Zschopautalradweg | Flöha-Döbeln Teil 3

In Kriebethal ist wieder Rätselraten angesagt. Ist das der Wegweiser für den Zschopautalradweg? Und wenn ja, führt der tatsächlich über diese schmale Fußgängerbrücke?

Ich habe mich entschieden, auf der Kriebsteiner Str. weiter in Richtung Waldheim zu fahren, das am Niedermarkt mit dem 1902 im Jugendstil erbauten Rathaus grüßt.

Nach dem Rathaus wird die Streckenführung, nun ja, etwas bizarr. Unmittelbar nach der Bahnunterführung am Bahnhof soll der Radweg nach rechts führen. Nur, da ist nichts. Entweder Sackgasse wegen Betriebsgelände der Bahn oder Treppen. Ich habe ich entschieden, einmal um den Block zu fahren und habe mir den Weg von der anderen Seite angesehen. Tatsächlich, es geht hier über mehrere Treppen.
Da ist der schmale Weg zwischen Zaun und Hecke eigentlich gar nicht der Erwähnung wert.
Aber danach kommt noch ein Leckerbissen für Downhill-Fans. Es geht steil bergab und über einen schwer fahrbaren schmalen Pfad abwärts zur Waldstraße.
Ich weiß nicht, wer diesen Streckenabschnitt ausgewählt hat. Downhiller? Schreibtischradler?

Belohnung für das Mühsal ist ein Blick auf das imposante Diedenhainer Viadukt, über den die Bahnstrecke Riesa-Chemnitz führt. Laut Wikipedia wird der Abschnitt Limmritz-Waldheim auch als Bankrottmeile bezeichnet, weil die Baukosten für die Brücken im Jahr 1848 zur Zahlungsunfähigkeit der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn-Gesellschaft führten. [Quelle: Wikipedia]

Aber so ganz bin ich mit den Seltsamkeiten der Streckenführung noch nicht am Ende. Die Krönung kam bei Limmritz, kurz vor dem Streckenziel Dübeln. Denn plötzlich stand ich an dieser Furt:

Eine Furt, keine Brücke, offizielle Streckenführung. Die letzte Brücke zurück ist in Waldheim, alternativ ist ein recht langer Umweg über Nauheim und Westewitz möglich. Oder eben hier durch. Ich habe mich für die Furt entschieden. Im Nachhinein kann ich sagen, der Untergrund ist sehr glatt und das Waser ziemlich erfrischend…
Ja, ich lag komplett in der Zschopau, patschenass. Dann kann ich auch weitergehen. Auf der gegenüberliegende Seite konnte ich zum Glück Hose und Jacke wechseln. Durch das herbstliche Wetter hatte ich nämlich für erwartete steigende Tagestemperatur noch andere Kleidung im Rucksack.
Ja, so ein Erlebnis kann man mal machen, muss aber nicht sein.

Pikanterweise habe ich vom anderen Ufer aus doch noch eine Brücke gesehen, die allerdings in meiner Karte blöderweise nicht eingezeichnet war. So ist das Leben.
Aber nicht, dass die kreative Streckenführung hier schon zu Ende ist. Am Ortseingang von Masten soll es theoretisch hier durch das Gebüsch entlang der Bahnlinie gehen. Nein, danke, die Furt reicht mir.

Auch ein Schutzstreifen mit farblicher Abgrenzung zur Fahrbahn in Döbeln kann da am Ende nicht mehr viel verbessern.

Letztlich war knapp rechtzeitig (und durchnässt) am Bahnhof in Döbeln für meine Rückfahrt nach Plauen. In Chemnitz habe ich mir dann noch eine Zeitung geholt und zumindest für die Bahnfahrt nach Plauen meine Schuhe zum Trocknen ausgestopft.

Fazit:
Der Zschopautalradweg von Flöha nach Döbeln führt durch landschaftlich zum Teil schöne Gebiete und bietet vieles zum Entdecken.
Nachteilig ist die teils fehlende Wegweisung und eine Streckenführung, die vor allem im Teil ab Kriebethal teilweise etwas abenteuerlich anmutet. Ich werde mich dazu mit dem Tourismusverband Erzgebirge e.V. , der als Verantwortlicher bei Outdooractive genannt wird, in Verbindung setzen.

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Etwas Mathematik...