Sächsische Städteroute – Tag 4

Auf geht’s von Freiberg nach Radebeul, eine Strecke von knapp 70 km ist zu bewältigen. Und wie sollte es anders sein, schon kurz nach dem Start liegt eine Baustelle auf der Strecke, allerdings ist diese vorbildlich mit einer Umleitung für Radfahrer versehen!
Die Umleitung führt mich direkt durch den Bereich mit Einrichtungen der Bergakademie Freiberg. Es geht vorbei am Neubau der Universitätsbibliothek. Bei der Gelegenheit kann ich dem Gebäude der Fakultät Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik einen kurzen Besuch abstatten, hier habe ich Anfang der 80er Jahre studiert.

Auch in der Freiberger Gegend bleibt man von dem Anblick solcher Störfälle in der Landschaft nicht verschont. Der damit erzeugte Flatterstrom ist es eigentlich nicht wert, unsere schöne Landschaft zu verderben. 🙁
Weiter geht es entlang der Freiberger Mulde in Richtung Nossen.
In Nossen thront unübersehbar das Schloss am Muldehang.

Nach Nossen führt die Strecke durch das Dörfchen Rothschönberg. Hier ist ein bemerkenswertes Stück Bergbaugeschichte zu sehen: Das Hauptmundloch des Königlichen Rothschönberger Stollns.

Erbaut wurde der Stollen in der zeit von 1844 bis 1882, sein Zweck war die Entwässerung des Brander und Freiberger Bergreviers. Mit allen Nebenanlagen erreicht der Stollen eine Länge von über 50 km. Das ist auch heute noch ein bemerkenswertes Zeugnis der damaligen Bergbaukunst.

Der nächste größere Ort entlang der Strecke ist Meißen, leider führt die Tour am Ortskern vorbei, für eine Besichtigung Meißens ist also ein kleiner Umweg nötig.
Die Tour der Städtekette führt auf einer Bahnbrücke über die Elbe und ab hier geht es entlang der Elbe südwärts Richtung Dresden.

Das Stück entlang der Elbe gehört sicherlich mit zu den interessantesten Abschnitten der Städtekette. Auf der einen Seite der Blick auf Weinberge oder auch das Weingut Vincenz Richter, ein zu DDR-Zeiten weitbekanntes Weinrestaurant in Meißen.
Auf der anderen Seite ist der Schiffsverkehr der Weißen Flotte. Genau heißt es „Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG“, auch Sächsische Dampfschiffahrt genannt. Sie gilt als die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt. [Wikipedia]

Damit nähere ich mich langsam dem Ziel des Tages, Radebeul. Genauer gesagt Kötzschenbroda, einem Stadtteil von Radebeul, denn hier hatte ich mir vorab eine Übernachtung gebucht. Ja, Kötzschenbroda, ein kleines Dörfchen am Rande der Stadt, was soll da schon sein, Hauptsache ein Quartier.
Naja, die Realität hat mich dann ausgesprochen positiv überrascht. Das hatte ich nicht erwartet! Ein liebevoll sanierter Ortskern, viele Boutiquen, Künstlerateliers, Restaurants. Selbst neugebaute Häuser passen sich in das Ensemble ein. Der Ortskern strahlt ein beeindruckendes Flair aus, geprägt von Gemütlichkeit und Kreativität.

In der alten Apotheke habe ich später mein Abendessen genossen.
Quartier hatte ich im „Dittrichs“, ein kleines Hotel mit Gastronomie im Erdgeschoss. Kann ich guten Gewissens weiterempfehlen, auch Radfahrer sind gut aufgehoben, es gibt einen abgeschlossenen Abstellraum.

Tagesziel mit Überraschung erreicht, dann kann es am nächsten Tag Richtung Panschwitz-Kuckau weitergehen. Wieso gerade zu diesem Ort? Das berichte ich im nächsten Artikel.

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Etwas Mathematik...