Kleiner und Großer Kranichsee

Bei Carlsfeld, ein Ort direkt an der Grenze zum Vogtlandkreis gelegen, befinden sich die Naturschutzgebiete Kleiner Kranichsee und Großer Kranichsee. Beides sind Hochmoore die sich auf deutsche und tschechische Seite erstrecken und bis in den Vogtlandkreis hinein reichen. Außerdem befindet sich hier die Trinkwassertalsperre Carlsfeld (übrigens die höchstgelegene Trinkwassertalsperre Deutschlands). Es verspricht also einiges Sehenswertes zu geben.

Carlsfeld ist (obwohl Bahngleise vorhanden sind, dazu später mehr) nicht per Bahn zu erreichen. Und mit 9-Euro-Ticket und Fahrrad vermutlich ohnehin nicht, selbst wenn es eine Bahnverbindung gäbe…
Also habe ich mein Auto im Ortzentrum geparkt, hier wurde offenbar recht neu ein gut gestalteter Parkplatz geschaffen.
Vom Ortszentrum ging es per Rad zunächst bergauf Richtung Talsperre.

Im Eingangsbereich ist eine Sammlung von Grenzsteinen zu besichtigen. die aus der ehemaligen Siedlung „Weiterswiese“ stammen. Zu sehen sind bspw. Grenzsteine mit den Symbolen „Kurschwerter“ oder „Rautenkranz“.

Im Eingangsbereich der Talsperre bietet sich auch ein Blick auf die Staumauer. Die Talsperre wurde Ende der Zwanziger Jahre errichtet, die Länge der Krone beträgt mehr als 200 m. Die Talsperre umfasst eine Fläche von rund 46 ha.

Vom Stausee in Richtung Kleiner Kranichsee geht es an der Schutzhütte „Butterweg“ vorbei, die vom Sachsenforst hier errichtet wurde.

Ein kleines Stück südlich der Schutzhütte beginnt der Weg zum Hochmoor Kleiner Kranichsee. Ins Hochmoor führt ein Holzweg (oder Knüppeldamm?). Ein kleiner Aussichtsturm gestattet einen Rundblick über das Hochmoor, das allerdings für mich optisch nicht sehr anders, als Wald aussieht. Moorige Stellen sind eher vom Pfad aus zu sehen.

Die Gegend um Carlsfeld ist ein touristisches Ziel, sowohl im Sommer. als auch im Winter. Erfreulicherweise gibt es für Sommer- und Wintersportler entsprechende Infotafeln mit Wander-/Radrouten und Loipenplänen, wie hier an der „Dreckpfütze“. Ob die Namensgebung eventuell auf schmutziges Moorwasser zurückgeht, weiß ich allerdings nicht.

Unweit der „Dreckpfütze“ ist eine Wegkreuzung zu finden, die anhand der Radwegweise deutlich macht, wie viele (Fern-)Radweg hier zusammentreffen. Neben Karlsroute ist auch der Radfernweg Sächsische Mittelgebirge zu finden, sowie die Verbindungsroute 23, die Nebenroute 01 der Karlsroute und die Kammtour.

Von diesem Wegekreuz sind es nur wenige Meter bis zum „Celnice“, tschechisch für „Zoll“. Da war vor einiger Zeit von diversen behördlichen Streitigkeiten zu lesen, die befürchten ließen, dass der Betrieb dieser Einkehrmöglichkeit eingestellt wird.

Zumindest aktuell sieht es so aus, als würde es weitergehen, ich war wohl mit kurz nach 10 Uhr viel zu früh an Ort und Stelle.
Die Beschaffenheit der Forstwege hier im Bereich der Kranichseen ist durchweg als gut fahrbar einzustufen.

Die Strecke zurück nach Carlsfeld führte mich jetzt südlich der Talsperre entlang, ich wollte diese ja komplett umrunden (was auf Grund der Größe allerdings nicht allzu schwierig ist). An einer Wegkreuzung hat der Sachsenforst eine interessant gestaltete Infostelle eingerichtet. Ein alter Baum, besser gesagt ein Stück Stamm davon, zeigt seine Jahresringe und besondere Ereignisse sind markiert, bspw. die Ausweisung des NSG „Großer Kranichsee“ 1961 oder der Raumflug von Sigmund Jähn 1978.

Ein kleines Stück weiter auf meinem Weg wird der Zufluss zum Stausee überquert, die Wilzsch. Die Vorsperre ist befahrbar allerdings eine Sackgasse.

Eingangs hatte ich bereits erwähnt, dass in Carlsfeld Bahngleise liegen. Neben Gleisen sind es auch noch Reste von Bahnhofsgebäude und Reste von Waggons. Es hat allerdings einen gewissen musealen Charakter. Das ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass das im Zusammenhang steht mit dem Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen e. V und einem seitens beteiligter Kommunen aufgegebenem Projekt des Wiederaufbaus der Schmalspurstrecke nach Carlsfeld.

Mit einem Blick auf die Trinitatiskirche in der Ortsmitte verabschiede ich mich aus Carlsfeld.


Ich kann einen Besuch der Gegend nur empfehlen, sowohl für Wanderer als auch für Radler. Und da man ohnehin mit dem PKW anreisen musss, spielt das Chaos mit dem 9-Euro-Ticket auch keine Rolle.

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Etwas Mathematik...