Am Mainradweg – Tag3

Kurz nach dem Start in Mühlheim ein kleine Überraschung, die Mainfähre ist wegen Hochwasser stillgelegt. Hier stört mich das nicht, da ich vorerst auf der linken Mainseite bleibe. Aber Hochwasser könnte auch bedeuten, dass Abschnitte des Radweges in Ufernähe nicht befahrbar sind. Ich lass mich einfach überraschen.

Hier bei Mühlheim sind diese fliegenden Kisten recht gut zu sehen.

In Flörsheim hatte ich die beim Abflug vom Frankfurter Flughafen, in Mühlheim beim Anflug. Gefühlt kommen die im Zweiminutentakt rein und das ab 5 Uhr morgens. Schlafen bei offenem Fenster ist dann nahezu nicht mehr möglich.

Am gegenüberliegenden Flussufer ist zunächst die St. Paul Kirche in Großauheim zu sehen und kurz darauf die Anlagen des Kraftwerks Staudinger. Auch wenn das eine Gebäude etwas wie eine Reaktorkuppel eines Atomkraftwerkes aussieht, das hier ist ein Kohlekraftwerk. 

 

In Seligenstadt erlaube ich mir einen kleinen Umweg durch das Stadtzentrum. Die Geschichte der Stadt geht zurück bis zur zeit um 100 n. Chr., als hier ein Kohortenkastell entstand. (Quelle: Wikipedia) Erste schriftliche Erwähnung fand Seligenstadt Anfang des 9. Jahrhunderts. IN der Stadt stehen viele Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Bei Mainfingen geht es wieder einmal auf die andere Seite des Mains, allerdings mittels Brücke und nicht per Fähre.

Es geht auf Aschaffenburg zu, ich bin seit 2,5 Stunden unterwegs und habe 40 km geschafft, ein Kaffee wäre eigentlich eine gute Idee!  Vor der Zufahrt zum Zentrum von Aschaffenburg geht es auf einem etwas schmalen und auf einer Seite von Felsen gesäumten Wegstück entlang.

Direkt an der Zufahrt grüßt das Schloss Johannisburg. 

Sagte ich schon, dass ich solche historischen Bauwerke oft mit Gerüsten verhüllt sehe? Am rechten Turm guckt ein klein wenig Gerüst hervor, ich habe versucht, das beim Fotografieren zu verstecken.  😉 

In Aschaffenburg fand zu diesem Zeitpunkt die Weltmeisterschaft im Staplerfahren statt. Auf dem Schlossplatz war eine Fläche überdacht und extra asphaltiert worden. Staplerfahrer-Teams aus Ländern aus aller Welt traten hier zum Wettkampf mit Gabelstaplern an. 

Mit dem Kaffeetrinken war das so eine Sache. Vielleicht bin ich da etwas zu besorgt um mein Rad und das Gepäck, aber ich möchte es möglichst in der Nähe wissen, wenn ich es abstelle. Egal, ob ich Kaffee trinken gehe oder eine andere kurze Besorgung erledige. Die Packtaschen sind zwar mit einem einfachen Seilschloss gesichert und halten allenfalls einen Gelegenheitsdieb ab, das einfach im Vorbeigehen abzunehmen. Aber mir ist trotzdem etwas unwohl dabei, wenn ich zu weit weg bin. Aber die Möglichkeiten, in Aschaffenburg in der Fußgängerzone, so im Bereich um den Schlossplatz, Luitpoldstraße herum, ein Bike sicher abzustellen, sind sehr eingeschränkt. Oder anders gesagt, es gibt so gut wie keine Radständer. Zumindest habe ich nicht viele gesehen. Das gleiche ist mir übrigens auch in anderen Städten entlang des Mains bei der weiteren Fahrt aufgefallen. Ich hatte gedacht, dass die Städte entlang des recht gut befahrenen Mainradwegs auf Radtouristen eingestellt sind. Ich habe letztlich einen Laternenpfahl gefunden und mein Bike dort angeschlossen. Und in Ruhe meinen Kaffee genossen.

In Aschaffenburg wechselt der Radweg wieder die Flussseite. Die Radwege sind gut markiert und mit Abbiegepfeilen versehen! 

Aber darf ich hier einfach nach rechts abbiegen? Und darf der rechts ankommende Radler trotz Geradeauspfeil nach links abbiegen? So viele Fragen….  😉 

Aschaffenburg liegt hinter mir, es geht vorbei an der Nilkheimer Eisenbahnbrücke.

Erbaut wurde diese Brücke 1910. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Gegend, vor allem durch die zunehmende Bedeutung des Leidener Staatshafens, wuchs die Bedeutung der Bahnbrücke. Bedeutung erlangte die Brücke auch am Ende des Zweiten Weltkrieges, da sie unzerstört blieb und die Funktion eines Brückenkopfes (im wahrsten Sinne des Wortes) für die amerikanischen Truppen bildete. Nachzulesen ist das alles an dem Denkmal „Vier Säulen für 100 Jahre“, das unmittelbar neben der Brücke steht. 

Bei Obernburg am Main könnte man annehmen, dass hier ein Mini-Stonehenge entstanden ist. Aber die Steine schützen offenbar nur einen Wasserablauf.

Für 2,5 km geht es direkt an der B 469 entlang, nicht unbedingt idylisch.

Nach diesem Abschnitt erreicht der Mainradweg Wörth am Main. Auch dieser Ort geht auf römische Besiedlung im Jahrhundert zurück. Der Tannenturm als Teil der Stadtmauer stammt allerdings aus der Zeit um 1450. Von Wörth aus blickt man übrigens auf der gegenüberliegenden Mainseite auf die letzte Schiffswerft am Main (laut Radkarte des ADAC), die „Erlenbacher Schiffswerft Maschinen- und Stahlbau GmbH“.

 

Unmittelbar auf Wörth folgt Klingenberg am Main, eine der Weinanbaustädte am Main. Über dem Städtchen thronen die gut erkennbaren Weinberge. Außerdem befindet sich hier eine der vielen Mainschleusen.

 

So allmählich nähere ich mich Miltenberg, dem heutigen Ziel meiner Etappe. Der Weg führt über die Alte Mudbrücke an der Laurentiuskapelle. Zu der Figur auf der Brücke konnte ich bislang nichts weiter ermitteln. In Richtung Stadt geht es am Mainzer Tor vorbei. Und wenn schon kein Gerüst, dann wenigstens Baustelle…

 

In unmittelbarer Nähe vom Markt, steht dieser originelle Springbrunnen. Der Zusammenhang mit dem Gebäude dahinter drängt sich regelrecht auf.

Auch Miltenberg ist im Ortskern durch alte Fachwerkbauten geprägt. Eines der bekanntesten Gebäude muss wohl das Hotel  „Zum Riesen“ sein. Es ist eine sogenannte „Fürstenherberge“ und eines der ältesten oder gar das älteste Gasthaus in Deutschland. 

 

Mir wurde gleich zweifach nahegelegt, im Riesen zu Essen. Einmal im Café am Markt und die Vermieterin empfahl mir das auch.  Naja, dann bin ich eben in den Riesen zum Abendessen. 

Meine persönliche Meinung ist eher enttäuschend. Ich würde das als Großgastronomie bezeichnen mit Tischen über mindestens zwei Etagen. Gut gefüllt ergibt sich ein ziemlicher Lärmpegel im Gasthaus, mag sein, dass ich auch etwas lärmempfindlich bin.  Ich habe mir ein regional typisches Essen bestellt, das mich aber auch nicht so recht überzeugen konnte. 

Das Quartier in Miltenberg war demgegenüber aber große Klasse. Eigentlich eine Ferienwohnung, aber für eine Nacht als Einzelzimmer vermietet. Aber dafür war die Küche für mich gesperrt. Kein Problem, Essen kochen wollte ich ohnehin nicht. Aber in einer FeWo ist üblicherweise kein Frühstück vorgesehen. Das lässt sich aber durch ein Frühstück beim Bäcker um die Ecke leicht kompensieren.

In Miltenberg konnte ich in einem Fahrrad-Geschäft auch wegen einem Ersatzteil für meinen Helm sehen. Aber erstens führt der Laden nicht diese Marke und ob es da überhaupt Ersatz gibt ist fraglich. Naja, der Helm ist auch schon einige Jahre alt, die Empfehlung lautet ohnehin, Radhelme nach einiger Zeit auszutauschen. Also habe ich mir einen neuen Helm geleistet.  🙄 

Unterwegs gab es noch einen Beinahe-Zusammenstoß mit einem Rennradler. Ich bin etwas verträumt mittig um eine enge unübersichtliche Kurve und der Rennradler kam etwas flott auch mittig um selbige. Aber mir entgegen. Offenbar haben wir beide gute Bremsen und schnelles Reaktionsvermögen, denn es ist zum Glück nichts passiert.

Das war also die dritte Etappe, die über 88 km führte. 

Am nächsten Tag geht es nach Gemünden weiter.30

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Ein Gedanke zu „Am Mainradweg – Tag3“

  1. In Seligenstadt, Aschaffenburg und Miltenberg bin ich gewesen. Schöne Gegend. Miltenberg und Seligenstadt, da denke ich immer an das gute Bier im Keller!! He he!!
    In Aschaffenburg haben wir jahrelang mit dem Orchester gespielt. War ne schöne Zeit!! Bei Deinem Bericht kommen alte Erinnerungen wieder. Danke!!

    Viele Grüße – Pit

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