Oder-Neiße-Radweg 2016 – Teil 3

Ich darf also von Frankfurt erneut in Richtung Lossow starten. Am Hotel war ein Ehepaar ebenfalls damit beschäftigt, die Räder für die Tour fertig zu machen. Gesprächsergebnis ist: die Welt ist ein Dorf. Ein Fachkollege der Frau ist ein mir gut bekannter Kreisrat, mit dem ich schon oft gemeinsam in Beratungen unserer früheren Behördenleiterrunde diskutiert habe. Und ein schönes Detail am Rande, besser gesagt am Lenker der Radlerin:

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Also geht es jetzt zum dritten Mal den Buschmühlenweg entlang und danach erneut die Steigung nach Lossow hinauf.

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Es gibt an der stellenweise unübersichtlichen Straße keinen Radweg, dafür Leitplanken. Um Kraftfahrer auf die Radler aufmerksam zu machen sind erfreulicherweise große „Vorsicht Radfahrer“ auf die Straße gemalt. Ob’s was bringt? Keine Ahnung, da ja der Buschmühlenweg als Zufahrt Richtung Frankfurt/Oder Baustelle war, hielt sich der Verkehr sehr in Grenzen.

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In Lossow befindet sich am Ortsrand in Richtung Oder das Bodendenkmal „Lossower Burgwall“. Ich bin extra die Strecke in Richtung des Burgwalls geradelt, eine Infotafel habe ich auch gefunden, aber den Burgall konnte ich leider nicht erkennen.

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Die Wikipedia hilft mir hier weiter, denn das ist der Burgwall:

Burgwall Lossow 03936.JPG
Von Sebastian Wallroth, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29143188

Und an der Infotafel habe ich gestanden… 🙄

Wieder an der Oder geht es am Deich entlang, kilometerlang. Da wird selbst eine kleine Kurve zur aufregenden Abwechslung.

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Kurz vor Eisenhüttenstadt geht es an den Ruinen des Kraftwerks Vogelsang – Wernerwerk vorbei. Mit dem hier gemachten Foto musste ich unbedingt mal eine kleine Spielerei meiner Kamera ausprobieren. Im Ergebnis wirkt das noch düsterer, als es ohnehin schon ist.

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Und ich möchte gar nicht wissen, warum die Bäume da abgestorben sind… 😐

In Eisenhüttenstadt, besser gesagt im ursprünglichen Stadtteil Fürstenberg, war eine Kaffeepause angesagt. Bollwerk Nr. 4 klingt gut und ein originelles Werbeschild trägt ebenfalls dazu bei, Platz zu nehmen. Die Neugier ist einfach zu groß.

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Und so sieht die Sorte Dattel-Granatapfel aus:

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Im ersten Moment etwas sehr süß, macht die Limonade einen recht erfrischenden Eindruck. Ja, kann man mal mit trinken.

Und weiter geht es entlang des Oder-Neiße-Radwegs, wobei sich das Wetter nicht mehr ganz so freundlich zeigte. Ein kleines Stück südlich von Eisenhüttenstadt liegt etwas abseits vom Radweg das Kloster Neuzelle. Ich kann die mir gegebene Empfehlung nur weiterreichen, der Umweg von rund 3 km (eine Strecke) lohnt sich auf jeden Fall. Neben dem Barockgarten sind auf jeden Fall die katholische Stiftskirche St. Marien und die evangelische Pfarrkirche einen Besuch wert.

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An einer Einmündung des Radwegs musste ich Keramikscherben ausweichen und dachte mir, na toll, irgendjemand wirft hier Tassen und Teller durch die Gegend und einen Platten brauche ich jetzt nicht. Als aber immer wieder solche Scherben auf dem Weg lagen, musste ich mir das genauer ansehen. Naja, etwas in Richtung Keramik geht das schon, denn das sind aufgebrochene Muschelgehäuse, vermutlich von Vögeln verspeist.

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Etwas unspektakulär und auch kaum zu sehen: die Neißemündung. Der Radweg war an dieser Stelle gesperrt, so dass nur ein Blick von Höhe des Pegelhauses möglich war.

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Die Neiße selbst bekommt man erst etwa 2 km nach der Mündung mal zu sehen.

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Und damit ist nach 70 km Fahrt  Guben auch schon erreicht. Zunächst geht es an alten Hafenanlagen vorbei.

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Von der Grenzbrücke Guben-Gubin kann man zurück auf den Park Teatralny blicken, der auf polnischem Gebiet liegt.

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Quartier hatte ich in der „Pension zur Neiße“ genommen, direkt am Neißeufer, wenige Meter vom Park Teatralny entfernt. Auf Empfehlung der Pensionswirtin bin ich zum Abendessen nach Gubin auf die polnische Seite gelaufen und habe im Restaurant Tercet Beefsteak in Rokpol gegessen. Wenn schon, dann soll es was landestypisches sein. Das entpuppte sich als Steak in Schimmelkäse. Hat prima geschmeckt.

Am nächsten Tag geht es dann von Guben nach Bad Muskau.

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Etwas Mathematik...