Leipzig: Innerer Grüner Ring

Eigentlich gibt es diese Radtour gar nicht mehr. Also die Straßen und Wege gibt es schon noch, es lassen sich auch noch Karten finden, die den Weg anzeigen und GPX-Files zum Download anbieten. Aber es gibt keine Beschilderung dieser rund 70 km langen Strecke. Die Alternative ist der „Grüne Ring“ , der es allerdings auf über 130 km Streckenlänge bringt.

Ich habe mich für die 70 km-Tour entschieden, Start am Markleeberger See. Dank 9-Euro-Ticket und möglichem Schienenersatzverkehr entweder auf der Strecke Plauen-Zwickau oder Zwickau-Leipzig oder beiden, habe ich mich für eine Anreise per PKW entschieden. Ich möchte ja sicher ankommen und auch zurück und nicht irgendwo plötzlich mittendrin den Zug verlassen müssen. Das ist die Wirkung des 9-Euro-Tickets für mich: Ich fahre mit dem Auto…

Im Uhrzeigersinn fahre ich also um Leipzig. Erstes sehenswertes Objekt ist die Auenkirche Markkleeberg, die laut Infotafel ihre Wurzeln im 12. Jahrhundert besitzt.

Zumindest am Beginn, bei mir also im Südwesten Leipzigs, fährt man tatsächlich im Grünen, wie hier entlang der Pleiße.

Nun, damit hatte ich nicht gerechnet, ich bin genau in eine Triathlon-Veranstaltung geraten. Da wollte ich nun definitiv nicht mitmachen. Laufen ist nicht so meins… Aber durchs Ziel bin ich schon mal gefahren, wenn dieses Portal später das Ziel war.

Und grün geht die Radroute des Inneren Grünen Ringes weiter.

In der Leipziger Zeitung wurde im Mai 2020 en Artikel zum Thema der Grünen Ringe veröffentlicht. Darin wurde als ein Grund für den Rückbau des Inneren Grünen Ringes der „oft der miserable Zustand des Radweges“ genannt. ]Quelle: Leipziger Zeitung]
Kann ich bestätigen, zumindest bei Lindenthal lagen auch mal Stämme quer über dem Weg.

Zu Leipzig gehört seine Messe, auch wenn mir das Messegelände schon fast etwas ruhig und verlassen vorkam, die Symbol-Säule war jedenfalls noch sichtbar.

Die Streckenlänge betrug am Ende 70,1 km, mein Parkplatz war ja etwas abseits der Route. Ich habe insgesamt 5,5 Stunden benötigt, reine Fahrzeit waren 4 Stunden.

Die Strecke wurde von mir bei Outdooractive veröffentlicht.

Das GPX-File ist auch im Downloadbereich verfügbar.

Leipzig Innerer Grüner Ring
Leipzig Innerer Grüner Ring
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Schmirchauer Höhe

Die kannte ich bis vor wenigen Tagen auch noch nicht. Bei der Suche nach Zielen für Radtouren, mal außerhalb Vogtland, bin ich an die Koberbachtalsperre geraten. Da war ich auch noch nicht. Aber die ist nicht allzu groß, also habe ich mal so im Umfeld in den Kartenwerken etwas genauer geguckt und habe die Schmirchauer Höhe gesehen. Liegt bei Ronneburg, in den Neuen Landschaften der Buga Gera-Ronneburg.

Aber da war ich doch, nur der Name sagt mir nichts. Also meine Tour entsprechend geplant und los, mit Start an der Koberbachtalsperre. Erster Eindruck war, dass da viel zu wenig Wasser drin ist.

Ja, die Talsperrenmeldezentrale bestätigt mir ca. 5 m unter Stauziel. Daher fehlt auch jede Menge Wasserfläche und optischer Eindruck.
In Blankenhain ging es am Deutsches Landwirtschaftsmuseum vorbei. Landwirtschaft ist nicht so meins und außerdem hatte ich für Nachmittag schon einen Museumsbesuch geplant.
Kurz hinter Blankenhain war es nur eine kleine Brückenüberquerung bis ins Kamerun…

Kurz hinter Reust sagt der Turm von „Schacht 407“, dass ich im Bergbaugebiet Ronneburg angekommen bin.

In Ronneburg fand ich zunächst diese Brücke mit freitragenden Pfeilern sehr interessant. Vielleicht stehen die Pfeiler unter Denkmalsschutz?

Aber wie geht’s denn zur Schmirchauer Höhe? Bis zu der zuvor gezeigten Brücke hatte ich schon einen Weg ohne Zugang zur Höhe erkundet und musste umkehren. Aber hier war ein Wegweiser an der Straße, Zugang zu den neuen Landschaften und ich glaube sogar die Höhe wurde explizit mit genannt. Also Richtung Eingang, 1 Euro für Tagesticket bezahlt, um den Erhalt zu unterstützen.

Mein Kartenwerk meinte, dass ich über den „Aussichtspunkt Fördertürme“ zur Höhe gelange. 2017 hatte ich zu dem Aussichtspunkt schon mal berichtet.

Und dann habe ich auch einen Wegweiser zur Höhe gefunden:

Bemerkenswert, von hier ist ein Blick auf die Drachenschwanzbrücke von oben möglich! Und ich bin noch nicht auf dem Gipfel angekommen, der liegt noch vor mir.

Aber ach, der Weg ist gesperrt. Und in Bergbau- oder Bergbaufolgegebieten halte ich mich tunlichst an solche Sperren.
Sollte ich den sichtbaren Trampelpfad nehmen? Mit Bike ziemlich mühsam, nein, ich versuche lieber einen anderen Weg zum Gipfel zu finden. Der Hügel ist quasi mit einem richtigen Netz an Wegen versehen.

Also einmal um den ganzen Hügel drumrum und eine offene Zufahrt zum Gipfel gefunden.

Die überdimensionierte Grubenlampe (Korrektur: das nennt sich Grubengeleucht!) ist ja schon von weitem sichtbar und wirkt fast wie ein Leuchtturm. Auf dem Gipfel gibt es einen Rundweg mit tollen Aussichten über die alte Bergbaulandschaft.

Innerhalb des Rundwegs zeigt eine sogenannte begehbare Landschaft „die Ausdehnung und Inbesitznahme der Landschaft durch den Uranerzbergbau und die Dimensionen der Sanierung seiner Hinterlassenschaften“ [Quelle: Wismut]

(Mit MouseOver kann das Panorambild bewegt werden, bei Mobilgeräten durch Kippen. Unter Umständen ist das Panorama leider nicht für alle Mobilgeräte geeignet.)

Für die Rückfahrt hatte ich eine etwas abweichende Strecke gewählt, die Fahrt endete wieder im Bereich der Staumauer, die ich mir auch noch ansehen wollte. Allerdings kommt die doch relativ unspektakulär daher.

Ich hatte es ja schon eingangs geschrieben, ein Museumsbesuch stand noch auf dem Programm. Denn bei der Streckenplanung war mir das Museum „Tuchfabrik Pfau“ aufgefallen. Und Freitags gibt es dort eine Führung (Empfehlung ist, sich anzumelden) mit Besichtigung der laufenden Dampfmaschine. Das Museum gehört zum „Sächsischen Industriemuseum“, genauer zum gleichnamigen Zweckverband. Denn das Industriemuseum als solches steht in Chemnitz.
In der Tuchfarbik Pfau kann die gesamte Herstellungskette von der Baumwollfaser bis zum fertigen Tuch an funktionsfähigen Maschinen bestaunt werden.

Im Bild ist eine Spinnmaschine, ein Selfactor.

In der Sonderausstellung „Die Zukunft der Textilindustrie“ wird etliches zur Textilindustrie in Sachsen gezeigt. Unter anderem ein Rad fürs Fahrrad mit Textilspeichen!

Und die Dampfmaschine konnte ich auch in Betrieb sehen. Foto? Nein, meine Empfehlung ist es, sich das alles selbst anzusehen. Es ist ein wirklich sehenswertes Museum und unsere Museumsführerin war mit Engagement und viel Wissen bei der Sache. Danke schön!

Sanierung der Elstertalbrücke

Im Blog hatte ich schon erwähnt, dass die Bahnbrücke über die Weiße Elster bei Jocketa saniert wird. Gut sichtbar sind derzeit die Arbeiten zum Gerüstbau und das wollte ich mir vor Ort ansehen.

Meine Strecke führte mich zunächst nach Jocketa. Dort war mir letztens schon einmal der Wegweiser zum „Hebammensteig“ aufgefallen, ein doch ungewöhnlicher Name. Aber es ist zumindest von der Steinsdorfer Str. aus nicht viel mehr als ein Trampelpfad zwischen zwei Feldern.

Über Röttis ging es weiter Richtung Barthmühle. Aus der Höhe war schon ein Blick auf das entstehende Gerüst möglich.

Im Tal der Weißen Elster ist der linke Wanderweg (flussabwärts gesehen) weiterhin geöffnet, so dass ich bis zur Elsterbrücke radeln konnte. Der Gerüstbau an dieser Brücke ist schon beeindruckend.

Aber wer, zur Hölle, schleppt einen Einkaufswagen hierher zur Brücke? Der nächstgelegene Markt mit Einkaufswagen ist vermutlich in Jocketa und damit ca. 1,7 km entfernt.

Auf der Rückfahrt begegnete mir in Plauen noch etwas ganz außergewöhnliches. Die Vogtlandbahn mit Doppeltraktion:

Ich weiß aber nicht, ob das nur eine Überführung ist oder um dem erhöhten Fahrgastaufkommen durch das 9-Euro-Ticket zu entsprechen.