Elektronische Fahrkarte

Der Verkehrsminister plant eine einheitliche elektronische Fahrkarte. Zumindest werden entsprechende Projekte mit 16 Mio Euro gefördert. Ziel ist ein einheitliches elektronisches Ticketsystem mit Smartphone-App oder elektronischer Chipkarte.

Da habe ich doch glatt meine fast vergessene Vogtlandcard mobil rausgekramt.

Vogtlandcard mobil

Diese habe ich 2006 erworben, wenn ich mich recht erinnere. Allerdings war diese erforderlich, um Tickets per Mobiltelefon zu erwerben. Per Telefon, nicht Smartphone. Etwas umständlich, man musste sich online Favoriten hinterlegen, die dann mit einer Telefonnummer verknüpft waren. Rief man diese Telefonnummer an, wurde das hinterlegte Ticket gebucht und per SMS aufs Handy geschickt. Das ging also auch mit einem Nokia 3310. Der ÖPNV Vogtland war bezüglich der Einführung elektronischer Tickets im Nahverkehr durchaus einer der Wegbereiter. Inzwischen hat sich das zum „HandyTicket Deutschland“ weiterentwickelt.

Und bei der Deutschen Bahn kann mit der Bahn-App auch das Ticket online geordert, gekauft und gespeichert werden. 

Beides ist natürlich durchaus nützlich, hat aber eben auch seine Macken. Beispiel HandyTicket: In Chemnitz wollte ich damit ein Straßenbahnticket kaufen. Also Regionsauswahl, Region ändern, Ticket wählen, PIN eingeben…PIN? Ich bin doch in der App eingeloggt, wieso jetzt noch mal die PIN? Tja, die hatte ich leider nicht im Kopf. 

Im Regionalverkehr ist man meist nur kurze Strecken unterwegs, also tritt die Sorge, dass der Akku leer wird, nicht auf. Aber bei einem Tagesticket oder einer langen Fahrt mit der DB kann das mit dem Akku schon mal knapp werden. Und dann beginnt die hoffentlich erfolgreiche Suche nach einer Steckdose und das Netzteil ist auch mit im Reisegepäck…. 

Was ist eigentlich bei Handy leer? Schwarzfahrer? 

Beim Handyticket heißt es, dass der Kontrolleur, sofern er die entsprechende Technik hat, die Registrierung prüfen kann. Ansonsten liegt es im Ermessen des Beförderers, ob man als Schwarzfahrer eingestuft wird. Beim ÖPNV Vogtland heißt es in den Tarifbestimmungen, dass das in dem Fall als Fahrt ohne gültiges Ticket gewertet wird. 

Bei der Bahn konnte ich das in den AGBs bislang nicht ausfindig machen.

Technisch ist mit Blick auf Handy-Akkus und mögliche technische Fehler eines Smartphones eine Chipkarte vermutlich sicherer, als Nachweis eines gebuchten Tickets. Ich nutze bei der Buchung von Tickets bei der DB immer die Möglichkeit, mir das Ticket auf Papier auszudrucken. Sozusagen ein stromunabhängiges Backup.

Aber nun will unser Verkehrsminister Dobrindt ein einheitliches System, womöglich die elektronische Fahrkarte als einziges System. Und das bietet natürlich sofort eine weitere Überwachungsmöglichkeit, wer sich wann wohin bewegt. Ja, natürlich nutze ich jetzt diese Möglichkeiten, aber es ist meine Entscheidung, ob ich das online buche und damit meine Daten preisgebe, oder ob ich das Ticket doch lieber völlig anonym am Automaten kaufe. Und irgendwie hänge ich am Papierticket, es muss ja nicht unbedingt das alte Pappticket sein, Obwohl, die hatten was..

ticket_alt2

 

 

 

Diesen Artikel teilen mit: Email this to someone
email
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter

Ein Gedanke zu „Elektronische Fahrkarte“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Etwas Mathematik...