Städtenetz Radtour

Ich war ja schon gelegentlich auf einer Radtour unterwegs, die unter dem Namen Sächsisch-Bayerisches Städtenetzwerk bekannt war. Neuerdings nennt die sich Städtenetz Radtour Bayreuth – Hof – Plauen – Zwickau – Chemnitz und ist bei Outdooractive zu finden. Offenbar ist auch der Verlauf der Tour geändert worden. Grund genug, sich das mal vor Ort anzusehen.

Start ist bei den Städtischen Kunstsammlungen in Chemnitz. Also ich starte dort, die Radtour verläuft eigentlich von Bayreuth nach Chemnitz, was an einigen Stellen Einbahnstraßen bringt, die ich dann nicht entlang fahren kann. Okay, das sind dann meist keine großen Umwege.

Seltsam war allerdings, dass mein Navi den ersten teil ab Chemnitz nicht angezeigt hat. Das liegt an der Grenze von 10.000 Punkten, die das Dakota 20 pro Track anzeigen kann. Als erstes begegnet mir in Chemnitz eine Baustelle, sieht man ja so selten…

Mein Track begann dann an der Limbacher Straße Höhe Haltestelle Hans-Benz-Straße.

Gelegentlich begegnete mir an Radwegweisern das rote „S“, ich weiß nicht, ob das für das Städenetz steht, wenn ja, weist es eine andere Strecke, als die von Outdooractive.

An verschiedenen Stellen ist die Streckenführung für mich unverständlich. Wenn das als Radtoru konzipiert ist, sollte es nicht über reine Fußgängerwege gehen.

Die Strecke führt unter der alten Bahnlinie Chamnitz-Wüsternbrand durch, ein Steinviadukt steht noch. Ob die Strecke noch in Betrieb ist, weiß ich allerdings nicht. Ich hätte da so meine Zweifel.

Ursprünglich verlief die Strecke von Chemnitz nach Wüstenbrand an der Autobahn A4 auf schönen Waldwegen beim Totenstein vorbei. Das wurde geändert, jetzt geht es über Straßen durch die Ortschaften, wie beispielsweise Grüna.

In Wüstenbrand entdeckte ich dieses seltsame Parkschild:

Es hatte kein Obst und Gemüse geparkt, es waren alle mit dem PKW da und haben korrekterweise hier nicht geparkt!

In Hohenstein-Ernstthal, meiner alten Heimat, ging es über die Pölitzstraße in Richtung Zentrum. Eine Kindheitserinnerung ist mit dieser Straße verbunden und wenn ich mich nicht täusche mit diesem Gebäude:

Hierhin hat mich mein Opa immer zum darin befindlichen Friseur gebracht und diesen eher gefürchteten Topfschnitt verpassen lassen. Nannte sich allerdings Fassonschnitt. Hat es auch nicht besser gemacht.

An der August-Bebel-Straße kurz vor dem Kreisverkehr Goldbachstraße macht die Strecke einen unerklärlichen Haken über die Kurze Straße, einfach geradeaus wäre einfacher gewesen. Irgendwie kam mir an dieser Stelle der Verdacht, dass die Strecke irgendwie mit dem Routenplaner von Google Maps zusammengeschraubt wurde. Weiter ging es durchs Hüttengrundtal, zum Teil durch schöne Ecken der Gegend um Hoh-Er.

Die Strecke führte zurück auf den alten Sachsenring, vorbei an der Jugend-Kurve, oder auch Nötzold-Kurve genannt. Nötzold ist der Name des Bauern der hier ein Gut betrieb.

Die alte Strecke verlief nördlich der A4 über Waldwege, jetzt geht es auf der B180 entlang in Richtung Glauchau, keine allzu angenehme Strecke, da Tempo 100 und recht dicht befahren.

Allerdings entschädigt dafür die kleine Straße hinab nach Reinholdshain etwas.

In Reinholdshain blockiert eine Baustelle (das hatten wir heute ja noch nicht) die Weiterfahrt.

Erfreulicherweise ist eine Umleitungsstrecke für Fußgänger und Radfahrer ! ausgewiesen.

Ab Reinholdshain ging es seltsamerweise nicht Richtung Bahnhof, wie eigentlich der Mulderadweg verläuft, sondern parallel zur B175. Aber nur ein kurzes Stück, dann stand ich vor verschlossenem Tor.

Ich glaube auch nicht, dass die Betreiber des Auto-Umschlagplatzes gerne Radfahrer durch ihr Objekt lassen. Aber ich muss mich korrigieren, selbst Google Maps navigiert hier nicht durch. Schlußfolgerung: Die Strecke wurde am Bildschirm zusammengeklickt und vermutlich nie gefahren.

Dann hätte man vermutlich auch diesen besseren Trampelpfad nicht als Teil der Strecke genommen. Gut, es lässt sich hier fahren, aber es war auch trockenes Wetter.

In Zwickau schickt mich die Strecke auf der Thumer Straße an die Kreuzung mit der B93 und es soll dort über diese Treppe weitergehen:

Tut mir leid, hier habe ich aufgegeben, dem offiziellen Verlauf zu folgen, zumal die Strecke nach einigen hundert Metern auf der 4spurigen Uferstraße weiter Richtung Zwickau führt.

Ich habe mich an der Stelle lieber für den altebekannten Mulderadweg entschieden. Das war deutlich entspannter.

Fazit: Mit dem geänderten Verlauf hat die Strecke viele Abschnitte auf Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen und vereinzelt führt es über Wege, die nicht fürs Rad gedacht sind.

Schöner geworden ist diese Route damit nicht.

Oder wie kommentierte Frimi meine Beschreibung „Vielleicht hast du ja den Trainings-Parcours der DTM und den Wanderweg der Industriekultur zusammengewürfelt“. Okay, ich hab’s nicht zusammengewürfelt, aber die Bemerkung kommt der Sache recht nahe. 🙂 

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2 Gedanken zu „Städtenetz Radtour“

  1. Vielen Dank für die Hinweise! Dann verläuft die Sächsische Städteroute und die Strecke vom Sächsisch-Bayerischen Städtenetz teilweise auf identischen Wegen.
    Die Städteroute sieht jedenfalls interessant aus, die merke ich mir mal vor. Und danke für die Radstrecken um Chemnitz!

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