Erlebnis E-Bike

Letztens weilte ich für eine Urlaubswoche wieder einmal im Allgäu, im Bereich um Oberstdorf. Da meine Begleiter, Tochter und ihr Freund, nicht unbedingt die großen Radler sind, stand eher Bergwandern auf dem Programm. Allerdings hatten wir uns auch vorgenommen, eine Bergtour mit dem E-Bike zu absolvieren. Ziel war die Käseralpe. Diese hatte ich bereits letztes Jahr besucht, mit meinem MTB ohne Elektrounterstützung. Ich wusste also, was auf uns zukommt. Wie wird sich das mit einem E-Bike bewältigen lassen?

Verleihstationen sind in Oberstdorf etliche zu finden, unsere Wahl fiel auf des E-Bike Verleihcenter Allgäu am Bahnhofsplatz. Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine Vorbestellung, denn offenbar sind E-Bikes sehr gefragt. Auf Grund unserer Zielangabe reservierte die Inhaberin Dr. Monika Echtermeyer auch gleich 3 E-MTBs für den nächsten Tag, da sich die eher als Tourenrad einzustufenden Bikes von Kalkhoff und Flyer für die Strecke weniger eignen würden. Also konnten wir am nächsten Tag drei MTB von Focus in Empfang nehmen.

E-Biken Allgäu

Die Räder sind ausgestattet mit einem Mittelmotor vom Typ impulse 2.0 von Derby Cycle.

E-Biken Allgäu

Die Bikes reagieren beim Tritt in die Pedale recht zügig, darauf muss man sich natürlich einstellen. Auf eher flachen Strecken genügt die Unterstützungsstufe "eco" vollkommen und so stand einem recht gemütlichen Cruisen im Oytal in Richtung Käseralpe nichts im Wege.

E-Biken Allgäu

Die Infozentrale zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, die Unterstützungsstufe, Gesamt- und Tageskilometer und ganz wichtig: die Akkuladung.

E-Biken Allgäu

Oberhalb des Berggasthofes Oytalhaus gab es eine Begegnung mit einem Pferd. Dieses war der Meinung, dass wir jetzt lang genug sein Fohlen beguckt haben und stubste uns vorsichtig von dannen.

E-Biken Allgäu

Ein Stück nach dem Oytalhaus geht es dann merklich bergan, aber mit etwas mehr Unterstützung aus dem Elektromotor ist das kein Problem.

E-Biken Allgäu

Voraus grüßt schon der Dunst des Stuibenfalls, dort wartet dann der richtige Anstieg.

E-Biken Allgäu E-Biken Allgäu

Der Blick zurück ins Tal zeigt dann, welch Höhenunterschied auf der doch kurzen Strecke zu überwinden war. Aber auch ein E-Bike fährt nicht ohne jegliche Kraftanstrengung. Selbst mit der maximalen Unterstützungsstufe muss man noch ordentlich in die Pedale treten.

Eine ordentliche Brotzeit hatten wir uns bei Ankunft an der Käseralpe redlich verdient!

E-Biken Allgäu E-Biken Allgäu

Aber wie das bei Radtouren meistens ist, alles was man bergauf fährt, fährt man auch wieder bergab (und umgekehrt). Hier ist der Motor samt Akku eher eine Belastung, denn diese zusätzliche Masse ist ebenfalls abzubremsen. Die Scheibenbremsen von Shimano haben das gut bewältigt, zumal wir ja nicht als Downhiller unterwegs waren.

E-Biken Allgäu

Auf unserer anschließenden Fahrt auf das Nebelhorn (mit der Bergbahn!) konnten wir uns den ersten Streckenteil unserer Tour noch einmal aus der Luft ansehen.

E-Biken Allgäu

Fazit:

Mit einem E-MTB in die Berge zu radeln macht durchaus Spaß, die Anstiege lassen sich viel leichter nehmen. Der Akku hat diese Strecke bequem mitgemacht, am Ende war noch deutlich über 50% Restladung. Wer also gern mit dem Bike unterwegs ist, aber im Allgäu (oder anderen bergigen Gegenden) sich von den Bergen an der Erkundung abhalten lässt, hat mit dem E-Bike, egal ob geliehen oder ein eigenes, die Gelegenheit auch steile Anstiege ohne Absteigen zu meistern.Meine Tochter meinte dazu, dass sie mit einem "normalen" MTB dann beim Oytalhaus pausiert und auf meine Rückkehr von der Käseralpe gewartet hätte. Ohne E-Antrieb da rauf, nein danke. wink

E-Bike, ja oder nein?

Ich habe schon einige Diskussionen miterlebt, die sich um diese Frage drehten. Da gibt es auch die Meinung "E-Bike, also das geht ja gar nicht und am MTB erst recht nicht." Auf der anderen Seite sind Radler, die ihr E-Bike nicht mehr missen möchten. Zunächst ist diese Technologie weiter gereift, im Vergleich zu den ersten Modellen diverser Hersteller. Leistung, Akkukapazität, Sensorik und Steuerung haben deutliche Entwicklungssprünge vollzogen. E-Bikes sind auch preislich im Massenmarkt angekommen und diverse Radtypen sind mit Elektrounterstützung zu haben.

Ob nun ein Radler auf E-Antrieb umsteigt, ist und bleibt die Entscheidung jedes Einzelnen. Wer es nicht mag, strampelt weiter mit vollem Krafteinsatz in die Berge, auch das ist in Ordnung.

Wenn ich mir die radelnden Besucher an der Käseralpe anschaue, dann werden die wenigsten E-MTBler diesen Weg auch ohne Unterstützung fahren. Ein befreundeter Radler meinte zu mir einmal, dass es diese Technik erst möglich macht, dass sich Radfahrer völlig neue Gebiete mit dem Bike erschließen. Hier im Vogtland fährt man relativ flach (nur) im Elstertal auf dem Elsterradweg und dann? Links und rechts geht es bergauf. Mit einem E-Bike geht es eben dann auch nach Schöneck oder ins Burgsteingebiet.

Für mich selbst steht ein E-MTB derzeit nicht zur Debatte. Noch lassen Knochen und Gelenke die Touren mit dem "klassischen" MTB zu. Aber was ist in einigen Jahren? Dann könnte ich mir das als Alternative vorstellen, um weiter mit dem Bike draußen unterwegs zu sein.

Als kleines Erlebnis zwischendurch ist es auf jeden Fall eine Empfehlung.

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