Unterwegs entdeckt

Von meinen Touren der letzten 14 Tage lagen noch paar unbearbeitete Fotos herum. Einiges war ja nun doch unterwegs zu entdecken.

Im Wald zwischen Mehltheuer und Syrau warnte ein Aufsteller vor Rettungshunden. Aber außer einigen Transportfahrzeugen war weit und breit kein Hund zu sehen.

Das Gartenhäuschen im Schlosspark von Jößnitz macht im Herbst einen richtig romantischen Eindruck und nebenan plätschert die Fontäne im Teich.

Ende September hatte ich von einer „Riesenschaukel“ am Elsteruferweg bei Chrieschwitz berichtet. Jetzt steht nicht weit davon entfernt ein buntes Etwas mit einer Reihe von Röhren. Zuerst konnte ich nicht so recht was damit anfangen, aber eine Art Paddel an der Seite brachte die klingende Idee. Das sind sozusagen Klangröhren, die durch Schlagen mit dem Paddel auf die Öffnung einen Ton von sich geben. Vermutlich wird das am ehesten als „RimbaTubes“ bezeichnet, hat meine Google-Suche ergeben.

Das „Bike House“ in Plauen baut an. Vom geplante Anbau hatte ich Frühjahr schon berichtet, jetzt nimmt das schon langsam Form an.

Die Landesdirektion Sachsen hatte mit Planfeststellungsbeschluss den Radwegbau vom Campingplatz Gunzenberg in Richtung Staumauer der Talsperre Pöhl genehmigt. Der Radweg soll rechts neben der Straße entstehen. Neuerdings sind in dem Bereich Markierungspfosten zu sehen. Kann auf den Trassenverlauf des Radwegs hindeuten. Oder was völlig anderes sein.

An der Talsperre Pirk war ich auch wieder mal. Der Füllstandsanzeiger „Vogelinsel“ ragte gut sichtbar aus dem Wasser heraus. Auf der gegenüberliegenden Seite hielten sich auch Vögel auf, ich vermute Fischreiher.

Werratal-Radweg: Finale furioso

Die Bahn…

Ich war ja am letzten Tag extra früh aufgebrochen, um für die Rückfahrt eine zeitliche Reserve zu haben. 11 Uhr am Bahnhof Hann. Münden, perfekt, denn 11:22 Uhr fährt eine Bahn nach Erfurt, dort umsteigen nach Glauchau und von da mit der MRB zurück nach Plauen. 17 Uhr Ankunft zu Hause. Soweit der Plan.

Bereits der Ticketautomat in Hann. Münden vermeldet einen Schienenersatzverkehr zwischen US und DHO. Bei meinem Zielbahnhof Plauen. Woher zum Teufel soll ich wissen, wo US und DHO ist??? Egal, ich fahre einfach mal los.

Kurz darauf kam die Hiobsbotschaft, dass es bei Gera einen Erdrutsch gegeben hat und es Verspätungen und Ausfälle zwischen Gera und Ronneburg gibt. Das ist die Strecke nach Glauchau. Kein Thema, von Gera fährt auch die Vogtlandbahn oder die Erfurter Bahn in Richtung Plauen. Das Drama begann dann in Erfurt. Denn der Zug Göttingen-Glauchau, mit dem ich fahren wollte, fährt nur bis Gera (okay) und auf der Bahnsteig war voll mit Passagieren nach Gera. Inzwischen traf auch die Meldung ein, dass bei Gera auch ein Stellwerk ausgefallen ist.

Die Idee, mit dem ICE nach Dresden zu fahren, musste ich auch verwerfen, da ging nämlich grad die Tür zu. Es war die Tür zum Radabteil, hätte ja gepasst.

Alternativplan, mit der RB Richtung Leipzig und in Weimar umsteigen. Oder gleich bis Leipzig und mit der S-Bahn nach Zwickau zurück. Da ich per Messenger mit dem Rest der Familie in Kontakt stand, kam der Hinweis, dass das auch nicht geht, weil dort wegen Bauarbeiten alles über Chemnitz geht. Und Bahnfahrt Leipzig-Chemnitz ist ein Risikoabenteuer.

Positives Ereignis: Die Zugbegleiterin hat uns für Weimar mit Verspätung gemeldet, der Anschlusszug wartet direkt auf dem Gleis gegenüber. Allerdings gab es hinsichtlich des Aussteigens noch das Problem eines grummeligen Mannes mit Koffer in Kühlschrankgröße, der direkt in der Tür stand und diese blockierte. Und auch der Meinung war, dass ja woanders kein Platz ist. Ich musste etwas laut werden, hat geholfen.

Und somit habe ich es immerhin noch von Weimar nach Gera geschafft. Soll der letzte Zug an diesem Tag auf der Strecke gewesen sein.
Reichlich Zeit in Gera, also Kaffee holen und einen kleinen Happen zu Essen.

16:02 Abfahrt mit der Erfurter Bahn in Richtung Mehltheuer, ich bin im Zug drin, samt Fahrrad und auch im richtigen Wagen, denn der Zug besteht aus zwei Wagen, die (wenn ich richtig liege) in Weida geteilt werden. Beim Ausstieg in Mehltheuer das nächste Hindernis. Eine Reisegruppe hatte ihr Gepäck vor meinem Rad abgestellt. Ist ja okay, aber wenn ich aussteigen will, sollte das mal kurz beiseite. Trotz meiner Hinweise, dass ich jetzt aussteigen will, hat das aber keinen interessiert. Na dann geht’s eben oben drüber, sorry, aber das ist mir dann aber sowas von egal.

Immerhin nur rund 30 Minuten später zu Hause! Aber dafür 4x umsteigen.

Der Zeitraum mit dem 9-Euro-Ticket hat gezeigt, dass ein höheres Passagieraufkommen von der Bahn derzeit gar nicht zu bewältigen ist, es war hier gegen Freitag Mittag schon äußerst grenzwertig. Und wenn dann noch eine Störung dazukommt, ist eigentlich Chaos vorprogrammiert.

Werratal-Radweg – Tag 5: Brücken

Der letzte Tag meiner Werrataltour war ein Brückentag. Aber nicht kalendarisch, sondern weil mir auf dem Abschnitt einige Brücken aufgefallen sind.
Mein Plan war ja, möglichst gegen Mittag das Ziel Hann. Münden zu erreichen, schließlich war ja noch die Rückreise per Bahn vorgesehen. Rund 60 km sind da noch zu bewältigen. Also zeitig frühstücken, was im Hotel erfreulicherweise ohne Probleme möglich war. Und so habe ich mit den ersten Sonnenstrahlen Eschwege über die „Erste Werrabrücke“ wieder verlassen. Zumindest Google Maps nennt diese so.

Der Werratalradweg ist, soweit mir das aufgefallen ist, recht gut ausgeschildert, das hatte ich ja schon erwähnt. In Niederhone, könnte ein Ortsteil von Eschwege sein, fand ich diesen recht originell gestalteten Radwegweiser:

In Albungen führt der Werratalradweg über eine geschwungene, allerdings recht schmale, Bogenbrücke aus Beton. Ich habe doch freundlicherweise mal den Gegenverkehr abgewartet. Soviel Zeit muss sein.
Etwas später ging es an einem Kürbisfeld entlang, so etwas habe ich auch noch nicht gesehen. Ja, einzelne Kürbispflanzen schon, aber ein ganzes Feld war mir neu.

Die nächste größere Stadt auf meiner Route war Bad Sooden-Allendorf. Durch ein Steintor, könnte zur früheren Stadtbefestigung gehört haben, ging es Richtung Zentrum der Stadt. Kurz nach 8 Uhr in der Frühe war der Marktplatz mit seinem Brunnen allerdings noch ruhig, Marktleben beginnt sicher deutlich später.

Der Werratalweg war weitestgehend gut ausgebaut, aber hin und wieder sind dann doch Streckenabschnitte dabei, die einen recht naturnahen Eindruck hinterlassen.
Auf diesem Weg geht es auch zum Eisenbahnviadukt Oberrieden. Fertiggestellt im Jahre 1875 als Teil der Bebra-Friedländer Bahn, wurde die Brücke im April 1945 gesprengt, um die Alliierten am Vorrücken zu hindern. 1949 wurde die Brücke wiedereröffnet. Die Brücke ist 140 m lang und laut structurae.net als unterteilte Warren-Fachwerkbrücke ausgeführt.

Auf diesem Streckenabschnitt folgen gleich noch zwei Beispiele für einen nicht so gelungenen Streckenausbau.
Zum einen ein asphaltiert Weg als gemeinsamer Rad-/Fußweg ausgewiesen, der eine Breite von geschätzt 75 cm besitzt. Zum Glück ist wenig Betrieb.
Und noch ein Stück Werratalradweg, der eher an einen Feldweg erinnert.

Immerhin gibt es mach dem schmalen gleich wieder zwei Brückenbauwerke, die das Werratal überspannen. Das ist die Werratalbrücke Hedemünden, auf der die Autobahn A7 entlang führt und dahinter eine Bahnbrücke der ICE-Strecke Kassel-Göttingen.

Bis zum Ziel ist es von hier nicht mehr allzu viel Strecke, vielleicht noch 5 bis 6 km und mit kurz nach 10 Uhr liege ich gut in der Zeit, 55 km in 3 Stunden gefahren, samt dem ganzen Gepäck.
In Hann. Münden gibt es dann wieder reichlich interessanter Bauten und Ausblicke. Der Werratalradweg führt am Amtsgericht entlang, von hier bietet sich auch ein schöner Blick auf die Alte Werrabrücke.

Vom Bremer Schlagd gibt es einen Blick auf den Werra Nebenarm, der sich mit der Werra und der Fulda hier zur Weser vereinen. An dieser Stelle ist meine Radtour entlang der Werra offiziell zu Ende. Der Rest ist Weg zum Bahnhof. Dabei geht es noch an der Mühlenbrücke vorbei.

Unterwegs Richtung Bahn zeigt auch Hann. Münden noch einmal eindrucksvoll eine mit dem Fachwerkbau verbundene Geschichte.

Gegen 11 Uhr hatte ich letztlich den Bahnhof in Hann. Münden erreicht, pünktlich genug, um die Bahn in Richtung Heimat zu erreichen. Aber diese Bahnfahrt ist einen eigenen Artikel wert.

Meine zurückgelegte Strecke waren 340 km über 5 Etappen verteilt. Der Radweg ist weitestgehend gut ausgeschildert und die Wegequalität ist mit kleinen Ausnahme kleinerer Abschnitte sehr gut. Natürlich ist am Start das Rennsteiggebiet, dort sind bevorzugt Waldwege genutzt und es geht auch etwas auf und ab.
Landschaftlich ist die Strecke recht abwechslungsreich, auch nachdem die Höhen des Rennsteigs verlassen wurden.
Am Ende der Tour muss ich allerdings sagen, dass es mir aktuell mit Fachwerkbauten für die nächste Zeit reicht. 😉

Radwegebau bei Muldenberg

In der Freien Presse wurde letztens vom Bau eines Radweges zwischen Muldenberg und Klingenthal berichtet. Das war mir aber völlig neu, da hatte ich nicht mal von irgendwelchen Planungen gehört. Der radweg soll über eine Strecke von 1,5 km zwischen Hämmerlingweg und Parkplatz Kielfloßgraben entstehen.
Erste Idee: Mit der Bahn nach Klingenthal und dann eine Strecke zurück nach Falkenstein. Nachdem mir die Bahnauskunft für diese Fahrt drei mal Umsteigen samt Busstrecke offeriert hat, wurde auf der Webseite der Vogtlandbahn klar, dass wieder mal Bauarbeiten stattfinden. Also umgeplant und den PKW genommen.
Vom Parkplatz an der Staumauer der Talsperre Muldenberg zunächst bergan zum Hämmerlingweg.

Mit Blickrichtung Klingenthal wird klar, dass das hier doch ein größeres Bauvorhaben ist. Der Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland nutzt die Gelegenheit und verlegt eine Haupttrinkwasserleitung teilweise neu.

Die Bauarbeiten führen zu Ampelbetrieb auf der Straße nach Klingenthal wegen halbseitiger Sperrung. Und auch aus Richtung Parkplatz Kielfloßgraben sind ganz erhebliche Erdbauarbeiten zu erkennen.
Ich war auf dieser Straße, zumindest bisher, kein längeres Stück unterwegs, meistens habe ich die im Bereich Hämmerlingweg nur überquert. Aber wie an den vor mir fahrenden Radlerpaar zu sehen ist, ist ein Radweg parallel zur Straße keine schlechte Idee.

Der Staatsbetrieb Sachsenforst stand dem Vorhaben aber offenbar kritisch gegenüber, denn für den Radweg mussten starke Randfichten gefällt werden, die vermutlich eine Art Windschutz für dahinter stehende Bäume darstellen.

Vom Radwegebau ging es in Richtung Falkenstein weiter. Ich hatte eine Strecke am Röthelstein entlang gewählt. An der schon vorhandenen Rißhütte hat der Sachsenforst eine Sonnenliege errichtet.

Vielleicht liegt’s an meinem Alter, aber ich fand die Liege etwas unbequem. Und aus dieser in die Kuhle gerutschten Stellung wieder rauszukommen… es hat zum Glück niemand zugesehen.

Noch vorbei am Röthelstein und über Ellefeld und Falkenstein ging es zurück zum Ausgangspunkt an der Talsperre Muldenberg.

Baustellenreport

Auf einer Radtour zum Burgteich ging es entlang der Straße „Nach den drei Bergen“ an einer größeren Baustelle vorbei. Was genau gebaut wird, konnte ich nicht so richtig erkennen, ich tippe auf Breitbandausbau.

Im Dezember 2021 habe ich mir die „schlechteste Kreisstraße im Vogtland“ angesehen. Für 2022 waren Bauarbeiten angekündigt, um die Straße zu sanieren. Und tatsächlich, jetzt im Oktober 2022 präsentiert sich diese Straße mit glattem Belag, ohne Schlaglöcher und frischen weißen Randstreifen. Allerdings ist kurz hinter dem Ortseingang Schluss mit schön und die weitere Straße nach Ruppertsgrün ist im alten Zustand.

Die Talsperre Pöhl zeigte sich an diesem Tag eher wolkenverhangen und bleigrau.

Werratal-Radweg – Tag 4: Regen

Die Wettervorhersage für meinen vierten Tag entlang der Werra verhieß nichts Gutes. Aber immerhin waren die aktuell angekündigten 5 l/m² besser als die Tage zuvor prognostizierten 14 l/m². Da außerdem der Regen am späten Vormittag nachlassen bis aufhören sollte, wurde etwas gemütlicher gefrühstückt und in aller Ruhe gepackt und Start war für mich untypisch kurz vor 10 Uhr. Aber immer noch im Regen. Radwege, wie hier beim Verlassen von Gerstungen, waren leicht mit Wasser bedeckt. Auch bei Lauchröden, 1 Stunde später, war Besserung kaum in Sicht.

Regen und hohe Luftfeuchte haben das Objektivfenster von der Kamera anlaufen lassen. Das hatte ich das letzte Mal bei einer fahrt zum Plansee bei Garmisch-Partenkirchen. Auf Mittag wurde es etwas besser, die Burg Creuzburg wurde noch von feuchten Schwaden umrahmt. Und auch den Marktplatz habe ich leider nur verschwommen fotografiert. Ich hätte ja das Handy nehmen können…

In Creuzburg ist mir noch diese Abstellmöglichkeit für Fahrräder aufgefallen. Mehrere verschließbare Boxen und daneben noch Schließfächer mit Steckdosen , um E-Bike-Akkus wieder aufzufüllen. Die Boxen kamen mir allerdings etwas schmal vor, mir meinem Lenker hätte ich vermutlich das Vorderrad schräg stellen müssen. Und dahinter waren sogar ein oder zwei Langboxen für Tandem, wenn ich das richtig interpretiere.

Nach Creuzburg wurde das Wetter zunehmend besser, wolkenverhangen, aber zumindest der Regen hat aufgehört.
Beim Werrabogen zwischen Frankenroda und Falken führt der Radweg am Steilufer der Werra entlang, auffällig sind steil aufragende Felsformationen. Unter Umständen trifft der Radler auf ein Pferdefuhrwerk, das gemächlich vor einem dahinzuckelt. Von der Idee, eventuell etwas Platz zu machen, damit Radler vorbeikommen, schien der Kutscher hier nichts zu halten.

Ob der Kutschverkehr auf das Brauchtum der Pferde-Wallfahrt von Probsteizella zurückzuführen ist, weiß ich allerdings nicht.

Sehenswert ist auf jeden Fall die Fahrt durch Treffurt, die „Fachwerkstadt“ genannt wird. Zu den bedeutendsten Fachwerkbauten gehört zweifellos das Rathaus, ein Bau aus der zeit der Renaissance von 1549. Und hinter dem Rathaus kommt unmittelbar das RAD(T)HAUS. Leider konnte ich dazu nicht viel in Erfahrung bringen, ich vermute, dass es sich hier ebenfalls um Abstell- und Lademöglichkeiten für Fahrräder handelt.

Nach Treffurt haben sich am Himmel sogar gelegentlich blaue Lücken gezeigt und das Werratal zeigte sich wieder von seiner landschaftlich schönen Seite.
Ein optischer Blickfang findet sich bei der Überquerung der Werra in Wanfried. Dort steht ein historisches Segelboot am Werraufer.

Hierbei handelt es sich um die Werra-Schute Wisera. Und hier war früher der Endpunkt der Werra-Weser-Schifffahrt. Der Hafen nennt sich hier „Schlagd“ und auf der Wisera kann man heiraten.

Von der Wisera war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Tagesziel in Eschwege. Nach 76 km , davon rund 30 km im Regen, hatte ich mein Quartier in der Innenstadt von Eschwege erreicht. Leider bot das Hotel keinen Restaurantbetrieb an, so dass ich später nochmals zu Fuß in Richtung Marktplatz los bin.