Oder-Neiße-Radweg 2016 – Teil 6

In Görlitz ist Start zur vorerst letzten Etappe auf dem Oder-Neiße-Radweg. Es ist Regen angekündigt und der Himmel will der Wettervorhersage offenbar nicht widersprechen. Ich mache mich trotzdem auf den Weg. An der Stadthalle am Görlitzer Stadtpark sind Gerüste aufgestellt.

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Vom Görlitzer Hauptbahnhof führt eine Verbindung zum polnischen Ort Zgorzelec, die Bahnlinie führt über die Neißebrücke an der Obermühle.

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Knapp 4 km bin ich in Richtung Zittau unterwegs, als der Regen nun tatsächlich einsetzt. Hätte ja noch ein bissel warten können… Den Blick zur Landeskrone kann ich so schon im Regen genießen. 😕

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Bei Hagenwerder will ich mir den Bagger 1452 ansehen. Allerdings war meine Idee, bereits an der Friedensstraße auf einen Weg jenseits der Bahnlinie Görlitz-Zittau zu wechseln wenig sinnvoll. Zunächst stand ich am geschlossenen Bahnübergang.

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Und danach wollte auch der Gegenzug noch durch. Und als ob das nicht reicht, entpuppt sich der Weg als kaum befahrbarer Trampelpfad. Also doch mal fix die 500 Meter auf der B99 fahren. Am Kreisverkehr Berzdorfer Straße war ich dann endlich richtig und konnte den Schaufelradbagger in voller Größe bewundern.

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Vom Bagger geht es zurück zum Neiße-Radweg, den ich für ein kurzes Stück Ausflug zum Bagger verlassen hatte. Am Gewerbegebiet Hagenwerder verkündet eine Infotafel, dass hier der Rad- und Wanderweg an der Neiße von Hirschfelde (das ist Nähe Zittau) nach Görlitz entsteht.

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Entweder ist mir was entgangen, ich bin falsch gefahren oder das Schild steht schon sehr lange Zeit dort. Denn einen gut ausgebauten Weg habe ich nicht in Erinnerung und der vorhandene Weg sieht schon mächtig mitgenommen aus. Dazu passt auch die doch eher seltsame Ausschilderung des Radweges. Wohin geht’s denn nun an diesem Wegweiser?

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In Ostritz konnte das Regenwetter nicht vom Markttag abhalten, das Rathaus versteckt sich so leider etwas hinter Fahrzeugen.

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Südlich von Ostritz führt der Oder-Neiße-Radweg zum Kloster St. Marienthal, eine Zisterzienserinnenabtei. Die Gründung des Klosters geht zurück ins Jahr 1234, die heutige Bausubstanz entstand im Wesentlichen nach einem Großbrand Ende des 17. Jahrhunderts. An der Einfahrt Klosterstraße hatte ich allerdings wieder einmal mit fehlenden Wegweisern zu kämpfen, das GPX-File in meinem Navi leitete mich den Weg Stationsberg hinauf, so dass ich nach einem kurzen Wegstück bergauf das Kloster von oben  sehen konnte.

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Allerdings war ich da schon das zweite Mal auf dem falschen Weg, denn den kleinen Weinbergweg, der mich zurück zur Neiße brachte, hatte ich glatt übersehen. Zumal ich ohnehin laut Beschreibung in der ADAC-Radwanderkarte annehme, dass der Oder-Neiße-Radweg direkt durch das Gelände des Klosters führt. Das Geoportal des Landkreises Görlitz zeigt den Verlauf ebenfalls durch das Kloster.

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Vom Kloster bis Hirschfelde geht es entlang der Neiße durch ein schönes Waldgebiet, die Neiße hat sich ein sehenswertes Tal in die Landschaft geschnitten und der Radweg ist hier wirklich mal gut ausgebaut. Die Bahnlinie Görlitz-Zittau kürzt die Flußwindungen etwas ab und führt über mehrere Neißebrücken.

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Ab Hirschfelde führt der Oder-Neiße-Radweg direkt auf einem neu gebauten Radweg parallel an der B99 entlang. Das ist zwar nicht unbedingt die schönste Strecke, wenn man entlang einer Bundesstraße radelt, aber bei dem Regen war ich eigentlich auch etwas froh darüber. Glatter Weg und einfach dahinradeln…

Pustekuchen! Gleich hinter Hirschfelde eine Baustelle, die aber zum Glück mit etwas Vorsicht gleich über die Bundesstraße bewältigt werden kann.

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Ich habe das Objektiv schon gar nicht mehr so trocken bekommen, dass noch klare Bilder entstehen, Entschuldigung. Aber ab der Baustelle geht es über den neuen Radweg einfach nach Zittau.

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Leider nicht. Denn 1,3 km nach Hirschfelde war Schluss damit und es ging eine Umleitung über Drausendorf entlang, zum Teil über unbefestigte Wege, aufgeweicht vom vielen Regen. Auf dieser Etappe kam wirklich alles zusammen.

Völlig durchgeweicht bin ich geradewegs zum Bahnhof in Zittau geradelt. Rund 4 Stunden im Regen halten meine Regenklamotten auch nicht durch, aber die Packtaschen sind innen trocken geblieben! Eine Bahn sollte auch schon in 30 Minuten fahren, also noch schnell ein Ticket besorgt und eine Tageszeitung zum Trocknen der Schuhe und ab in den Zug. Dort konnte ich dann wenigstens in trockene Kleidung wechseln.

Schade, dass das so ein verwässertes Ende nahm, denn eigentlich wollte ich bis ins Dreiländereck und ins tschechische Hrádek. Für den nächsten Tag war noch ein Besuch in Oybin geplant. Aber das kann ich auch an einem verlängerten Wochenende alles noch besuchen.

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