Am Mainradweg – Tag7

Es geht langsam in Richtung Heimat, denn Bad Staffelstein und Kulmbach, das heutige Etappenziel, sind ja schon Orte, die über unser EgroNet erreichbar sind. EgroNet ist das Nahverkehrssystem der Euregio Egrensis, das Vierländereck zwischen Bayern, Böhmen, Thüringen und Sachsen.

Bei freundlichem Wetter beginnt die Strecke heute in Zeil am Main und wechselt zuerst auf die andere Mainseite nach Sand am Main. Links des Mains geht es nach Eltmann. Am Radweg befindet sich ein schön gestalteter Infopunkt, der unter anderem auch auf die Radwanderregion Haßberge und nördlicher Steigerwald informiert. Ich werde mir das mal als Idee für einen Radurlaub vormerken, die Gegend ist auf jeden Fall reizvoll.

Jetzt wird es etwas langweilig, denn der Mainradweg verläuft im Prinzip rund 17 km entlang der B26, nur unterbrochen durch Orte, wenn der Radweg durch diesen hindurch führt und die Bundesstraße eine Ortsumgehung hat.

Es mögen keine großen Orte sein, dennoch finden sich gelegentlich abgetrennte Radwege samt Markierungen für abbiegende Autofahrer, wie hier in Viereth.

In Bischberg, einer Gemeinde kurz vor Bamberg, ist km 384 des Mains erreicht und der Main-Donau-Kanal beginnt hier. Der Kanalabzweig ist aber relativ unspektakulär, Main und Kanal liegen ruhig und verlassen vor mir.

 

Die ADAC-Radwanderkarte führt den Mainradweg nach Bamberg hinein, die offizielle Strecke führt ein kurzes Stück am Kanal entlang und biegt nach Norden ab, zurück an den Main in Richtung Hallstadt.

Wer also vom Mainradweg aus einen Besuch in Bamberg absolvieren will, sollte hier in etwa 6 bis 7 km Umweg einplanen.  Ich bleibe auf der offiziellen Strecke. Der Mainradweg verläuft ab hier auch nicht mehr direkt am Main, erreicht oder überquert diesen ab und zu, aber diese Flussnähe, wie bisher ist vorbei. 

In Kemmern geht es vorbei an der auffälligen St. Peter und Paul Kirche.

Der Bau der Kirche geht zurück bis ins Jahr 1631. IM Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach umgebaut und erweitert, zuletzt in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. (Quelle:  Website der Kirche)

Der Mainradweg führt durch das kleine Dorf Oberbrunn. Und hier gibt es kleine „Fahrrad-Service-Station“. 

Luftpumpe, verschiedene Werkzeuge und ein Schwalbe „Schlauchomat“ sind vorhanden. Aber auch Kettenöl ! und einige kleine Ersatzteile, wie Ventile, Schrauben und Muttern. Gegen schmutzige Hände hilft eine Rolle mit Küchenhandtüchern, wassergeschützt untergebracht.

Und in einer Box liegt ein Gästebuch. Beim Durchblättern habe ich durchweg positive Meinungen gefunden, einige Eintragungen waren froh, hier eine Luftpumpe zu finden aber auch kleinere Reparaturen wurden offenbar erfolgreich hier abgeschlossen. Ich habe für diese tolle Idee und die Mühe meinen Dank im Gästebuch hinterlassen, auch wenn für mich zum Glück kein Bedarf an Werkzeug und Co bestand.

Bei Oberbrunn geht es wieder einmal über den Main hinweg, der hier schon deutlich kleiner ist und vermutlich solche Frachtkähne, die bislang auf dem Main zu sehen waren, erhebliche Schwierigkeiten mit Tiefgang und Kurven hätten.

Kurz vor Staffelstein führt der Radweg unter der ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt hindurch, die benachbart gelegene Mainbrücke der ICE-Strecke ist von diesem Info- und Rastplatz aus zu sehen.

Die ICE-Strecke München-Berlin, zu der der Abschnitt Nürnberg-Erfurt gehört, macht über Erfurt einen ziemlichen Umweg. Der direkte Weg und die damit auch kostengünstigere Variante ging über Hof durchs Vogtland. Politische Querelen haben das verhindert. Laut einem Artikel der Welt hat sich das thüringische Kabinett unter Vogel für Erfurt  stark gemacht und Vogel hatte gute Kontakte zum Kanzler Kohl. Biedenkopf hingegen, der damalige sächsische Ministerpräsident hatte ein ausgesprochen schlechtes Verhältnis zu Kohl.  Letztlich haben also vermutlich persönliche Animositäten  eine Anbindung des Vogtlandes an schnelle Bahnfernverbindungen verhindert Traurig.

Neben Fluss, und Bundesstraße ist hier bei Bad Staffelstein die Bahn unmittelbarer Begleiter des Radweges.

In der Ferne ist Lichtenfels zu erkennen, aber vom Main ist weit und breit keine Spur.

Ins Zentrum von Lichtenfels geht es durch das Bamberger Tor.

Die Beschaffenheit des Mainradweges wechselt hier ab und zu hat aber nicht mehr durchgängig die Qualität, wie im Unterlauf des Mains bei Frankfurt, Aschaffenburg oder Wertheim.

 

Das hatte ich auf meiner Fahrt am Mainradweg auch noch nicht: ein geschlossener Bahnübergang bei Burgkunstadt!

Damit nähere ich mich dem Ziel Kulmbach. Vor Kulmbach entsteht der (vereinigte) Main aus den Flüssen Roter Main und Weißer Main. Der Weiße Main fließt nördlich um Kulmbach, der Rote Main führt in den Süden nach Bayreuth. Die Trennung des Radweges in zwei Abschnitte erfolgt bei einem Gewerbegebiet, das man geografisch eher zu Mainleus rechnet, das aber offenbar doch zu Kulmbach gehört. Ich folge zunächst dem Weißen Main nach Kulmbach, dort habe ich Quartier in einem Hotel unterhalb der Plassenburg.

Vom Weißen Main ist nicht viel zu sehen, eine Bahnbrücke stört die Sicht auf der einen Seite, eine Straßenbrücke auf der anderen Seite.

Vom Hotelzimmer aus bietet sich ein schöner Blick auf nächtliche Straßen mit der Spitalkirche im Hintergrund.

Am Ende der Etappe habe ich 107 km geschafft. Das Maintal ist der eher flachen Hügellandschaft des Fichtelgebirgsvorlandes gewichen. Damit verbunden ist ein leichtes Auf und Ab des Weges. Unangenehm empfand ich, dass der Mainradweg doch häufiger über stärker befahrene Straßen führt und auch durch Ortszentren mit viel Verkehr geht, wie bspw. in Lichtenfels. 

Zum Abendessen habe ich Platz in der Zunftstube gefunden, die einen eher „rustikalen“ Eindruck macht, aber ein recht gutes Essen serviert.

Damit geht das kleine Abenteuer Mainradweg seinem Ende entgegen, denn ich werde mir den Roten Main bis zur Quelle vornehmen. Vielleicht besuche ich den Weißen Main zu einem späteren Zeitpunkt.

Am Tag 6 hatte ich die Radler-Service-Stelle bei Schweinfurt vorgestellt. Nachteilig war, dass sich diese doch in einiger Entfernung vom Zentrum befindet. In Kulmbach dagegen habe ich eine sehr schöne Lösung gesehen, aber sicherlich auch deutlich kostenintensiver. Da steht nämlich unweit vom Marktplatz direkt an der Touristinfo eine Fahrradgarage! 

In 12 Einzelboxen kann das Bike sicher abgestellt werden, inklusive Gepäck. Das kostet pro Box 1 Euro, also ein recht moderater Preis.

Zwei Boxen besitzen die Möglichkeit, den Akku vom E-Bike aufzuladen. Zusätzlich ist in der Garage eine Umkleidekabine vorhanden. Wer durchgeschwitzt ankommt und sich vor dem Stadtbummel zumindest frisch einkleiden möchte, kann das hier bequem erledigen.

Das,  finde ich, ist eine Top-Lösung! 

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2 Gedanken zu „Am Mainradweg – Tag7“

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Etwas Mathematik...