Felsenwege Grünbach

Im Landratsamt Vogtlandkreis ist mir ein Flyer mit drei Wanderrouten bei Grünbach aufgefallen. Darin werden drei sogenannte „Felsenwege“ vorgestellt. Mit Längen von rund 15, 18 und 27 km führen diese durch das Gebiet um Grünbach zu einer Reihe von interessanten Felsformationen.
Die Felsenwege 1 und 2 habe ich an einem Tag befahren. Als Ausgangspunkt habe ich den Bahnhof Grünbach gewählt. Wochentags kann dieser Bahnhof im Stundentakt erreicht und verlassen werden.
Die Wegbeschreibung im Flyer hat allerdings jeweils andere Startpunkte.

Felsenweg 1

Vom Bahnhof ging es zunächst ins Tal der Weißen Göltzsch, zur Rissbrücke und weiter entlang des Oberen Floßgrabens. Entlang der Göltzsch geht es am Elsenfelsen vorbei. Am Oberen Floßgraben geht es dann auch mal auf schmalen Pfaden weiter.

Der Floßgraben selbst ist gut zu erkennen. Derartige Floßgräben wurden in der Gegend um Grünbach schon in der zeit vor 1580 angelegt. Von hier aus gelangte Holz bis Greiz und weiter nach Norden in den Leipziger Raum. Die Salinen, vor allem im Halleschen Raum hatten Bedarf an Holz. Das Ende der Flößerei kam mit dem Bau von Eisenbahnstrecken um 1875 herum.
Führten die Floßgräben zu wenig Wasser, vermutlich so, wie im Foto zu sehen, wurde aus Floßteichen für ausreichend Wasser gesorgt [Quelle: Webseite der Stadt Grünbach]

Entlang aller Felsenwege sind übrigens insgesamt 11 Informationstafeln mit Erläuterungen zu Felsformationen und historischen Gegebenheiten zu finden. Als Beispiel zeige ich hier die Tafel zur Druckersmühle.

Ein Stück geht es über die sogenannte Ganzjahresloipe in Richtung Rehhübelfelsen. An einer Bank an der Loipe lag ein Sammelsurium von Sportartikeln. Ich vermute, dass ein Sportler mit den restlichen Teilen ausgerüstet, aber ohne Helm auf der Loipe unterwegs war. Das Areal um den Rehhübelfelsen ist zum Fahren mit einem Rad nicht allzu gut geeignet.

Der Rehhübelfelsen ist ein Naturdenkmal. Eine sogenannte „überkippte Falte“ stellt eine geologische Sehenswürdigkeit dar, die Schalenschichten des Gesteins wölben sich trommelartig zu einer Verbiegung.

Vom Rehhübelfelsen geht es zurück in Richtung Loipe. Kurz vor dem Wanderparkplatz an der Loipe führt ein kurzer Umweg zum Kleinen Affenstein. Der früher existierende Große Affenstein wurde der Baustoffgewinnung geopfert. Auch wenn der Name auf „Affen“ hinweist, diese Tiere sind hier nicht zu finden. Die Namensgebung geht auf den Uhu zurück. Die mittelalterlichen Oberfranken bezeichnen den Uhu auch als „Auff“, aber die Vogtländer kennen in ihrer Mundart kein „au“, sondern sagen „aa“. Ein typischer Mundartbegriff ist „Fraa“ für „Frau“. Und so wurde der „Auffenstein“ zum „Affenstein“. [Quelle: Infotafel am Affenstein]

Kurz nach dem Affenstein ist mir noch ein Wegweiser aufgefallen. Der Felsenweg 1 ist durchgehend relativ gut markiert, das Logo ist gut zu sehen. Aber hier ist ein Wegweiser ungünstig angeordnet. Denn wer entlang des Felsenweges kommt, sieht die Rückseite und nicht das wichtige Logo mit der Markierung des Felsenweges.

Vom Affenstein geht es in Richtung Siehdichfür, einer kleinen Siedlung, und hinab ins Geigenbachtal. Wieder bergan geht es vorbei an den „Scheibenhäusern“, die beim Blick zurück im Tal noch mit den Dächern durch die Bäume blinzeln.

Wieder auf der Höhe angekommen führt der weitere Weg zur Felsformation am Wendelstein. In Tschechien beginnend zieht sich über Schöneck und Grünbach bis Auerbach eine Kette aus Felsen, die aus der Erde ragen. Der Wendelstein ist Bestandteil dieser Kette, ebenso die anderen Teile der hier zutage tretenden Felsformation. Auf dem Wendelstein wurde 1864 eine Vermessungssäule des Sächsischen Vermessungsnetzes errichtet.
Nördlich vom Wendelstein befindet sich noch der markante „Löwenkopf“. Aus unerfindlichen Gründen bin ich allerdings nur bis zur Hälfte der Felsengruppe gefahren. An dem kleinen Rastplatz wollte ich nämlich die Inschrift auf der Tafel am Fels lesen, was letztlich nur mit etwas Kletterei ging.

Vom Wendelstein geht es weiter durch den nördlichen Teil von Grünbach und dann parallel zur Bahnstrecke zurück zum Bahnhof. Dabei führt der Weg noch über diese kleine, idyllisch gelegene Brücke.

Fazit:
Der Felsenweg 1 ist ein interessanter Wanderweg, der zu einer Reihe von sehenswerten Felsformationen führt. Insbesondere im Herbst bei schöner Laubfärbung eine unbedingte Empfehlung.
Der Weg ist auch mit dem Rad zu befahren, allerdings gibt es einige Stellen, die eher zum Schieben geeignet sind, bspw. beim Rehhübelfelsen. Ansonsten geht es über asphaltierte Wege und Strassen, gut befahrbare Waldwege aber auch über Abschnitte mit Wurzeln.
Die Strecke ist 15 km lang und bringt 320 Höhenmeter mit.

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