Radverkehrskonzeption Vogtlandkreis

Jetzt habe ich mir die Zeit genommen und mit dem Studium der Radverkehrskonzeption (RVK) begonnen und werde hier im Teil 1 einiges zu den Grundlagen und dem Iststand wiedergeben.

Die RVK wurde vom ISUP Ingenieurbüro für Systemberatung und Planung GmbH in Leipzig erarbeitet. Der Landkreis verfolgt damit mehrere Ziele:

  • Erschließung des radtouristischen Marktes  
  • Verbesserung der Sicherheit und des Komforts für Radfahrende  
  • Erleichterung der Erreichbarkeit  
  • Verknüpfung mit Bus und Bahn 

ISUP konstatiert, dass der Landkreis als sogenannter „Einsteiger“ im Sinne des nationalen Radverkehrsplanes gilt. Das heißt, der Radverkehrsanteil ist deutlich unter 10%, die Radverkehrsbedingungen sind als schlecht einzustufen und es gibt kaum organisatorische Strukturen der Radverkehrsförderung.

Des Ingenierbüro weist in den grundlegenden Ausführungen darauf hin, dass die Allgemeine  Verwaltungsvorschrift  zur  Straßenverkehrsordnung   ausdrücklich auf die ERA 2010, die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen als bundesweites Regelwerk, hin.

Anmerkung MaLu:  Insbesondere die Empfehlungen der ERA für die Installation von Pollern, Umlaufsperren und ähnlichen Einbauten sollte der Vogtlandkreis und seine Planer künftig berücksichtigen.

Zum Radtourismus m Allgemeinen stellt die RVK fest, dass Flussradwege die beliebtesten Radrouten sind. Als Gründe werden die anregende Landschaft, die Topographie des Flusses und ein Verlauf mit leicht zu bewältigenden Steigungen genannt.

Bereits bei der folgenden Iststands-Beschreibung muss ISUP allerdings auch festhalten, dass im Vogtland Elsterradweg und Göltzschtalradweg bislang nicht durchgehend als Talrouten befahrbar sind. Beide Radwege gehören zum SachsenNetz Rad, das im Vogtland immerhin 474 km umfasst. Dazu gehören neben den genannten Flussradwegen unter anderem auch der Mulderadweg, der Irton Curtain Trail und der Radweg Euregio Egrensis.

Im Weiteren werden kurz Vorschläge für die Weiterentwicklung des radtouristischen Netzes gemacht, worauf hier im Blog aber zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher eingegangen wird. Außerdem wurde der Alltagsradverkehr untersucht, wobei es sich hier hauptsächlich um das Thema mit Rad zur Arbeit handelt.

Im Konzept wird festgestellt, dass „36 km Bundesstraße, 22 km Staatsstraße und 11 km Kreisstraße mit Radverkehrsanlagen versehen (sind), wobei hier auch  trassenferne  Führungen  des  Radverkehrs  eingerechnet  sind.“

Anmerkung MaLu: Die Abbildung zu den vorgenannten Radverkehrsanlagen zeigt eines sehr deutlich: Stückwerk. Nur wenige Abschnitte hängen zusammen oder bilden gar ein Netz.

Zum Thema Öffentlicher Personennahverkehr treffen die Fachleute vom ISUP eine wirklich treffende Aussage, die hier im ganzen zitiert werden soll:

„Die Bedingungen zur Fahrradmitnahme sind bundesweit nicht einheitlich geregelt. Die grundsätzliche Möglichkeit der Fahrradmitnahme und ein ggf. benötigter zusätzlicher Fahrschein sind vom Bundesland, dem Verkehrsmittel, der Uhrzeit, dem Verkehrsverbund, dem Betreiber und dem Fahrschein abhängig. Bei z.B. einer großräumigeren Anreise eines Radtouristen sind die Bedingungen für die Fahrradmitnahme zum Teil schwer verständlich.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

ISUP weist allerdings darauf hin, dass im Vogtland innerhalb des Verkehrsverbundes die kostenfreie Mitnahme im Tarif verankert ist. Aber beim Verlassen des Verbundgebietes oder gar bei grenzüberschreitender Verbindung schon wieder anderes gelten kann.

Hinsichtlich der Transportkapazitäten bescheinigt das Ingenieurbüro ausreichende Kapazität für den Radtransport in Vogtlandbahn und Erfurter Bahn, aber sehen auch notwendige Verbesserungen für künftiges Aufkommen.

Anmerkung MaLu: Und wieso bin ich dann schon am Bahnhof stehengeblieben, weil die Bahn schon gut gefüllt war? Nein, ausreichende Kapazität kann ich hier nicht in jedem Fall bestätigen und schon gar nicht in den älteren Bahnen mit dem Miniabteil, wo ein normales Fahrrad der Länge lang nicht mal reinpasst.

Bemerkenswert ist im Abschnitt Bike+Ride die Feststellung, dass 80% der Einwohner im Vogtlandkreis innerhalb von 5 km zum nächstgelegenen Bahnhof mit Fahrradabstellanlage wohnen.

Zum Bereich Wegweisung, Marketing und  Öffentlichkeitsarbeit wird lediglich dargelegt, dass im Vogtlandkreis bislang nur das radtouristische  Netz mit Wegweisung ausgestattet ist, aber keine alleinigen Alltagsverbindungen. Die Qualität der Wegweisung differiert und entspricht überwiegend noch nicht dem bundesweiten Standard FGSV.

Anmerkung MaLu: Das erscheint mir für den Iststand bei Marketing und Öffentlichkeitsarbeit etwas dürftig. Das Thema Streckenportale (Tourismusverband, Geoportal, Streckendarstellungen bei Gemeinden) fehlt komplett ebenso die Vermarktung über Broschüren, Flyer und ähnliches, die es ja bereits gibt.

Soweit zunächst zu den Grundlagen und dem Iststand.

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