Der lange Weg zum Elsterradweg – Splitter 67 [Teil 2] 

Der straßenbegleitende Radweg führt bis zum Ortseingang Möschwitz. Ab hier geht es auf der Straße weiter. Die ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) sieht am Radwegende eigentlich ein geschütztes Einschwenken des Radwegs auf die Fahrbahn vor. Davon kann hier nicht die Rede sein.
Ich wüsste auf Anhieb auch im Vogtland kein einziges Beispiel für eine Ausführung eines Radwegendes nach ERA.

Nachdem der Radweg abrupt endet, ist für den Radverkehr in Möschwitz ein Schutzstreifen eingerichtet. Die Markierung mit unterbrochener Linie ist in Ordnung, ob aber die empfohlene Mindestbreite von 1,25 m eingehalten wird, bin ich mir nicht sicher. Nachgemessen habe ich das aber nicht.

Nach Möschwitz (die Weiße Elster ist hier ca. 500 m entfernt im Tal – nur als Erinnerung, weil das ja der Elsterradweg ist) gibt es wieder einen ausgebauten Rad-/Fußweg, der sich zum Gunzenberg hinaufschlängelt.

Naja, auch dieser Radweg endet hinter der Einfahrt zum Campingplatz Gunzenberg etwas abrupt und seltsam ohne richtige Anbindung an die Straße oder einen weiterführenden Weg.

Ich habe keine Vorstellung, was das mal das werden soll.

Der folgende Streckenabschnitt besitzt Konfliktpotential. Aus kleinen Informationshäppchen in der lokalen Presse ist zu folgern, dass der Radweg, sofern mal gebaut wird, entlang der Straße geführt wird. Damit wird das interessante Areal im Bereich Freizeitanlage („Elefantenklo“), Kletterwald, Schiffsanleger und Imbissmöglichkeiten rechts liegen gelassen. Andererseits ist dort auch viel Besucherverkehr, so dass zusätzlicher Radverkehr das Unfallrisiko erhöht, für beide Seiten. So bleibt vermutlich nur der Blick zur Seite oder eine richtige Rast.

Kurz vor der Staumauer steht dieses gelbe Schild mit Radsymbol:

Das ist zunächst mal ein Richtzeichen (Vorwegweiser) nach § 42 StVO. Normalerweise wird das gelbe Schild für Umleitungen eingesetzt, die es hier aber nicht gibt. Auch die Anlage 3 der StVO weist das unter Abschnitt 11 als „Umleitungsbeschilderung“ aus.

Ich finde, das Verkehrszeichen ist hier möglicherweise falsch gewählt. Geeigneter wäre vielleicht so ein grüner Radwegweiser, besser noch ein bauliches Ausschwenken von der Straße auf den Fußweg.

Der Weg über die Krone der Staumauer ist für Radfahrer freigegeben, in beide Richtungen. Zusätzlich zu den Fußgängern. Am Wochenende bei schönem Wetter (sofern man nicht schon früh gegen 8:00 Uhr hier unterwegs ist) ist fahren mit dem Rad nahezu unmöglich, die Gefahr, mit Kindern oder auch Erwachsenen einen Unfall zu verursachen, ist immens und eigentlich nicht zumutbar.

Auch dieser Radweg endet mehr oder weniger abrupt in Höhe Abzweig nach Jocketa. Hier kann sich der Radler aussuchen, ob es auf der Straße weitergeht oder der unbefestigte Weg neben der Straße gewählt wird, der an der Minigolfanlage vorbeiführt.

Ich bevorzuge den unbefestigten Weg, der anschließend über den Parkplatz „Talsperre Pöhl“ führt. Für Rennräder vermutlich weniger geeignet.

Aber am Parkplatz Neudörfel (das war früher mal ein Autokino, wenn ich mich recht erinnere) geht es nur auf der Straße (S297) weiter. 700 m sind es bis zum Abzweig Neudörfel.

Ich nehme an, dass die Sanierung der Straße durch Neudörfel mit der Streckenführung des Elsterradwegs zusammenhängt. Der Straßenbau wurde 2018 unter der Bezeichnung „Anbindung von Gewerbebetrieben und touristischen Basiseinrichtungen an das überregionale Verkehrsnetz durch Ausbau der Ortsstraße Neudörfel“ geführt. Also wird wohl das kurze Stück bergauf (30 Höhenmeter bei 500 m Strecke) durch Neudörfel später zum Elsterradweg gehören.

Hier mündet die Straße wieder auf die S297, allerdings führt schräg gegenüber schon die Ziegelhüttenstraße in Richtung Ruppertsgrün weiter.

Wer hier rasten möchte, empfehle ich den Landgasthof „Zum Posthaus“. Ich war bei meinen Besuchen dort immer sehr zufrieden, es kann aber auch mal knapp mit Plätzen sein, vor allem am Wochenende.

Ob nun frisch gestärkt oder nicht, es geht auf der Ziegelhüttenstraße weiter.

2017 war in der lokalen Presse zu lesen, dass die Ziegelhüttenstraße auf 3,5 m Breite  mit Betonpflaster ausgebaut werden soll. Die Arbeiten sollen 2018 beginnen und die Strecke von der S297 bis Ruppertsgrün umfassen.

Interessant ist, dass der Radwegweiser schon das Zusatzschild für den Elsterradweg trägt.

Hier bei Neudörfel dürfte auch der größte Abstand zur Weißen Elster beim neuen Verlauf des Elsterradweges auftreten, knapp 3 km habe ich mit BaseCamp gemessen.
Den Ausbauzustand der Ziegelhüttenstraße zeige ich im nächsten Artikel.

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Etwas Mathematik...