Sächsische Städteroute – Tag 3

Wie schon im letzten Teil angekündigt, geht es heute von Falkenau nach Freiberg. Das ist nur eine Strecke von 27 km. Das hat zwei Gründe. Möglich wäre eine Tour bis Nossen möglich, aber wie komme ich von dort wieder per ÖPNV weiter? Es gibt eine Buslinie von Nossen nach Freiberg, aber ob dort Fahrräder mitgenommen werden, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Eine Anfrage per Kontaktformular beim zuständigen Zweckverband blieb unbeantwortet.
Zum anderen hatte ich mit dieser kurzen Tour mehr Zeit, um Tochter und Enkel in Freiberg zu besuchen und das ist ja auch ein wichtiger Grund! 😉

Vom Bahnhof Falkenau geht es zunächst nach Flöha. An der Brücke über die Flöha wird deutlich auf die Sächsische Städteroute hingewiesen, auch wenn die Richtungspfeile schon etwas verblasst sind.
Im Tal geht es weiter und unter der Bahnlinie Hof-Dresden durch. Das Betonviadukt hat seit 1992 ja das alte Hetzfdorfer Viadukt ersetzt.

Der weitere Weg nach Oederan führt an abgeernteten Getreidefeldern vorbei, es wirkt fast schon etwas herbstlich. Und so richtig Sommer hatten wir eigentlich dieses Jahr noch gar nicht. Wer weiß, was der August noch bringt.
Oederan ist vielen bekannt durch „Klein Erzgebirge“, dem ältesten Miniaturpark der Welt (Webseite der Stadt Oederan). Auffällig ist an der Strecke auch die Oederaner Stadtkirche mit ihrem 63 m hohen Kirchturm.
Und wie so oft, wenn ich unterwegs bin sind sehenswerte Gebäude mit einem Gerüst verdeckt. In Oederan war es das Rathaus. Zumindest steht Rathaus am Gebäude, laut Google Maps ist hier jetzt die Stadtbibliothek untergebracht.

Für Freunde eines gepflegten Skats gibt es in Oederan eine Straße namens Schellsieben. Bei einer Null durchaus hilfreich. 😉

Ich glaube, auf meiner Tour gen Görlitz sind mir mehrere solcher „Geisterbaustellen“ untergekommen. Absperrung ist da, aber keine Arbeiter und keine Baumaschinen. Vermutlich müssen die Warnbaken irgendwo gelagert werden…
Bei Wegefahrt begegnet man quasi der kleinen Schwester des Hetzdorfer Viadukts, das hier aber in von der Bahnstrecke Hof-Dresden befahren wird. Laut Streckenbeschreibung auf Wikipedia ist das das Frankensteiner Viadukt mit 349 m Länge.
In Wegefahrt geht es am „Haus des Gastes“ vorbei, das nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung auch schon bessere Zeiten gesehen hat.

Kurz hinter dem Ortseingang von Kleinschirma traf ich auf diese Anordnung von Verkehrszeichen. Tja, was denn nun? Bin ich auf der Hauptstraße oder muss ich Vorfahrt beachten?
Naheliegendste Erklärung ist, dass das Schild „Vorfahrt beachten“ verdreht ist.

Auch die Freiberger nehmen es mit den Pollern nicht so genau, immerhin stehen diese nicht in genau in den Fahrspuren.
Ach guck, das Wohnheim aus meiner Zeit als Forschungsstudent an der Bergakademie Freiberg steht noch. Und es hat sich auch nicht groß verändert…

Damit bin ich Freiberg angekommen, ich schau auf dem Weg zur Familie nach am Obermarkt und dem Brunnen mit Markgraf Otto dem Reichen und seinen vier Wappenlöwen vorbei.

Zu DDR-Zeiten war das Reiten auf den Löwen verboten. Aber nur ein Strafzettel mit dem Delikt „Löwen reiten“ galt als echter Nachweis, dass man in Freiberg studiert hat! Bitte schön, hier ist er:

Da sich offenbar solche „Kleindelikte“ negativ in der damaligen Kriminal-Statistik niedergeschlagen haben, wurde das nicht mehr so richtig geahndet, obwohl die Ordnungshüter von ihrem Büro im Rathaus das natürlich beobachten konnten. Ich habe von allen Kommilitonen meiner Seminargruppe die besagen 5 Mark eingesammelt und bin damit ins Polizeirevier und habe um die Quittungen gebeten. Hat funktioniert. 😉

Die nächste Etappe führt mich von Freiberg nach Radebeul, dort hatte ich im Voraus ein Zimmer für eine Übernachtung gebucht.

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Etwas Mathematik...