jeweils Städte gleicher Größenordnung, Plauen fällt in die Kategorie der Städte von 50.000 bis 100.000 Einwohner. 100 Städte haben hier bundesweit die nötige Anzahl beantworteter Fragebögen erreicht. Plauen landet dabei auf Platz 72. Ähnlich einer Schulnotenwertung wird Plauen mit 4,01 eingestuft. Den Spitzenplatz belegt hier Bocholt mit einer 2,04.

In Sachsen landet Plauen auf Platz 2, aber hier sind auch nur drei Städte in der vergleichbaren Wertung. Görlitz erreicht mit einer Note von 2,79 den ersten Platz, Zwickau wird mit 4,39 etwas radunfreundlicher als Plauen eingeschätzt. Im sächsischen Vergleich kann Plauen dabei an einigen Stellen schon punkten. Oberfläche der Radwege, Radmitnahme im ÖPNV und Wegweisung für Radfahrer werden vergleichsweise positiv eingeschätzt. Als negativ fallen Wertungen bei "Alle fahren Fahrrad", Ampelschaltungen für Radfahrer, Konflikte mit Fußgängern, Hindernisse auf Radwegen, fahren im Mischverkehr und Einbahnstraßenregelung für Radfahrer auf.

Einige Anmerkungen von mir zu den einzelnen Punkten:

Radmitnahme im ÖPNV: Das ist sowohl in Bahn als auch Bus ohne Weiteres möglich, verständlicherweise haben insbesondere im Bus Kinderwagen und Rollstuhlfahrer Vorrang. Die Mitnahme ist im Gebiet des Verkehrsverbundes RWNetz PlauenVogtland in der Bahn kostenfrei. Die geringe Anzahl an Stellplätzen in der Bahn kann schnell ein begrenzender Faktor werden. Auf den Schiffen der Talsperre Pöhl ist die Radmitnahme nicht vorgesehen.

Wegweisung für Radfahrer: In Plauen gibt an sich ein sehr gut ausgebautes und dem Standard entsprechendes Wegweisungssystem. An sich ist das auch kaum zu übersehen, die Stadt könnte dafür allerdings etwas mehr Werbung betreiben.

Alle fahren Fahrrad: Plauen ist natürlich mit seiner hügeligen Landschaft etwas im Nachteil. Die vorderen Plätze werden auch von Städten belegt, die nicht im Mittelgebirge angesiedelt sind. Dennoch nimmt meinem Gefühl nach zu urteilen die Zahl der Radler in Plauen zu. Nicht zuletzt unterstützen E-Bikes diesen Trend.

Ampelschaltungen für Radfahrer: Diese möchte ich eigentlich als "nicht existent" bezeichnen. Abgesehen von einigen Fußgängerampeln, die auch für Radfahrer grünes Licht geben, kenne ich keine extra für Radler installierte Ampel in Plauen.

Fahren im Mischverkehr: Ebenso wie an Ampeln reihen sich Radler überwiegend in den normalen Verkehr ein, die wenigen ausgewiesenen Radwege können das nicht entschärfen. Und die gemeinsame Nutzung von Fußwegen mit Fußgängern führt zu den genannten Konflikten mit Fußgängern. Das Thema hatte ich hier (allerdings sogar ohne Fußgänger) schon einmal  illustriert.

Einbahnstraßenregelung für Radfahrer: Einbahnstraßen können (vermutlich unter bestimmten Voraussetzungen, wie Straßenbreite und Verkehrsdichte) für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung zugelassen werden. In Plauen sind mir hier nur ganz wenige Beispiele bekannt. Offenbar würden es viele Teilnehmer an der Befragung begrüßen, wenn davon in Plauen häufiger Gebrauch gemacht wird.

Zusammengefasst ist festzustellen, dass in Plauen insbesondere die Sicherheit beim Radfahren und der Stellenwert des Radverkehrs in der Kritik stehen. Diese Befragung beruht auf rein subjektiven Einschätzungen von Radfahrern, das sollte bei der Wertung beachtet werden. Ein deutliches Signal in Richtung der Verantwortlichen ist es allemal.

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