Schmirchauer Höhe

Die kannte ich bis vor wenigen Tagen auch noch nicht. Bei der Suche nach Zielen für Radtouren, mal außerhalb Vogtland, bin ich an die Koberbachtalsperre geraten. Da war ich auch noch nicht. Aber die ist nicht allzu groß, also habe ich mal so im Umfeld in den Kartenwerken etwas genauer geguckt und habe die Schmirchauer Höhe gesehen. Liegt bei Ronneburg, in den Neuen Landschaften der Buga Gera-Ronneburg.

Aber da war ich doch, nur der Name sagt mir nichts. Also meine Tour entsprechend geplant und los, mit Start an der Koberbachtalsperre. Erster Eindruck war, dass da viel zu wenig Wasser drin ist.

Ja, die Talsperrenmeldezentrale bestätigt mir ca. 5 m unter Stauziel. Daher fehlt auch jede Menge Wasserfläche und optischer Eindruck.
In Blankenhain ging es am Deutsches Landwirtschaftsmuseum vorbei. Landwirtschaft ist nicht so meins und außerdem hatte ich für Nachmittag schon einen Museumsbesuch geplant.
Kurz hinter Blankenhain war es nur eine kleine Brückenüberquerung bis ins Kamerun…

Kurz hinter Reust sagt der Turm von „Schacht 407“, dass ich im Bergbaugebiet Ronneburg angekommen bin.

In Ronneburg fand ich zunächst diese Brücke mit freitragenden Pfeilern sehr interessant. Vielleicht stehen die Pfeiler unter Denkmalsschutz?

Aber wie geht’s denn zur Schmirchauer Höhe? Bis zu der zuvor gezeigten Brücke hatte ich schon einen Weg ohne Zugang zur Höhe erkundet und musste umkehren. Aber hier war ein Wegweiser an der Straße, Zugang zu den neuen Landschaften und ich glaube sogar die Höhe wurde explizit mit genannt. Also Richtung Eingang, 1 Euro für Tagesticket bezahlt, um den Erhalt zu unterstützen.

Mein Kartenwerk meinte, dass ich über den „Aussichtspunkt Fördertürme“ zur Höhe gelange. 2017 hatte ich zu dem Aussichtspunkt schon mal berichtet.

Und dann habe ich auch einen Wegweiser zur Höhe gefunden:

Bemerkenswert, von hier ist ein Blick auf die Drachenschwanzbrücke von oben möglich! Und ich bin noch nicht auf dem Gipfel angekommen, der liegt noch vor mir.

Aber ach, der Weg ist gesperrt. Und in Bergbau- oder Bergbaufolgegebieten halte ich mich tunlichst an solche Sperren.
Sollte ich den sichtbaren Trampelpfad nehmen? Mit Bike ziemlich mühsam, nein, ich versuche lieber einen anderen Weg zum Gipfel zu finden. Der Hügel ist quasi mit einem richtigen Netz an Wegen versehen.

Also einmal um den ganzen Hügel drumrum und eine offene Zufahrt zum Gipfel gefunden.

Die überdimensionierte Grubenlampe (Korrektur: das nennt sich Grubengeleucht!) ist ja schon von weitem sichtbar und wirkt fast wie ein Leuchtturm. Auf dem Gipfel gibt es einen Rundweg mit tollen Aussichten über die alte Bergbaulandschaft.

Innerhalb des Rundwegs zeigt eine sogenannte begehbare Landschaft „die Ausdehnung und Inbesitznahme der Landschaft durch den Uranerzbergbau und die Dimensionen der Sanierung seiner Hinterlassenschaften“ [Quelle: Wismut]

(Mit MouseOver kann das Panorambild bewegt werden, bei Mobilgeräten durch Kippen. Unter Umständen ist das Panorama leider nicht für alle Mobilgeräte geeignet.)

Für die Rückfahrt hatte ich eine etwas abweichende Strecke gewählt, die Fahrt endete wieder im Bereich der Staumauer, die ich mir auch noch ansehen wollte. Allerdings kommt die doch relativ unspektakulär daher.

Ich hatte es ja schon eingangs geschrieben, ein Museumsbesuch stand noch auf dem Programm. Denn bei der Streckenplanung war mir das Museum „Tuchfabrik Pfau“ aufgefallen. Und Freitags gibt es dort eine Führung (Empfehlung ist, sich anzumelden) mit Besichtigung der laufenden Dampfmaschine. Das Museum gehört zum „Sächsischen Industriemuseum“, genauer zum gleichnamigen Zweckverband. Denn das Industriemuseum als solches steht in Chemnitz.
In der Tuchfarbik Pfau kann die gesamte Herstellungskette von der Baumwollfaser bis zum fertigen Tuch an funktionsfähigen Maschinen bestaunt werden.

Im Bild ist eine Spinnmaschine, ein Selfactor.

In der Sonderausstellung „Die Zukunft der Textilindustrie“ wird etliches zur Textilindustrie in Sachsen gezeigt. Unter anderem ein Rad fürs Fahrrad mit Textilspeichen!

Und die Dampfmaschine konnte ich auch in Betrieb sehen. Foto? Nein, meine Empfehlung ist es, sich das alles selbst anzusehen. Es ist ein wirklich sehenswertes Museum und unsere Museumsführerin war mit Engagement und viel Wissen bei der Sache. Danke schön!

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Etwas Mathematik...