Mofette Bublák

Ein kleiner Artikel in der Tageszeitung berichtet von der Mofette Bublák. Mofette? Noch nie gehört. Wikipedia hilft da weiter, es ist ein Austrittspunkt von CO2, eine vulkanische Begleiterscheinung. Und das Vogtland ist geologisch relativ aktiv, immer wieder mal treten sogenannte Schwarmbeben auf, je nach Stärke und Ort auch deutlich spürbar.

Aber wo liegt die Mofette Bublák? In der Zeitung war wohl nur der Ort Vackovec genannt. Die Wikipedia beschrieb es etwas genauer, so dass ich den Standort in Openstreetmap finden konnte.

Eine Radtour hatte ich dann schnell geplant, von Vojtanov über Skalna zur Mofette und von da über den Eger-Radweg nach Franzensbad zurück. Start- und Zielort sind mit der Vogtlandbahn zu erreichen. Also erreichbar ja, aber der Fahrplan ist doch recht dünn. Oder man fährt über Marktredwitz oder Hof zurück. Also etwas umgeplant, zuerst bis Franzensbad fahren, über die Mofette zurück nach Vojtanov und noch weitere knapp 10 km bis Bad Brambach. Und von da geht es häufiger nach Plauen, könnte ich also zum Kaffeetrinken  zurück sein.

Das Innere vom Bahnhofsgebäude in Franzensbad sieht deutlich eindrucksvoller aus, als der kaum als Bahnsteig zu bezeichnende Teil. Kaum einen Meter breit, wenig befestigt und zum Ausgang geht es gleich über die Gleise, wo schon der Gegenzug einfährt.

Die Stadt hingegen mach ihrem Status als Kurbad alle Ehre, und mit reichlich 5000 Einwohner hat Franzensbad ein Casino.

Vom Kurbad ging es zunächst in südlicher Richtung zur Eger und dort an die Talsperre Stein. Von einem Aussichtspunkt, der in Karten mit Chebská stráž (Egerwarte) bezeichnet wird, bietet sich ein schöner Blick über die Talsperre.

Entlang der Eger zeigt der Herbst sich noch einmal in seiner schönen Laubfärbung.

Nach reichlich 20 km Strecke musste nur noch der Zugang zur Mofette gefunden werden. Mehr als ein Trampelpfad über die Wiese ist es nämlich nicht.

Einige Meter weiter ist in dem Wäldchen an der Plesná die Mofette zu finden. Zunächst sieht das eher wie ein Tümpel aus.

Bei näherer Betrachtung sind dann Stellen mit Gasaustritten zu sehen.

Da ein Foto wenig von der Aktivität der Mofette zeigt, habe ich noch ein kleines Video dazu zusammengestellt:

Es ist an der Zeit, sich auf den Weg in Richtung Vojtanow zu machen. Aber die Bahn ab 12:38  Uhr in Bad Brambach werde ich sicherlich nicht schaffen, macht nichts, da gehe ich Mittagessen und fahre 14:38 Uhr.

Zunächst geht es an einigen einzelnen Gehöften nahe der Mofette vorbei. Etwas schmunzeln musste ich über diesen Mini-Glascontainer bei diesen Gehöften.

Aber immerhin können die Anwohner ihr Glas direkt am Haus loswerden, auch keine schlechte Idee.

Über Třebeň geht es nach Nový Drahov mit einer schönen Kirche.

Gleich nach dem Örtchen beginnt das Nationale Naturreservat Soos, ein ausgedehntes Moor. Damit steht in enger geologischer Verbindung das Vorkommen von Tonerden und diese werden hier seit dem 18. Jahrhundert abgebaut und in der hier entstanden keramischen Industrie genutzt. Eine alte Feldbahn, eine der letzten in Tschechien, ist noch in Betrieb.

Auf die keramische Industrie deuten auch die Kaffetassen an Zäunen hin, die kopfüber über die Zaunslatten gestülpt werden. Welchem Zweck, außer Werbung, das dient, ist mir nicht bekannt.

In Skalna ist ein für mich typisch tschechisches Stadtbild zu finden. Die ockerfarbige Gestaltung ist vor allem in den Kurbädern im Bädereck zu sehen.

Sehenswert ist auch die Burg Wildstein, und ich kann bestätigen, es lässt sich dort sehr gut speisen.

12:25 Uhr bin ich am Bahnhof Vojtanov, die Vogtlandbahn ist vor zwei Minuten hier abgefahren. Das hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, ein paar Minuten hätte ich sicher rausgefahren. Egal, ich wollte ja eh bis nach Bad Elster weiter.

Aber was ich auch nicht vorhergesehen habe, ist der Anstieg bei Schönberg zum Kapellenberg hinauf. Hätte mir aber eigentlich bei der Planung auffallen müssen. Egal, es sind ja nur rund 150 m Höhenunterschied…

Zuvor kann man noch einen Blick auf das Schloss Schönberg werfen. Seine Geschichte geht immerhin zurück bis ins Jahr 1261. An der Straße „Am Südhang“ mit Blick zum Schloss ist außerdem noch ein alter Griebenherd zu sehen. Am Kirchturm befindet sich ein Wandrelief, zu dessen Darstellung ich bislang allerdings nichts finden konnte.

Im „Zentrum“ des Dörfchens ist noch ein kleiner Springbrunnen zu bewundern.

Auf Höhe des Kapellenbergs geht es noch einmal über herbstlich geschmückte Straßen und anschließend eigentlich nur noch bergab nach Bad Brambach.

Zunächst komme ich am Bahnhof vorbei, ich schaue noch mal auf die Fahrplantafel, der nächste Zug geht um 14:18 Uhr nach Plauen, genug Zeit für ein Mittag. Gleich beim Bahnhof um die Ecke finde ich das Restaurant „Stadt Leipzig“, macht einen guten Eindruck, die Karte sieht auch gut aus, also Bike abstellen und hinein. Bei der Bestellung gefragt, ob das zeitlich bis zur Abfahrt zu schaffen ist, ja kein Problem. 

Und da denke ich mir, wieso 14:18 Uhr? Verlesen? Im Fahrplan, den ich mir auf der Hinfahrt eingepackt hatte,  steht doch 14:38 Uhr? Komisch, aber vorsichtshalber begebe ich mich auf 14:18 Uhr zum Bahnhof und da steht auch schon die Bahn. Tja, Fahrplanänderung, Bahn fährt früher. Zum Glück war ich rechtzeitig am Bahnhof und habe vorher noch mal auf dem Bahnhof an die Tafel gesehen.

Die Streckenlänge beträgt 50,5 km und es sind 600 Höhenmeter bergauf zu bewältigen.

Und hier die Karte auf GPSies.com:

 

 

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Ein Gedanke zu „Mofette Bublák“

  1. Hallo Matthias,
    heute kam im MDR ein Film über die Schwarmbeben bei Euch im Vogtland und deren Ursachen. War richtig interessant. Soos wurde auch erwähnt. In Železná hůrka (Eisenbühl) gibt es noch einen Vulkankrater zu sehen. Warst Du schon mal dort? Und am stärksten soll es in Klingental beben. Stimmt das?
    Viele Grüße – Pit

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