Werratal-Radweg – Tag 4: Regen

Die Wettervorhersage für meinen vierten Tag entlang der Werra verhieß nichts Gutes. Aber immerhin waren die aktuell angekündigten 5 l/m² besser als die Tage zuvor prognostizierten 14 l/m². Da außerdem der Regen am späten Vormittag nachlassen bis aufhören sollte, wurde etwas gemütlicher gefrühstückt und in aller Ruhe gepackt und Start war für mich untypisch kurz vor 10 Uhr. Aber immer noch im Regen. Radwege, wie hier beim Verlassen von Gerstungen, waren leicht mit Wasser bedeckt. Auch bei Lauchröden, 1 Stunde später, war Besserung kaum in Sicht.

Regen und hohe Luftfeuchte haben das Objektivfenster von der Kamera anlaufen lassen. Das hatte ich das letzte Mal bei einer fahrt zum Plansee bei Garmisch-Partenkirchen. Auf Mittag wurde es etwas besser, die Burg Creuzburg wurde noch von feuchten Schwaden umrahmt. Und auch den Marktplatz habe ich leider nur verschwommen fotografiert. Ich hätte ja das Handy nehmen können…

In Creuzburg ist mir noch diese Abstellmöglichkeit für Fahrräder aufgefallen. Mehrere verschließbare Boxen und daneben noch Schließfächer mit Steckdosen , um E-Bike-Akkus wieder aufzufüllen. Die Boxen kamen mir allerdings etwas schmal vor, mir meinem Lenker hätte ich vermutlich das Vorderrad schräg stellen müssen. Und dahinter waren sogar ein oder zwei Langboxen für Tandem, wenn ich das richtig interpretiere.

Nach Creuzburg wurde das Wetter zunehmend besser, wolkenverhangen, aber zumindest der Regen hat aufgehört.
Beim Werrabogen zwischen Frankenroda und Falken führt der Radweg am Steilufer der Werra entlang, auffällig sind steil aufragende Felsformationen. Unter Umständen trifft der Radler auf ein Pferdefuhrwerk, das gemächlich vor einem dahinzuckelt. Von der Idee, eventuell etwas Platz zu machen, damit Radler vorbeikommen, schien der Kutscher hier nichts zu halten.

Ob der Kutschverkehr auf das Brauchtum der Pferde-Wallfahrt von Probsteizella zurückzuführen ist, weiß ich allerdings nicht.

Sehenswert ist auf jeden Fall die Fahrt durch Treffurt, die „Fachwerkstadt“ genannt wird. Zu den bedeutendsten Fachwerkbauten gehört zweifellos das Rathaus, ein Bau aus der zeit der Renaissance von 1549. Und hinter dem Rathaus kommt unmittelbar das RAD(T)HAUS. Leider konnte ich dazu nicht viel in Erfahrung bringen, ich vermute, dass es sich hier ebenfalls um Abstell- und Lademöglichkeiten für Fahrräder handelt.

Nach Treffurt haben sich am Himmel sogar gelegentlich blaue Lücken gezeigt und das Werratal zeigte sich wieder von seiner landschaftlich schönen Seite.
Ein optischer Blickfang findet sich bei der Überquerung der Werra in Wanfried. Dort steht ein historisches Segelboot am Werraufer.

Hierbei handelt es sich um die Werra-Schute Wisera. Und hier war früher der Endpunkt der Werra-Weser-Schifffahrt. Der Hafen nennt sich hier „Schlagd“ und auf der Wisera kann man heiraten.

Von der Wisera war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Tagesziel in Eschwege. Nach 76 km , davon rund 30 km im Regen, hatte ich mein Quartier in der Innenstadt von Eschwege erreicht. Leider bot das Hotel keinen Restaurantbetrieb an, so dass ich später nochmals zu Fuß in Richtung Marktplatz los bin.

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Etwas Mathematik...