Planänderung

Am vergangenen Sonnabend sollte die AvD Sachsen Ralley hier in der Nähe von Plauen entlang führen. Also habe ich meine „große“ Fotoausrüstung eingepackt und bin zunächst in die Stadt zu einem Frühstück beim Biobäcker gefahren, den wollten wir unbedingt mal testen. Und beim Frühstück meint meine Begleiterin, der MDR berichtet, dass es bei der Ralley am Vortag einen tragischen Unfall mit zwei Toten gegeben hat, die Veranstaltung wurde sofort abgebrochen und beendet. Eine vernünftige Entscheidung, finde ich, auch wenn das für mich eine Planänderung bedeutet hat.

Also führte meine neue Strecke zunächst zum Burgteich.

Und statt Ralley-Autos gibt es jetzt Naturbilder.

Weiter ging es südlich um Plauen herum, ab und zu auf dem ausgewiesenen und beschilderten Radwegenetz der Stadt Plauen. Ob aber dieser Weg hier den Qualitätsanforderungen eines solchen Radwegenetzes entspricht wage ich zu bezweifeln. Vielleicht wäre die Beschilderung als „MTB-Strecke“ besser.

Mein „ungeplantes durch die Gegend radeln“ führte mich auf einen Feldweg von Waldesruh nach Tauschwitz und meine Handy-App maps.me zeigte mir in kurzer Entfernung vom Feldweg ehemalige LPG-Gebäude an. Da war meine Neugier erwacht und ich musste dieses bislang unbekannte Objekt erkunden. Die Gebäude stehen noch, zeigen sich aber einem verfallenen Zustand, die Natur erobert sich das Areal Stück für Stück zurück. Alte Elektroinstallation, mit TGL-Kennzeichnung versehen, ist noch sichtbar. TGL steht für „Technischen Normen, Gütevorschriften und Lieferbedingungen“ der DDR. Die Steckdose entspricht der Norm TGL 4175, die die Bezeichnung „Kontaktgebende Niederspannungsgeräte. Kragensteckdosen über 16 bis 100 A, 380 V dreipolig mit Schutzkontakt. Hauptabmessungen. Hauptkennwerte“ führte [Quelle: Bibliothek der Uni Weimar]


Nächstes Ziel meiner Runde war dann das Vogtländische Umwelt- und Naturschutzzentrum Pfaffengut Plauen, es bleibt also alles sehr naturnah bei meiner Tour. Das Pfaffengut engagiert sich unter anderem für die Wildkatze, die auch im Vogtland in freier Wildbahn leben soll. Im Pfaffengut gibt es dazu den Erlebnispfad „Wildkatzensprung“ und ein Wildkatzengehege. Ich habe schon oft davon gelesen, aber vor Ort war ich noch. Das wollte ich jetzt ändern. Also mein Fahrrad am Eingang abgestellt und angeschlossen und zu Fuß auf den Erlebnispfad begeben. Gleich zu Beginn des Pfades gelangt man an das Gehege. Laut Beschreibung lebt hier ein Wildkatzenkater. Allerdings ist der Wildkatzenkater ein zoogeborenes Exemplar seiner Spezies, stammt aus Innsbruck, lebte zwischenzeitlich im Zoo Riesa und seit 2012 hier im Gehege. Und hier ein Suchbild, wo ist der Kater?

Tut mir leid, ich weiß es auch nicht, denn ich habe ihn nicht entdecken können.

Ich bin definitiv kein Fachmann für Katzen und erst recht nicht für Wildkatzen. Aber wenn ich mir das Gehege ansehe und mich an Erzählungen von Hauskatzenbesitzern über deren Reviergröße erinnere, kommt mir das eigentlich viel zu klein vor.

Eigentlich wollte ich noch in Ruhe die weiteren Informationstafeln entlang des Erlebnispfades studieren, aber ein deutlich vernehmbares Grummeln am Himmel und dunkle, zu Regen neigende Wolken, haben mich das Studium der Wildkatze doch etwas zügiger beenden lassen.

Bis zum Plauener Tunnel ging es noch einigermaßen ohne Regen, aber dort habe ich dann nach einem kurzen Besuch des Aktionstages „voll normal“ doch lieber für den Rest der Strecke bis nach Hause die Straßenbahn bevorzugt. Da bleibt man wenigstens trocken. 😉

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