Am Mainradweg – Tag6

Frühstück im Hotel, Auschecken, Fahrrad beladen und es geht weiter am Main entlang. Der Himmel zeigt sich noch ziemlich grau und trüb. 

Der nächste Ort entlang des Mainradweges ist Schwarzach am Main. Die Benediktinerabtei Münsterschwarzach im gleichnamigen Ortsteil  ist vom Radweg aus gut zu sehen.  Beeindruckend ist das Portal der Abteikirche.

Die Ursprünge der Abtei gehen auf ein Kloster aus der Zeit um 780 zurück. Die Abteikirche wurde 1935 bis 1938 errichtet. (Quelle: Webseite der Abtei)

Nördlich von Schwarzach führt der Radweg über den Mainkanal hinweg.

Dieser Kanal führt bis Volkach und schneidet die Mainschleife bei Nordheim für den Schiffsverkehr ab. Bemerkenswert ist, dass die Ortschaften Sommerach und Nordheim damit auf einer Insel liegen. Der Wein aus dieser gegen wird auch „Inselwein“ genannt, schreibt die ADAC-Radwanderkarte.

Am Radweg, der dem Main folgt und nicht die kurze und gerade Strecke entlang des Kanals, folgt zuerst Sommerach, in das es durch ein Stadttor hinein geht.

Gleich am Stadttor wird auf eine Besonderheit der Gegend hingewiesen, die Heckenwirtschaft. Das stellt eine besondere Art Gastbetrieb, die bestimmten Anforderungen und Reglementierungen genügen muss. Zunächst ist es saisonal beschränkt, es darf nur der selbst erzeugte Wein ausgeschenkt werden und auch nur kalte oder einfache warme Speisen angeboten werden. Dieses Prinzip des Gastbetriebes ist unter anderen Namen auch in weiteren Gebieten verbreitet, meist aber mit Weinbau verbunden. 

In Nordheim geht es an der Vinothek Divino vorbei, in der Vinothek können regionale Weine gekauft werden, was allerdings bei einem Transport per Rad (ohne Hänger) wenig sinnvoll ist. Aber es gibt den Wein auch online zu kaufen.

Der Mainradweg verlässt die Wein-Insel und führt zunächst ein Stück am Mainkanal entlang. Hier geht es über unbefestigten Weg, besser nicht asphaltierten Weg, was bislang ausgesprochen selten der Fall war. Wieder am Main entlang geht es an Volkach vorbei. Nach dem Ort ist rechterhand die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten auf einem Hügel zu sehen.

 

Bei Wipfeld wechselt der Radweg auf die andere Uferseite, dieses mal allerdings wieder mit einer Fähre.

Gegen Mittag erreiche ich Schweinfurt, eine gute Gelegenheit für eine Pause und einen Kaffee. Doch zunächst geht es an der Heilig-Geist-Kirche vorbei.  Die Fußgängerzone empfängt mich mit höllischem Lärm, den ein Saugbagger verursacht, und jede Menge Baustellen.

 

Und wieder stehe ich vor der Frage, wo und wie stelle ich mein Rad ab? Letztlich habe ich etwas außerhalb der Fußgängerzone eine Cafeterria in einem Büro- und Geschäftshaus gefunden. 

Bei der Weiterfahrt treffe ich am Main auf eine Radler-Service-Station. Neben einigen Werkzeug und einer Luftpumpe steht eine E-Bike-Ladestation.  So eine Ladestation habe ich nie gesehen, also werde ich das näher erkunden.

  

In einem verschließbaren Fach befindet sich eine normale Steckdose. Der Ladevorgang wird per SMS gestartet und bezahlt. Zum Beenden des Ladevorganges wird erneut eine SMS gesendet. Und damit öffnet sich, hoffentlich, die Tür wieder.

Voraussetzung ist natürlich, dass man ein Ladegerät für seinen Akku mitführt. Auf einer Mehrtagestour habe ich das natürlich mit im Gepäck und lade den Akku abends im Hotel wieder auf. Damit ist auch gleich Pits Frage aus dem Kommentar zum ersten Artikel vom Mainradweg beantwortet.

Es ist also kein Schnellladevorgang, es dauert die übliche Zeit. Wobei ich nicht weiß, ob diese Akkus von E-Bikes überhaupt schnellladefähig sind. Wäre ja toll, den Akku an einem Tesla-Supercharger aufladen zu können.  🙄 

Und wenn das Aufladen die übliche Zeit dauert, was macht man dann? Denn hier im Umfeld der Ladestation ist nichts, außer Mainufer, Bahnlinie, das Jugendgästehaus der Stadt Schweinfurt und ein geodätischer Referenzpunkt. Ins Zentrum ist eine Strecke von knapp 1 km. Die Idee ist gut, aber verbesserungswürdig.

Ich habe einen ziemlichen Bogen am Main zurückgelegt und in Haßfurt angekommen. Interessant ist, dass das Wappen der Stadt einen Hasen zeigt, der Ortsname damit aber nichts zu tun hat, denn dieser stammt vom germanischen Hasufurth (Nebelfurt, Weg durch den Nebel), berichtet die Wikipedia.

Durch Haßfurt geht es entlang der Hauptstraße, die vermutlich auch das Zentrum des Ortes darstellt. Ein- und Ausfahrt führt am Unteren Tor und Oberen Turm vorbei.

 

Auffällig ist nach dem Oberen Turm die Kirche links des Weges.

Den Baustil finde ich hier eher ungewöhnlich, diese ausgeprägte gotische Architektur sehe ich eher in Richtung Frankreich. Hier handelt es sich um die Marienkirche, eine der ältesten Wallfahrtskirchen der Diözese Würzburg. Die Kirche wird auch Ritterkapelle genannt, der auf die zahlreichen Wappen in und am Chor zurückzuführen ist. (Quelle: Website der Ritterkapelle)

Bevor Haßfurt komplett hinter mir liegt, geht ess auf dem Mainradweg noch durch diese Bahnbrücke hindurch.

Hier heißt es Kopf einziehen, 1.9 Meter werden am Kopf doch knapp, zumindest wenn man dicht am Rand fährt. PKW passt bequem durch, mit einem Van oder SUV wäre ich mir nicht so sicher.

Am frühen Nachmittag erreiche ich Zeil am Main.  Das Quartier im Hotel bietet mir ein kleines Zimmer, aber es ist nett gestaltet und alles drin, was man benötigt. Im Haus befindet sich noch ein Restaurant und nebenan gleich noch ein Café, also bin ich gut versorgt. Schade ist, dass es Montag ist und Museen haben Montags üblicherweise geschlossen. Denn hier in der Stadt ist ein Foto- und Filmmuseum.  Und auch der Zeiler Hexenturm hat Montags leider geschlossen.

Das trübe Wetter vom  Morgen hat sich ja inzwischen auch verzogen, blauer Himmel verbessert augenblicklich die Stimmung.

Von Dettelbach bis Zeil waren es rund 84 km Fahrtstrecke.  Ich wäre gern noch ein paar Kilometer weiter gefahren, aber bis Bamberg waren nur noch relativ kleine Orte am Mainradweg und das schränkt die Übernachtungsmöglichkeiten doch etwas ein.

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Etwas Mathematik...