Sächsische Städteroute – Tag 6

Mein Ziel ist Görlitz, von Panschwitz-Kuckau aus sind das knapp 100 km und noch einige Höhenmeter. Unterwegs eine Stelle zum Nachladen der Batterie suchen und eine längere Pause einlegen? Oder in Löbau ein Quartier suchen? Eine weitere Übernachtung fällt allerdings aus persönlichen Gründen aus. Aber da die Tochter mitgeteilt hat, am späten nachmittag nach Plauen zu fahren, habe ich mir überlegt, von Löbau aus die Rückreise anzutreten, ich müsste es schaffen, mit dem gleichen Zug von Dresden aus fahren zu können. Für Löbau-Görlitz ergibt sich vielleicht später noch eine Gelegenheit.
Also geht es früh sofort nach dem Frühstück auf Strecke, vorbei am Kloster in Richtung Bautzen vorbei am Milleniumsdenkmal.

Das Milleniumsdenkmal wurde von katholischen Sorben zum Jahr 2000 als Dank für das Geschenk des christlichen Glaubens erbaut. Die Steine und Kreuze am Boden sollen ein Zeichen aufkeimenden Glaubens darstellen. Die Figuren sind in Kupfer gefertigt und stellen die Slawenapostel Cyrill und Methodius dar. [Quelle: Infotafel am Denkmal]

Am Denkmal begrüßte ich ein Ehepaar, das ebenfalls per Rad unterwegs war, mit einem fröhlichen Glück auf! Woraufhin ich ins Ruhrgebiet verortet wurde. Da musste ich leider klarstellen, dass der Bergbau in Sachsen ebenfalls Tradition hat und rund 100 Jahre älter ist, als im Ruhrgebiet. Achja, das Steigerlied kommt auch aus Sachsen, nicht aus dem Ruhrgebiet! 😉

Viel bemerkenswertes gibt es entlang der Strecke nicht zu sehen. In Schmochlitz fällt das Bischof-Benno-Haus auf, ein Katholisches Bildungs- und Tagungshaus des Bistums Dresden-Meißen.

Der nächste größere Ort ist Bautzen. Hier geht es zunächst über die noch recht kleine Spree, die Rückseite einer älteren Fabrik sind zu sehen. Ein kleines Stück weiter weist eine Infotafel auf einen Wohn- und Gewerbepark „Am Spreeebogen“ hin. Aber he, welcher Wohnpark hat schon einen Gleisanschluss!

Auf dem Weg hinauf zum Zentrum von Bautzen ist die Ruine der Nicolaikirche zu sehen. Die Radroute führt weiter durch den „Stadtpark am Klinikum Bautzen“ (so nennt sich der Park jedenfalls auf Google Maps) und damit auch im historischen Ortskern der Stadt vorbei. Ich will ja rechtzeitig die Bahn in Löbau erreichen, als lasse ich den Umweg zum Zentrum leider auch weg.
Auch in Bautzen gesehen: Ein Radweg mit Trennlinie für die Fahrspuren. Allerdings war wenig Betrieb auf dem Radweg, so dass ich nicht beobachten konnte, ob sich die Bautzner daran halten.

Das war auch eine Seltenheit auf meiner gesamten bisherigen Tour: Pfützen! Insgesamt waren die Strecken wetterbedingt trocken, auch wenn es abseits der Straßen über Feld- und Waldwege ging.
Die wechselhafte Bewölkung war wieder einmal schön am Bahnhof Pommritz zu sehen. Bahnhofsgebäude im Sonnenlicht, der Himmel mit dunklen Wolken. Hier am Bahnhof halten Züge, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht!

Auf dem weiteren Weg nach Löbau ging es an der „Grube-Mühle“ vorbei. Geschichtlich reicht die Mühle bis ins Jahr 1504 zurück. Ursprünglich diente die Mühle zur Getreideverarbeitung, heute wird das Löbauer Wasser am Standort zur Energiegewinnung genutzt.
Einige Mühlsteine, darunter ein Spitzgangbodenstein und ein Läuferstein einer Schrotmühle sind ausgestellt.

Aus der Ferne ist jetzt der Löbauer Berg mit dem Fernsehturm und auf der rechten Bergkuppe der König-Friedrich-August-Turm knapp über den Baumwipfeln zu sehen.

Schon ein ganzes Stück zuvor dachte ich, so weit kann Löbau doch nicht mehr weg sein (meine Bahn fährt ja demnächst…). Von Zschoma aus sind es bis Löbau rund 5 km Luftlinie, wie auch mein Navi mir bestätigte. Allerdings führt die Radroute fast im Zickzack nach Löbau und entfernt sich dabei gelegentlich sogar wieder. So werden 5 km Luftlinie zu rund 16 km Strecke.
Aber ich war doch rechtzeitig am Bahnhof in Löbau. Ein sehr schönes Bahnhofsgebäude, das allerdings keine Bahnhofsfunktion mehr hat, zu den Gleisen geht es außen herum, irgendwelche bahnhofstypischen Geschäfte, wie Presseshop oder Imbiss, habe ich nicht gesehen.

Also habe ich meine Bahn pünktlich erreicht, Anschlüsse haben auch funktioniert und so konnte ich ab Freiberg mit Tochter und Enkel gen Plauen reisen.
Allerdings musste ich in Bischofswerda umsteigen. Das bedeutet Treppen runter und Treppen wieder rauf. Lift gibt es nicht und auch nicht all zuviel Umsteigezeit. Mit E-Bike und Gepäck artet das dann schon in Plackerei aus. 🙁

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Etwas Mathematik...