Radverkehrskonzeption Vogtlandkreis – Teil 2

Das Konzept trennt im Folgenden zwischen Alltags-Radverkehr und dem touristischem Radverkehr. Der Alltagsverkehr definiert sich aus den zurücklegbaren Entfernungen, als Grenzwert wurden 20 km Luftlinie angesetzt. Beim touristischen Radverkehr sind die bedeutenden Kriterien die Attraktivität des Weges und der durchfahrenen Landschaft sowie Zielpunkte entlang der Strecke.

Anmerkung MaLu: Bei 20 km Luftlinie werden von Plauen (Zentrum) aus im Grunde alle größeren Städte im Vogtland erreicht, Reichenbach, die Städtekette von Rodewisch bis Falkenstein, Schöneck und knapp Adorf auch. Aber bereits Schöneck ergibt auf der Straße schon etwas mehr, als 20 km und bringt natürlich auch rund 500 Höhenmeter mit. Ob in doch eher hügeliger Topographie eine Grenze von 20 km realistisch ist, wage ich eher zu bezweifeln.

Auf der Grundlage der 20 km-Grenze wird ein sogenanntes Zielnetz entwickelt, das die Verbindungen von Mittelzentren, Grundzentren und Ortschaften darstellt. Ziel  des Ganzen ist es, eine Prioritätensetzung bei Maßnahmen der Radinfrastruktur zu ermöglichen. Einfacher gesagt, ist so möglich, eher auf Fördermittel zugreifen zu können und den Bau von Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen besser begründen zu können.

Anmerkung MaLu: Unter Beachtung der langfristigen Ziele hinsichtlich Bau von Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen macht eine Grenze von 20 km natürlich wieder mehr Sinn.

Bemerkenswert ist der Hinweis auf eine Empfehlung der ERA 2010, die maximale Zeitverluste durch Anhalten und Warten von 15 bis 35 Sekunden pro Kilometer angibt.

Anmerkung MaLu: Diese Zeiten schafft man in Plauen locker, wenn man mit dem Fahrrad an einer Ampel auf Grün warten muss. Beispielweise an der Fußgänger-/Radfahrerampel an der Haltestelle Am Stadtwald. Oder die Ampel am Fuchsloch, die Radfahrer gleich gar nicht erkennt. Allerding geht aus dem Konzept nicht hervor, ob Ampeln bei diesen Zeiten berücksichtigt werden.

Beim touristischen Radnetz wird vor allem auf das SachsenNetz Rad abgestellt, das von lokalen Angeboten ergänzt wird.  Es wird eine Gesamtlänge von 720 km im Endausbau konzipiert. Dabei werden Rundrouten nicht priorisiert, sondern es soll ein Netz zum selber kombinieren sein.

Anmerkung MaLu: Vielleicht ist das „selber kombinieren“ ein aktueller Trend, den ich noch nicht so erkannt habe. Ich selbst bevorzuge eigentlich noch immer Hinweise zu Rundrouten, wenn ich in einem Urlaubsgebiet meine Ausflüge plane. Und gerade bei thematischen Routen finde ich das durchaus angenehmer, beispielweise die Fuchsbachtalroute oder Bauerngartenroute im Ronneburger Raum, oder unsere MTB-Strecken in und um Schöneck. Das selber kombinieren wird allerdings vereinfacht, wenn bei der Wegweisung für Radwege die sogenannten Knotenwegweiser eingesetzt werden.

Für das touristische Radnetz werden eine Reihe von Maßnahmen aufgeführt, die das bestehende Netz ergänzen und besser verknüpfen sollen.

Einige der Vorschläge sollen hier aufgeführt werden:

Elsterradweg:

  • Lückenschluss des Elsterradweges zwischen Adorf/Vogtl. und Oelsnitz/Vogtl. Der Lückenschluss soll durch den Bau von  straßenbegleitenden Radwegen an der B 92 erfolgen.
  • Führung des Elsterradwegs zwischen Talsperre Pöhl über Elsterberg bis zur Landesgrenze Thüringen.
  • Attraktivere und sicherere Führung des Elsterradwegs in Plauen

Göltzschtalradweg:

  • Weiterführung Göltzschtalradweg zum Elsterradweg bei Greiz. Es wird der Bau eines straßenbegleitenden Radwegs angestrebt.
  • Ortskernnähere  Führung  des  Göltzschtalradweges  zwischen  Falkenstein/Vogtl.  und  Rodewisch.

Weitere Radwege:

  •   Anbindung  eines  Rundwegs  um  die  Talsperre  Pöhl  an  die Stadt Plauen.  Der Rundweg  muss noch gebaut werden.   
  •  Anbindung der Radroute Falkenstein – Oelsnitz an die Stadt Plauen. Ein entsprechender Bedarf für den Bau eines Radweges an der B 92 wurde aufgenommen.   

Überregionale Anbindungen

  • Bessere Vernetzung zwischen dem Westteil des Landkreises, der Stadt Plauen und Thüringen. Hier wird der Radweg Pausa-Zeulenroda genannt, in Richtung Saaleradweg konzipiert der Tourismusverband den sogenannten Vogtlandtrack, der allerdings starke Steigungen besitzt.
  • In Ost-West-Richtung betrifft die Entwicklung die Anbindung der Stadt Treuen und die Verbindung zu den Nachbarkreisen Erzgebirgskreis und Zwickau. Auch hier ist vom Vogtlandtrack die Rede.

Anmerkung MaLu: Beim Elsterradweg keine wirklich neuen Erkenntnisse. Den Verlauf des Göltzschtalradweges außerhalb der Ortskerne fand ich eigentlich bislang nicht als Nachteil, für Gastronomie, Geschäfte und Kultureinrichtungen im Ort könnte es von Vorteil sein. Etwas für Verwunderung sorgt die Anbindung des Radweges Falkenstein – Oelsnitz über die B92. Im Rad-Stadtplan von Plauen ist eine Anbindung über Großfriesen und Theuma nach Lottengrün vorhanden. Landschaftlich wäre das die bessere Strecke, als entlang der Bundesstraße. Der „Vogtlandtrack“ ist eine völlig neue Strecke, von der ich hier das erste Mal lese.

Das Konzept listet im Weiteren eine Reihe von Anträgen auf, die der Teilfortschreibung des SachsenNetz Rad dienen.  Interessant sind die Hinweise zur Verlegung der Radroute Sächsische Mittelgebirge auf einen Bahntrassenradweg westlich von Adorf und die Verlegung von II-29 (das ist der Radweg Euregio Egrensis) auf die Bahntrasse Lottengrün-Großfriesen.

Anmerkung MaLu: Mit der Bahntrasse Lottengrün-Großfriesen hatte ich mich 2014 schon mal befasst. Das wäre ja auch wieder bezüglich Anbindung von Plauen Richtung Falkenstein ein wichtiger Radwegeabschnitt. Vom Bahntrassenradweg bei Adorf habe ich allerdings noch nichts gehört.

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