Arboretum Plauen

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, passend zum Arboretum. Aber der Reihe nach.
Montag war mein letzter Urlaubstag, also noch eine Gelegenheit das trockene Wetter zu nutzen und eine Runde mit dem Rad zu drehen.
Unterwegs nach Neundorf bot sich zunächst ein eindrucksvoller Himmel Richtung Südvorstadt. Fehlte nur noch das Raumschiff aus dem Film Independence Day, das durch die Wolken bricht.

Nach einer Runde durch das südliche Plauen erreichte ich das Plauener Arboretum am Friedhof II. Ich hatte schon mal kurz reingesehen mir aber einen ausführlicheren Besuch für später aufgehoben. Aber jedes Mal, wenn ich dort vor Ort war, war das Tor geschlossen, obwohl laut Öffnungszeiten der Zugang möglich sein sollte. Und heute konnte ich das Rätsel lösen. Ich habe immer am großen Tor probiert und die kleine geöffnete Pforte daneben völlig übersehen. Der Wald, die Bäume… wie passend zum Arboretum.

Ein Arboretum ist einfach gesagt eine Baumpflanzung, meist verschiedenartiger und oft auch exotischer Bäume. Das Arboretum befindet sich auf dem Gelände eines alten Friedhofs. Dieser ist seit 2011 für Bestattungen geschlossen, im Jahr 2008 hat der Ausschuss für Stadtplanung und der Stadtrat von Plauen der Umgestaltung zu einem Arboretum zugestimmt. [Quelle: Kompetenzzentrum Friedhof]

Direkt am Eingang befindet sich die alte Kapelle.


Auf dem Gelände des Friedhofs sind noch eine Vielzahl alter Grabstätten zu sehen. Zwei Beispiele werden hier gezeigt.

Hugo Oskar Walther lebte bis 1916, er war Gendarm und Ziegeleibesitzer. In Syrau schuf er die elektrische Licht- und Kraftanlage sowie das Gemeindewasserwerk. Seine Ziegelei befand sich auf dem Gelände des heutigen Fußballplatzes an der Pausaer Str, der demnächst einer Erweiterung der benachbarten Vogtlandmilch GmbH weichen muss.
Emil Julius Gentzsch gehörte zu den führenden Steinmetzen von Plauen. Seine Werke sind auf Plauener Friedhöfen zu finden, sicherlich auch in Nachbarschaft zu seiner eigenen Grabstätte auf dem Friedhof II.
[Quelle: Infotafeln an den Grabstätten]
Bei einem Rundgang lässt sich noch viel mehr zur Stadtgeschichte und früheren Persönlichkeiten erfahren, da kleine Infotafeln an den Grabstätten Auskunft geben.

Ein relativ neues Schmuckstück auf dem Gelände des Arboretums ist ein kleiner Pavillon. Dieser Pavillon stammt aus dem Jahr 1926 und steht unter Denkmalsschutz. Allerdings steht er erst seit Mitte 2021 hier, ursprünglicher Standort war Mühltroff. Dieser Pavillon soll im Zentrum der entstehenden sogenannten Apothekergärten stehen.

Die Skulptur im Vordergrund gehört zur Grabstätte von Michael Steinmetz, verstorben im Jahre 1951. Steinmetz war Tischlermeister.
Es werden auch Führungen durch das Arboretum angeboten, ich denke, das ist für das späte Frühjahr oder den Sommer auch mal ein Vorhaben.

Auf meiner weiteren Runde habe ich dann noch ein Denkmal in Stadtparknähe entdeckt, das mir bislang verborgen geblieben ist.


Das Denkmal ist den Toten des 1. Weltkrieges geweiht, als Datum wird der 18.06.1922 ausgewiesen.

Auf dieser Tour hatte ich es wohl etwas mit Grabstätten und Verstorbenen zu tun…

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Etwas Mathematik...