Antwort auf einen Kommentar

Der Kommentar wurde zwar schon vor einiger Zeit hier geschrieben, leider hatte ich bislang aus sehr privaten Gründen nicht die rechte Zeit für eine Antwort. Das möchte hier nachholen und das nicht als Antwort auf den Kommentar, sondern als eigenen Beitrag.

Der Kommentar wurde zum Artikel „Sperrung des Elsterradweges“ von Andreas geschrieben:

Gewiss müsste man froh sein über mehr Radwege. Aber darf man deswegen diese klitzekleine Restmenge an Naturfläche, die unserem Bauboom dank der Schutzgesetze abgetrotzt wurde, nun auch noch opfern? Könnte es nicht sein, dass der überaus umweltfreundliche Radtourist im Naturschutzgebiet trotz seines hehren Zieles z. B. seltene Wiesenbrüter vergrämt und damit auszurotten hilft? Muss man im Bergland immer „flussnah“ radfahren – oder kann man sich in steinigen Engtälern nicht auch mal ganz technikfern zu Fuß vorwärtsbewegen? Leise, aufmerksam, vorsichtig? Was wäre daran so schlimm?

Kommentar

Zunächst vielen Dank für den Kommentar.

Ich möchte voranstellen, dass nach derzeitiger rechtlicher Beurteilung, der Abschnitt des Elsterradweges von Mühlhausen bis nahe Adorf ohne ausreichende genehmigungsrechtliche Grundlage durch den Landkreis errichtet wurde. Das steht außer Frage und ist eindeutig ein Rechtsverstoß.

Zur Fläche: Laut Herrn Beck vom Vogtlandkreis betrifft der Radweg eine Fläche von 300 m², ich nehme an, dass damit die Zufahrt von der Bundesstraße bis zu dem schon lange Zeit bestehenden Weg, der auch schon lange als Wanderweg ausgewiesen ist, gemeint ist. Das betroffene FFH-Gebiet hat ein Fläche von 621 ha, das sind 6.210.000 m². 300 m² sind 0,005 % davon. Nur um die betroffene Dimension zu veranschaulichen. Im FFH-Gebiet sind laut NATURA 2000 – Übersicht vier gemeldete Tier-/Planzenarten nach Anhang II der FFH-Richtlinie. Davon sind zwei Fische, ein Falter und eine Fledermausart. Von Wiesenbrütern ist hier nicht die Rede.

Natürlich stimme ich zu, dass man sich auch zu Fuß vorwärts bewegen kann. Und das mache ich persönlich auch, wenn ich in den Gipfellagen der Alpen unterwegs bin. Aber ansonsten bin ich halt jemand, der mit dem Fahrrad unsere Umwelt und Natur erkundet. Und aus einem rein egoistischen Interesse heraus vermeide ich bei meinen Radtouren aus naheliegenden Gründen die Nutzung von Bundesstraßen.

Ich wiederhole gern, was ich bei einer Demo gegen den Elsterradweg an der Pirkmühle geäußert habe: Natürlich können wir alles verhindern und absperren, aber damit kann der Mensch auch nicht mehr das sehen und spüren, was es in der Natur zu schützen gilt.

Es lohnt sich übrigens, den Artikel zu lesen. Denn die Radweg-Gegner hatten nichts besseres zu tun, als mit dem PKW ins FFH-Gebiet zu fahren, um dort möglichst nah am Demonstrationsort im Wald zu parken. Ich war der einzige Teilnehmer, der mit dem Rad gekommen ist.

Um das noch einmal klar zu sagen. Ich rede hier nicht pro Raubbau an der Umwelt und der Natur. Ich möchte ein verträgliches Miteinander von naturnaher Aktivität, zu der ich das Radfahren zähle, und unserer schützenswerten Natur. Und wenn ich bspw. an den Oder-Neiße-Radweg denke, so führt dieser meines Wissens auch durch mehrere umfangreiche FFH-Gebiete. (Karte des Metadatenverbund Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Sachsen-Anhalt)

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