Radurlaub im Spreewald

Eine Urlaubswoche im Spreewald war eigentlich schon letztes Jahr geplant. Aber das musste ich 2016 kurzfristig absagen. Neues Jahr, neuer Versuch!

Ich habe mir eine Ferienwohnung in Byhleguhre gebucht und von da aus täglich meine Radtouren unternommen. Die FeWo kann ich gern weiterempfehlen, am Ortsrand gelegen und damit wirklich ein ruhiger Urlaub. Außerdem sorgt nicht vorhandenes Mobilfunknetz für noch mehr Ruhe! 

Es gibt im Spreewald sehr viele Radwege, ein gut ausgebautes Netz, zum Teil auch als Fahrradstraße angelegt und ausgewiesen. Viele Strecken sind asphaltiert ansonsten gut befestigte Waldwege. Waldwege außerhalb üblicher Radstrecken sollte man meiden, es wird sehr schnell sehr sandig und 10 cm tief im Sand fährt sich ausgesprochen anstrengend.

Landschaftlich

Neben Radwegen durchzieht die Spree aufgeteilt in viele kleine Spreearme den Spreewald. Und mit offenen Augen unterwegs, lässt sich vieles in der Natur entdecken und Natur genießen.

 

Tiere

Zur Natur gehören auch Tiere, die im Spreewald gut beobachtet werden können. Mitunter gehört auch etwas Glück dazu oder es sind Tierspuren zu sehen.

Biber Spuren eines Bibers Libelle auf einem Kahn

Käfer an der FeWo Schwanzflosse eines Wals

Okay, der Wal gehört nicht hierher…

Bauten

Auch hinsichtlich historischer bauten hat der Spreewald eine Menge zu entdecken. In Straupitz steht eine beeindruckende „Schinkel-Kirche“. So benannt nach Baumeister und Architekt Karl Friedrich Schinkel, nach dessen Plänen um 1830 diese Kirche geschaffen wurde.

Weit in die Geschichte zurück geht es in der Slawenburg Raddusch. Diese Ringburg wurde etwa im 9. oder 10. Jahrhundert gebaut. Allerdings ist das hier ein Neubau in Art und Weise der alten Slawenburgen.

Ein naturgewachsenes Bauwerk gibt es nördlich von Burg, dort steht eine Weidenkirche.

Kahnfahrt

Eine Kahnfahrt ist auf jeden Fall zu empfehlen. Mir erschien die Fahrzeit von 5 Stunden doch ziemlich lang. Unser Fährmann meinte aber, die Zeit geht so schnell vorbei und noch kürzer sieht man auch nicht viel vom Spreewald. Also los… Und unser Fährmann hatte wirklich viel zu berichten und sparte auch nicht mit Witz.

Unser Kahn samt Fährmann nach dem Mittagessen im Gasthaus Oppott.

Ein Löschwasserkahn mit Betankung, bereit für den Einsatz, so zumindest beschrieb es unser Fährmann.

Geschäfte

Im Ort Byhleguhre gab es wenige Meter von der FeWo entfernt einen „Supermarkt“ 

Ich war nicht einkaufen, da kein Bedarf war, aber mich erinnert das Geschäft an den Spruch „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht.“ 

Und dieses Geschäft scheint schon länger geschlossen zu sein, zumindest wurde die Beschriftung im Schaufenster längere Zeit nicht erneuert. Ich kann mich nicht so richtig erinnern, wann die Zeit der Analog-Filme für die Massenfotografie verschwunden sind, es ist aber schon einige Zeit her.

Gaststätten gibt es reichlich, ich habe mir den Luxus gegönnt, abends in Burg zu speisen. Einmal war ich Spreewaldbahnhof Burg essen, hier werden Getränke mit einer Modelleisenbahn (ich vermute Spur G, LGB) an den Tisch gebracht. Sehenswert und ein Muss für Modellbahnliebhaber.

Als Stammrestaurant habe ich mir die Kräutermühle ausgesucht, gutes Essen, Plätze im Freien und aufmerksame Bedienung. Allerdings sollte man reservieren lassen , es ist immer recht gut gefüllt.

Pollermania

Acu der Spreewald kommt nicht um seltsame Konstrukte herum, die das Leben von Radfahrern schwerer machen, als es ist.

Beim Bismarkdenkmal bei Burg steht dieses Umlaufbauwerk:

Völlig sinnlos, Radler nutzen bevorzugt die Spuren links und rechts daneben.

Gut, wenn die Verkehrsbehörde der Meinung ist, dass ein Vorfahrtsschild nicht reicht, muss eine halbseitige Sperre her. Das ist ja noch okay.

Aber wenige Meter danach stehen Poller wieder genau in den Fahrspuren.

Ich dachte, es gibt ein Regelwerk, das so etwas als Gefahrenquelle definiert? 

Und wenn Umlaufsperre nicht reicht, kommt noch eine Ampel hin!

Wie wäre es denn mit einer zusätzlichen Schranke für den Verkehr auf der Straße?

Der größte Unfug, zumindest in meinen Augen, wurde mit diese Sperre geschaffen:

Der Weg ist eine Fahrradstraße von Selow nach Guhrow.  Und das ist mitten im Wald! 

Sonstiges

Bei einer Tour um und nach Cottbus konnte ich diese Wolkenbildung am Kraftwerk Jänschwalde beobachten.

Es ist fast nicht zu übersehen, dass man sich hier in Drachhausen befindet.

Und was macht ein Känguru im Spreewald?

 

Diese Radtour ist nach Ludwig Leichhardt benannt, einem Zoologen und Botaniker des 19. Jahrhundert, der hier im Spreewald seine Heimat hatte und ab etwa 1840 Australien erforschte. 

Fazit

Der Spreewald ist eine Reise wert, es lässt sich vieles entdecken und die flache Landschaft machen das Radeln ausgesprochen leicht und bequem. 

Diesen Artikel teilen mit: Email this to someoneShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

Ein Gedanke zu „Radurlaub im Spreewald“

  1. Danke für den interessanten Bericht. Wir waren im letzten Jahr im Spreewald. Haben uns Pedelecs ausgeliehen, da ich zu bequem war die Räder mitzunehmen. Man kann dort wirklich sehr schön fahren und das mit den sandigen Waldwegen kann ich nur bestätigen. Immer schön auf Asphalt bleiben. Und die obligatorische Kahnfahrt haben wir selbst gemacht. Mann kann sich sehr preiswert für den ganzen Tag Kanus ausleihen. PS…Sitzkissen fürs Kanu nicht vergessen. Sonst wird der Ar… zur Kehrschaufel:-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Etwas Mathematik...