Werratal-Radweg – Tag 5: Brücken

Der letzte Tag meiner Werrataltour war ein Brückentag. Aber nicht kalendarisch, sondern weil mir auf dem Abschnitt einige Brücken aufgefallen sind.
Mein Plan war ja, möglichst gegen Mittag das Ziel Hann. Münden zu erreichen, schließlich war ja noch die Rückreise per Bahn vorgesehen. Rund 60 km sind da noch zu bewältigen. Also zeitig frühstücken, was im Hotel erfreulicherweise ohne Probleme möglich war. Und so habe ich mit den ersten Sonnenstrahlen Eschwege über die „Erste Werrabrücke“ wieder verlassen. Zumindest Google Maps nennt diese so.

Der Werratalradweg ist, soweit mir das aufgefallen ist, recht gut ausgeschildert, das hatte ich ja schon erwähnt. In Niederhone, könnte ein Ortsteil von Eschwege sein, fand ich diesen recht originell gestalteten Radwegweiser:

In Albungen führt der Werratalradweg über eine geschwungene, allerdings recht schmale, Bogenbrücke aus Beton. Ich habe doch freundlicherweise mal den Gegenverkehr abgewartet. Soviel Zeit muss sein.
Etwas später ging es an einem Kürbisfeld entlang, so etwas habe ich auch noch nicht gesehen. Ja, einzelne Kürbispflanzen schon, aber ein ganzes Feld war mir neu.

Die nächste größere Stadt auf meiner Route war Bad Sooden-Allendorf. Durch ein Steintor, könnte zur früheren Stadtbefestigung gehört haben, ging es Richtung Zentrum der Stadt. Kurz nach 8 Uhr in der Frühe war der Marktplatz mit seinem Brunnen allerdings noch ruhig, Marktleben beginnt sicher deutlich später.

Der Werratalweg war weitestgehend gut ausgebaut, aber hin und wieder sind dann doch Streckenabschnitte dabei, die einen recht naturnahen Eindruck hinterlassen.
Auf diesem Weg geht es auch zum Eisenbahnviadukt Oberrieden. Fertiggestellt im Jahre 1875 als Teil der Bebra-Friedländer Bahn, wurde die Brücke im April 1945 gesprengt, um die Alliierten am Vorrücken zu hindern. 1949 wurde die Brücke wiedereröffnet. Die Brücke ist 140 m lang und laut structurae.net als unterteilte Warren-Fachwerkbrücke ausgeführt.

Auf diesem Streckenabschnitt folgen gleich noch zwei Beispiele für einen nicht so gelungenen Streckenausbau.
Zum einen ein asphaltiert Weg als gemeinsamer Rad-/Fußweg ausgewiesen, der eine Breite von geschätzt 75 cm besitzt. Zum Glück ist wenig Betrieb.
Und noch ein Stück Werratalradweg, der eher an einen Feldweg erinnert.

Immerhin gibt es mach dem schmalen gleich wieder zwei Brückenbauwerke, die das Werratal überspannen. Das ist die Werratalbrücke Hedemünden, auf der die Autobahn A7 entlang führt und dahinter eine Bahnbrücke der ICE-Strecke Kassel-Göttingen.

Bis zum Ziel ist es von hier nicht mehr allzu viel Strecke, vielleicht noch 5 bis 6 km und mit kurz nach 10 Uhr liege ich gut in der Zeit, 55 km in 3 Stunden gefahren, samt dem ganzen Gepäck.
In Hann. Münden gibt es dann wieder reichlich interessanter Bauten und Ausblicke. Der Werratalradweg führt am Amtsgericht entlang, von hier bietet sich auch ein schöner Blick auf die Alte Werrabrücke.

Vom Bremer Schlagd gibt es einen Blick auf den Werra Nebenarm, der sich mit der Werra und der Fulda hier zur Weser vereinen. An dieser Stelle ist meine Radtour entlang der Werra offiziell zu Ende. Der Rest ist Weg zum Bahnhof. Dabei geht es noch an der Mühlenbrücke vorbei.

Unterwegs Richtung Bahn zeigt auch Hann. Münden noch einmal eindrucksvoll eine mit dem Fachwerkbau verbundene Geschichte.

Gegen 11 Uhr hatte ich letztlich den Bahnhof in Hann. Münden erreicht, pünktlich genug, um die Bahn in Richtung Heimat zu erreichen. Aber diese Bahnfahrt ist einen eigenen Artikel wert.

Meine zurückgelegte Strecke waren 340 km über 5 Etappen verteilt. Der Radweg ist weitestgehend gut ausgeschildert und die Wegequalität ist mit kleinen Ausnahme kleinerer Abschnitte sehr gut. Natürlich ist am Start das Rennsteiggebiet, dort sind bevorzugt Waldwege genutzt und es geht auch etwas auf und ab.
Landschaftlich ist die Strecke recht abwechslungsreich, auch nachdem die Höhen des Rennsteigs verlassen wurden.
Am Ende der Tour muss ich allerdings sagen, dass es mir aktuell mit Fachwerkbauten für die nächste Zeit reicht. 😉

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Etwas Mathematik...