Sächsische Städteroute – Tag 5

Mit rund 80 km liegt heute die längste Tagesetappe vor mir.

Ich sage Tschüss zum schönen Kötzschenbroda und fahre vorbei an der Stadtkirche zurück zum Elbufer, um der Sächsischen Städteroute weiter zu folgen.

Noch ein Blick zu einem Weinberg und dann geht es im Lößnitzgrund entlang. Hier verkehrt auch die gleichnamige Schmalspurbahn. Die Lößnitzgrundbahn wird von der „SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH“ betrieben, die auch für den Betrieb der Fichtelbergbahn und der Weißeritztalbahn zuständig ist.

In Medingen ist mir erstmals aufgefallen, dass auf einem Radwegweiser die Steigung angezeigt wird. Immerhin weiß der Radler so schon rechtzeitig, was da wieder auf ihn zukommt.

Die Strecke führt südlich von Ottendorf-Okrilla durch Hermsdorf, vorbei am Schloss Hermsdorf. Direkt an am Radweg liegt ein Turm der Schlossmauer.

Und wieder einmal eine Umleitung au dem Weg in Richtung Pulsnitz. Gute Frage, fahre ich die Umleitung oder doch in Richtung gesperrter Straße und hoffe, irgendwie durchzukommen? Ich entscheide mich, auf der offiziellen Route zu bleiben und fahre Richtung Sperrung weiter.

Aber in Großneundorf ist wirklich komplett gesperrt, keine Übergänge, nicht mal so richtig für Fußgänger. Die Baustelle sieht nach einer Bachverrohrung aus.
Ich muss mir also einen Weg neben der Straße suchen und nutze schmale Wege und einen besseren Trampelpfad an einem Bächlein entlang, aber ich komme an der Baustelle vorbei!

Streckenweise ist nicht viel zu sehen entlang der der Radroute, da freut man sich schon über eine alte Postsäule als Abwechslung. 🙂
Einige Kilometer weiter, rund 60 km liegen hinter mir, ist Kamenz erreicht.

Am Markt gönne ich mir eine Rast mit Kaffee und Kuchen. Dem niedlichen Miniwindbeutel konnte ich nicht widerstehen.
Sehenswert am Markt ist das Rathaus im Stil der Neorenaissance.

Außerdem ist mir am Markt aufgefallen, dass es zwar Ladesäulen für E-Autos gibt, aber ich habe keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gesehen.
Und das E-Bike an der Säule aufladen geht auch nicht, falscher Stecker…

In Elstra überquere ich die Schwester unserer vogtländischen Weißen Elster. Hier fließt nämlich die Schwarze Elster. Trotz ähnlichem Namen doch ziemlich weit auseinander. Aber ebenso, wie bei der Weißen Elster hat der Name nichts mit dem Vogel zu tun. Der Name wird auf „Al-astra“ zurückgeführt, das aus dem indiogermanischen für „fließen“ kommt.

Von der Schwarzen Elster sind es noch 5 km bis zum Ziel, dem Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau.

Das Kloster bietet Übernachtungsplätze an und ich hatte mir schon einige zeit vor meiner Tour hier ein Zimmer gebucht. Und das funktioniert problemlos per E-Mail. Ich habe schon in vielen Hotels und Pensionen genächtigt, ein Kloster war noch nie dabei.
Im Innenhof ist der beeindruckende Klosterbau schön zu sehen. Im Bild mit dem Springbrunnen ist im Hintergrund die Klosterpforte zu erkennen. Dort meldet man sich als Übernachtungsgast.

Auf alle Fälle sehenswert ist die Kirche, vor allem innen. Dort ist allerdings fotografieren verboten. Mein Tipp: Hinfahren und selbst anschauen. Bei der Gelegenheit können Kleinigkeiten im Klosterladen oder in der Klosterbäckerei eingekauft werden.
Mein Zimmer befand sich in der Kaplanei, die wie schon der Name verrät für die Unterkunft des Kaplans (oder mehrerer?) diente.

Das Gästehaus ist neu renoviert und zeigt sich mit einer beeindruckenden Innengestaltung, auch der Zimmer. Es gibt allerdings kein TV im Zimmer, nur im Gemeinschaftsraum. Ein toll ausgestattetes Bad lässt keine Wünsche offen. Die Lichtschalter sind als nostalgisch wirkende Drehschalter ausgeführt und die Türscharniere wirken wie geschmiedet. Wirklich mit Sorgfalt und Blick für Details gestaltet.
Zur Zeit meiner Buchung war leider kein Frühstück dabei, corona-bedingt hat das Kloster davon abgesehen. Zum Zeitpunkt meiner Tour, war das allerdings wieder etwas gelockert und ich konnte ein Frühstück im Kloster wählen. Es war nicht das hotel-übliche Buffet, sondern pro Platz vorbereitet. Gute Qualität und mehr als reichlich ist meine Einschätzung.
Eine Übernachtung hier ist auf jeden Fall ein Tipp von mir.
Einziger Wermutstropfen ist, dass sich die Klosterleitung noch nicht so richtig auf Radfahrer eingestellt hat, eine vernünftige Abstellmöglichkeit fehlt nämlich noch.

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