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Der lange Weg zum Elsterradweg – Splitter 70

Der Elsterradweg von Plauen nach Elsterberg nimmt ja so langsam und stückweise Gestalt an. Den geplanten Verlauf vom Posthaus bei Pöhl hatte ich schon beschrieben, auch dass ein straßenbegleitender Radweg vom Abzweig Jocketa bis zum Posthaus entstehen soll. Zu dem Stück habe ich jetzt den eine Pressenotiz zum Planfeststellungsbeschluss vom 30.05.2022 gefunden.
Und vor wenigen Tagen kam die nächste Pressemeldung zu einem Planfeststellungsbeschluss vom 7. September 2022 durch die Landesdirektion Sachsen, der den Abschnitt vom Campingplatz Gunzenberg bis kurz vor Staumauer der Talsperre Pöhl betrifft. Darin heißt es „Beginnend ab dem Einfahrtsbereich zu den Parkplätzen am Gunzenberg soll der künftige Radweg rund einen Kilometer Richtung Norden straßenbegleitend zur S 297 verlaufen. Er wird eine durchgehende Breite von 2,5 Metern aufweisen und im Verlauf unmittelbar an der Talsperre Pöhl vorbeiführen.“

Derzeit knickt der vorhandene Radweg am Ende (Eingang Campingplatz Gunzenberg) nach rechts in Richtung Ufer der Talsperre ab.

Da bin ich ja mal gespannt, wie das weitergeht. Und wann.

Am 13. Oktober wird der Planfeststellungsbeschluss öffentlich zugänglich gemacht. Mal sehen, ob ich den finde.

Regentour

Die App von Komoot bietet die Möglichkeit, sich eine Strecke planen zu lassen, wobei Radtyp und Kondition angegeben werden können. Kann ich ja mal probieren. Also eine Strecke vom Ifa-Ferienpark in Schöneck nach Hause planen lassen und Sonntag (11.09.) mit der Vogtlandbahn nach Schöneck losgefahren. Da es kein 9-Euro-Ticket mehr gibt, ist es auch wieder möglich, samt Fahrrad einen Ausflug mit der Bahn zu machen. Aber erstes Problem in Herlasgrün. Die Tür der Bahn geht zwar zu, meldet aber nicht, dass geschlossen ist. Hektische Arbeiten am Türmechanismus inklusive Telefonate, vermutlich zu einem Techniker.

Ich schätze, dass es gut 10 Minuten gedauert hat, dann war die Tür zwar ganz zu, aber es konnte weitergehen. Hatte den Effekt, dass ich dann in Falkenstein noch Umsteigen musste. Normalerweise koppelt nur ein Wagen aus Zwickau an und dann geht es Richtung Tschechien weiter.

Die Strecke führte auf zunächst bekannten Wegen in Richtung Talsperre Werda. Und entgegen der Wettervorhersage vom Morgen gab es doch Regen. Heftigen Regen. Über den Feldweg rinnt das Wasser, an der Talsperre Werda ist noch alles grau und trüb.

Im weiteren Verlauf hat Komoot aber einen Weg mitgenommen, der durch querliegende Wurzeln (nach Regen schön rutschig) nicht unbedingt zum entspannten Fahren geeignet war.

Kurz vor Plauen wurde das Wetter ein klein wenig freundlicher.

Nicht unbedingt die schönste Sonntagstour…

Unterwegs entdeckt

Letztens bin ich wieder mal nach Zwickau geradelt. Dabei ist mir die Umgestaltung der Kreuzung Bahnhofstr.-Humboldtstr. beim Busbahnhof aufgefallen. Das hatte ich in der Zeitung schon mal kurz gelesen, ist aber einen Weile her. Die Änderungen an der Kreuzung bezogen sich wohl hauptsächlich auf den Radverkehr, der jetzt eigene Spuren mit Ampeln besitzt.

Ob die Lösung gut geworden ist, kann ich mangels genauer Betrachtung und Erfahrung mit der Kreuzung nicht beurteilen, ich finde es auf jeden Fall einfacher, die Humboldtstr. in Richtung Bahnhof zu überqueren.

Am Elsterradweg, so etwa im Bereich Hammerbrücke stadtauswärts konnte ich jetzt eine Schaukel entdecken, mit sehr langen Seilen. Sehenswert ist auch das Sitzbrett. 😉

2019 hatte ich vom Ausbau der Ortsverbindungsstraße von Schneckengrün mach Mehltheuer berichtet. Und 2021 auch davon, dass die Straße bereits nach zwei Jahren erhebliche Schäden in Deckschicht zeigt.
Jetzt sind wieder Baumaschinen angerückt, die Straße ist gesperrt und es werden die Schlaglöcher und Auswaschungen weggehobelt. Hält dann wieder 2 Jahre…

Werratal-Radweg – Tag 3: Umleitungen

Von Breitungen sollte es am 3. Tag bis Gerstungen gehen, auch hier war wieder nur ein Quartier im Ort davor zu finden.
Kurz vor Neun Uhr geht meine Fahrt los, nach kurzer Strecke ist Immelborn erreicht. Für Bahnfreunde ist hier sicherlich ein Ort, um mehr oder weniger kurz zu verweilen. Am Bahnübergang – der Werratal-Radweg führt direkt da entlang – ist ein altes Stellwerk zu sehen und natürlich der durchaus sehenswerte Bahnhof in Fachwerkausführung.
Die Bahnsignale sind tatsächlich noch alte Flügelsignale, funktionsfähig wie bei der Ausfahrt der Süd-Thüringen-Bahn zu sehen ist.

Nicht immer führt der Radweg über breite Weg oder Straßen, in Barchfeld geht es auch mal durch eine recht enge Gasse hindurch.

Als nächstes erwartet mich eine Umleitung. Ab Kloster Allendorf bei Bad Salzungen ist der Werratal-Radweg gesperrt. Immerhin ist eine Umleitung ausgeschildert, die nach Bad Salzungen führt.

Eigentlich hatte die Umleitung auch einen positiven Effekt, denn der Radweg führt eigentlich an Bad Salzungen vorbei. Die Baustelle des Gradierwerks und den Bohrturm hätte ich sonst gar nicht gesehen. Allerdings bedeutete das auch, dass durch die Baustelle die Weiterfahrt am Gradierwerk nicht möglich war. Der Bohrturm stammt aus dem Jahr 1868 und wurde für eine Tiefenbohrung genutzt.

Weiter geht es entlang der Umleitung, aber beim Ortsteil Leimbach biegt die Umleitung etwas eigentümlich nach links in die Dorfstraße ab.

Zumindest habe ich das Umleitungsschild so interpretiert. Ich bin der Hauptstraße zunächst gefolgt, Umleitungsschilder habe ich keine gesehen oder übersehen. Nachdem ich auf Höhe der Bundesstraße B62 angekommen bin und der Weg nur weiter weg von der Werra führte, bin ich dann doch lieber umgekehrt und habe mir einen Weg über normale Straßen nach Tiefenort gesucht. In der Hoffnung, dass der Werratal-Radweg ab dort wieder normal nutzbar ist.
In Tiefenort wurde mir noch mal bestätigt, dass der Radweg von Kloster Allendorf bis Unterrohn gesperrt ist.

In Tiefenort folgt die nächste, naja, Umleitung. Aber nicht so richtig, denn die Wegweisung zum Radweg ist nur ausgekreuzt, ohne eine Alternative zu zeigen. Also bin ich zunächst dem – nicht mehr ausgewiesenen – Radweg gefolgt. Hinter Tiefenort gibt es nämlich zwei Varianten. Den – laut Bikeline-Karte seit 2021 fertiggestellten – flussnahen Radweg und die alte Streckenführung Richtung Ruine Krayenburg. Allerdings führt der „alte“ Radweg nur in der Nähe der Ruine vorbei und es sind einige Höhenmeter zu überwinden.
Ich vermute, dass der flussnahe Werratal-Radweg doch nicht 2021 fertig gestellt wurde.

Aber komisch ist es dann schon, wenn einfach die Wegweisung ohne Umleitungshinweise ungültig gemacht wird.

Immerhin habe ich die Umleitungen alle überstanden, bin weiter auf dem Radweg unterwegs und gelange so nach Merkers. Die Stadt ist bekannt durch den Kalibergbau, der 1910 begann. Die Route führt an der evangelischen Kirche Merkers entlang, die erst 1929 fertiggestellt und der Kirchgemeinde übereignet wurde. Die Gelder zum Bau stammen laut Festschrift zum Ortsjubiläum „700 Jahre Merkers“ aus dem Kalibergbau. [Quelle: krayenberggemeinde.de]

Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe unterwegs das Gefühl bekommen, dass in Thüringen, zumindest in dieser Gegend Bahn- und auch Bahngüterverkehr noch stärker genutzt wird, als bspw. in Sachsen. An etlichen Stellen sind mir Güterbahnhöfe oder zumindest nutzbare Reste davon aufgefallen, auch hier in Merkers. Kann natürlich mit dem Bergbau zusammenhängen.
Kurz vor dem Ort Vacha führt die Route an einer auffälligen roten Gesteinsformation vorbei. Dabei handelt es sich um die Rote Wand am Siechenberg. Dieser ehemalige Steinbruch lieferte Sandstein zum Bau der Werra-Brücke in Vacha.

Die Werra-Brücke von Vacha ist von der Roten Wand aus sichtbar, weite Transportwege gab es also für das Baumaterial nicht.

Vacha liegt unmittelbar an der Grenze zu Hessen, das heißt zu DDR-Zeiten war hier Grenzgebiet, die Grenze verlief durch den Fluss. Die Werra-Brücke in der heutigen Form ist in der zweiten Hälfte des 16 Jahrhunderts entstanden, besagt eine Infotafel an der Brücke. Seit dem 03.Oktober 1990 heißt das Bauwerk „Brücke der Einheit“.
Ein alter Grenzturm zeugt noch von der Geschichte als Grenzstadt. Auf dem vachaseitigen Ufer steht eine leuchtend grüne Skulptur. Im ersten Moment dachte ich, dass hier jemand eine Figur von Erich Honecker aufgestellt hat, der Hut passt jedenfalls…

Nächste Station ist Philippsthal, eindeutig in Hessen gelegen.
Die Streckenführung mutet im ersten Moment seltsam an, aber der Werratal-Radweg geht tatsächlich durch das Gelände von Schloss Philippsthal.

Das Schloss wurde um 1700 herum errichtet und wurde von Landgraf Philipp von Hessen-Philippsthal und seinem Sohn und Nachfolger Karl errichtet. Hier diente ein ehemaliges Kloster als Grundlage für den Bau. Das erinnert wieder an Kloster Veßra, das auch mit der Reformation endete.

Der Radweg führt hier durch Hessen.

Das möchten die hessischen Tourismusverantwortlichen wohl auch in aller Deutlichkeit zeigen und dekorieren die Radwegweiser mit dem Landeswappen.

Hessen als Bundesland ist auf einem Radwegweiser nach meiner Meinung völlig ungeeignet, der Radfahrer möchte sich an einem einigermaßen konkreten Ziel orientieren. Und da wäre es durchaus hilfreich zu wissen, ob ich mich noch auf dem Werratal-Radweg befinde. Aber Hessen macht das eben bissel anders…

In der Bikeline-Karte wurde bei dem Streckenabschnitt von Philippsthal nach Heringen auf den Monte Kali hingewiesen. Dabei handelt es sich um eine große und auffällige Halde aus dem Kalibergbau. Laut Wikipedia wird diese auch als Kalimandscharo bezeichnet.
Allerdings hatte ich fälschlicherweise eine ähnliche Halde bei Philippsthal für den Monte Kali gehalten, der sich allerdings erst einige Kilometer weiter bei Heringen zeigt.

Gerstungen ist nicht mehr weit, der frühe Nachmittag empfiehlt sich für die Einkehr in einem Café oder einer Bäckerei. Da war doch was in Gerstungen. 2012 war ich in der Gegend zum Urlaub und habe in Gerstungen einen wundervollen Kuchen gegessen. Vielleicht gibt es den heute auch. Also zunächst am Zielort Werra-Suhl-Tal vorbei und zur Konditorei Eichholz. Pustekuchen, hier ist laut Schild vorübergehend geschlossen.

Das ist ausgesprochen ärgerlich. Aber ich bin eben am Café Topp vorbeigekommen und das war geöffnet. Dann eben ins geöffnete Café.
Wie mir später Einheimische berichteten, ist das vermutlich keine vorübergehende Schließung mehr, sondern es ist seit dem Frühjahr geschlossen. Und es soll auch nichts mit gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie zu tun haben.

Auf dem Weg zu meinem Quartier in Werra-Suhl-Tal ging es noch an der Rundkirche Untersuhl vorbei.

Der dritte Tag brachte eine Strecke von 71 km mit sich, wobei ich ja einen Umweg über Gerstungen gemacht habe.

Für den nächsten Tag ist starker Regen angekündigt. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Baustellenreport – Elsterradweg

In Kürbitz trifft der Radler entlang des Elsterradwegs unvermittelt auf ein Schild „Sackgasse“ mit dem Hinweis „Zufahrt bis Kirchplatz frei“.

Ortsunkundige kennen unter Umständen den Kirchplatz nicht, eventuell wäre auch stattdessen „Elsterbrücke“ besser gewesen.
Die Zufahrt zum Elsterradweg in Richtung Straßberg ist jedoch möglich, die Baustelle samt Sperrung betrifft die Elsterbrücke.

Werratal-Radweg – Tag 2: Seltsame Objekte

Eigentlich sollte meine zweite Etappe bis Bad Salzungen führen. Die Quartiersuche brachte einige Absagen, weil ausgebucht oder Hotelbetrieb wegen der Politik der Landesregierung (wurde mir tatsächlich so mitgeteilt) eingestellt. In einem Hotel in Breitungen/Werra habe ich letztlich erfolgreich buchen können.

Vor dem Start mit dem Rad gibt’s natürlich ein ordentliches Frühstück. Hier begegnete mir ein erstes „seltsames Objekt“. Naja, ganz so seltsam ist es nicht, hängt vermutlich in jedem Restaurant: „Aushangpflichtige Gesetze“. Ich habe mich beim Anblick der Gesetzessammlung gefragt, ob jemals irgendwo irgendwer in so etwas geguckt hat, außer aus reiner Neugier. Mit diesen Gedanken und frisch gestärkt verabschiede ich mich vom Gasthof Zur Grünen Aue.

Nach kurzer Fahrt komme ich ans Kloster Veßra. Klosterbetrieb findet nicht mehr statt, der ganze Komplex ist ein Museum und ein Besuch auf jeden Fall empfehlenswert.

Auf meinen Radtouren bin ich an etlichen Klostern vorbeigekommen, in einem sogar übernachtet. Viele davon waren noch als Kloster in Nutzung. Wieso Veßra nicht? Auf einer Infotafel stand, dass gegen Ende des 16. Jahrhunderts eine Profanisierung stattfand. Die nette Mitarbeiterin vom Museum konnte mir das erläutern. Ursache war die Anfang des 16. Jahrhunderts beginnende Reformation. Allerdings erklärt das noch nicht, wieso – ich glaube das ist hauptsächlich im Osten, also Lausitz und Oder-Neiße-Gebiet – andere Kloster dem nicht zum Opfer gefallen sind.

Der Werratal-Radweg ist weitestgehend sehr gut ausgeschildert, nur an ganz wenigen Stellen (außer bei Sperrungen durch Baustellen) hat vielleicht mal noch ein Wegweiser gefehlt.
Entlang der Werra stehen regelmäßig große Infotafeln, teilweise mit einem Fahrrad dekoriert. Verwirrend fand ich an dieser Tafel, dass das gezeigte Höhenprofil und das Streckenprofil (auch mit Höhen) in entgegengesetzte Richtungen gezeichnet sind. Eigentlich geht es ja in Richtung Mündung bergab und mit Leserichtung links-rechts zeigt das Streckenprofil plötzlich einen Anstieg. Das muss man erstmal verstehen.

Nach dem Kloster Veßra geht’s durch Themar, dem Ort, wo ich eigentlich ursprünglich übernachten wollte.
Die gesamte Gegend entlang der Werra ist architektonisch geprägt durch Fachwerkhäuser, wie beispielsweise die Tourist-Info am Markt in Themar.
Mur wenige Meter weiter weist eine Plakette an einem Haus darauf hin, dass in dem Haus ein gewisser Heinrich Mylius lebte, der Erfinder des Tretkurbelfahrrades. Mylius lebte von 1813 bis 1892. Allerdings ist das laut Wikipedia strittig, das Fischer-Tretkurbelrad könnte eventuell doch älter sein.

Der Werratal-Radweg führt über diverse Brücken der Werra, große Strecken des Radweges sind ordentlich ausgebaut.

Vor Obermaßfeld beginnt entlang des Radwegs ein Planetenweg, der über eine Länge von rund 6 km von Vachdorf bis Einhausen reicht. Der Planetenweg befindet sich auch in der Sammlung von Udo Dreher unter sternfreunde.de Dort sind auch die restlichen Fotos der Planetentafeln veröffentlicht.

Es fällt vielleicht nicht ganz unter die Beschreibung „Seltsame Objekte“, sondern eher unter „Humor am Wegesrand“. In Belrieth wurde der Klimawandel anschaulich dargestellt.

Brücken sind ein ständiger Begleiter entlang der Werra. Entweder um den Fluss zu überqueren, zum Teil mit Brückenkonstruktionen aus vergangenen Jahrhunderten oder um gleich das gesamte Werratal zu überspannen.

Hinter Obermaßfeld allerdings erschein am Horizont auf dem Bergkamm ein seltsames Objekt. Eine Art silberner Kuppel. Ufo habe ich gleich verworfen, wenn die Außerirdischen intelligentes Leben suchen, dann nicht hier. Ein Aussichtsturm? Sendemast mit Ausblick? Ich habe wirklich längere Zeit gesucht, um zu klären, was das ist. Es handelt sich um den Wasserturm Dreißigacker. Dreißigacker ist ein Ortsteil von Meinungen und der Turm steht im Gewerbegebiet. Er gilt als Wahrzeichen der Stadt.

Kurz darauf begegnen mir mehrere Gestalten in Holz. Ich glaube, es standen insgesamt vier derartige Figuren. Und was hat es mit den seltsamen Kunstwerken auf sich?

Laut Google Maps handelt es sich um das Kunstwerk „Sechs Meinungen“ vom litauischen Künstler Edvardas Racevicius. Entstanden soll es 2005 sein. [Quelle: Foto von Winfried Gaenssler, veröffentlicht bei Google]

Das nächste seltsame Objekt lies nicht lange auf sich warten. Am nördlichen Rand von Meiningen wurde jenseits der Werra am Berghang ein dunkler Turm sichtbar.

Als Wohnhaus etwas düster geraten. Aber was verbirgt sich hinter dem Bau? Eine Suche mit Google Maps führte zur Erkenntnis, dass sich hier ein Fledermausturm erhebt. Soweit ich nachlesen konnte, wurde ein alter Plattenbau zum Teil abgerissen und der Rest in diesen Fledermausturm umgewandelt. Die neuesten Rezensionen auf Google sind allerdings nicht gerade positiv.

Nächster Ort entlang der Strecke ist Walldorf. Hier führt der Werratal-Radweg etwas bergan. Kein Wunder, es an der Kirchenburg Walldorf vorbei. Und Burgen werden nun Mal gerne auf Anhöhen errichtet. Diese Anlage blickt auf eine über 1000 jährige Geschichte zurück. Laut Webseite zur Kirchburg wurde diese als Königshof noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung 982 gegründet. [Quelle: Kirchenburg Walldorf]

Neben ausgebauten Radwegen führt die Strecke auch mal auch über kleinere Landstraßen und hier bringt mich Kreisstraße K2523 meinem Ziel Breitungen näher.

Gleich am Ortseingang „Am Markt“ treffe ich auf das nächste seltsame Objekt, den Glitt- oder Kroatenstein.


Und was hat es mit dem Glittstein auf sich? Eine Infotafel gibt dazu Auskunft. Es handelt sich um eine Basaltbombe oder einen Basaltfindling. Der Name geht auf eine Sage zurück, nach der dieser Stein einem Leineweber aus der Schürze „glitt“. Und seitdem liegt er hier. Für Kroatenstein gibt es keine Namensklärung.

Ich bin kurz vor meinem Ziel, dem „Waldhaus Wittgenthal“, aber Zeit für eine kleine Umleitung muss schon nach sein. Der Radweg entlang der Werra ist wegen Bauarbeiten gesperrt und ein quer verlaufender Graben vereitelt auch ein Durchqueren der Baustelle. Zum Glück ist das Umleitungsstück nicht allzu lang. Eine Umleitungsbeschilderung habe ich allerdings erst auf der anderen Seite der Baustelle gesehen.

Ein in meinen Augen etwas kuriose Verkehrsbeschilderung habe ich am Ortsausgang gefunden.

Der gemeinsame Rad-/Fußweg ist zu Ende und nach der Einfahrt geht es nur als Radweg weiter. Das heißt, Fußgänger auf die Straße. Finde ich zumindest etwas seltsam.
Aber vielleicht liegt es daran, dass die nutzbare Breite des Radwegs wegen starken Pflanzenwuchs etwas eingeschränkt ist?

Das war die zweite Etappe meiner Radtour entlang der Werra, die am Ende 66 km auf den Tacho gebracht hat.
Am nächsten Tag soll es bis Gerstungen gehen.

Werratal-Radweg – Tag 1: Baustellen

Flußradwege bin ich schon längere Zeit nicht mehr entlang geradelt, mit dem Werratal-Radweg wollte ich das in diesem Urlaub ändern.

Die Quellen der Werra sind am Rennsteig in der Nähe von Neuhaus am Rennweg. Der Bach und spätere Fluss fließt über 300 km nach Hann. Münden und vereinigt sich dort mit der Fulda zur Weser. Der Radweg entlang des Flusses beginnt üblicherweise in Neuhaus am Rennweg und führt dann über 316 km zum Ziel in Niedersachsen. Die erste Quelle der Werra ist allerdings rund 13 km von Neuhaus aR entfernt.

Die Anreise mit der Bahn führt über Hof, Coburg und Sonneberg. Es gibt eine Verbindung mit 3 mal Umsteigen oder eine mit 4 mal Umsteigen, aber eine Stunde eher in Neuhaus. Allerdings ist dabei einmal eine Umsteigezeit von nur 6 Minuten. Ich habe mich für die Variante mit 4 mal Umsteigen entschieden, eine Stunde mehr Zeit bis zum Tagesziel kann nicht verkehrt sein. Sollte der Umstieg nicht klappen, bleibt immer noch der Rückgriff auf die andere Verbindung, die Strecke ist nämlich identisch.

Aber es hat, muss man doch mal sagen, alles geklappt, die Bahn war am Anreisetag Montag pünktlich und ich war gegen 10:50 in Neuhaus am Rennweg.

Eigentlich wollte ich in Themar übernachten, leider habe ich keine Übernachtung gefunden, daher geht es am ersten Tag nur bis Reurieth, rund 60 km.

Erstes Ungemach kam auf halber Strecke zur Quelle in Form einer Baustelle auf dem Rennsteig-Radweg. Nur habe ich an der ersten Stelle keine Hinweise auf Umleitung gesehen, das war erst beim Ort Limbach. Der Rennsteig-Radweg war hier komplett gesperrt, die Umleitung erfolgt über die Bundesstraße. Sehr schön….

Also geht es über die B281 bis Siegmundsburg zur ersten Werraquelle.

Das ist die sogenannte „Hintere“ Quelle, demnach es also noch eine „Vordere“ Quelle geben muss. 1492 wird diese Quelle erstmals als Fonts werrae erwähnt, zugehörig zur Grafschaft von Friedrich von Lonerstat.

Die zweite Quelle habe ich angesichts der Umleitung und dem Anstieg zur Quelle weggelassen. Zum Ausgleich habe ich eine kurze Rast am Werrateich eingelegt.

Bei schönem Wetter bietet sich immer wieder ein toller Blick über das Werratal, wie hier in der Nähe von Harras.

Die Zeit vergeht, es ist bereits Nachmittag und da sollte sich doch irgendwo eine Bäckerei oder ein Café finden lassen, beispielsweise am Markt in Hildburghausen.

Bis zum Ziel sind es nur noch 10 km, unterwegs geht die Strecke noch durch Häselrieth mit seiner Kirche St. Wigbert.

Vom Werratal-Radweg geht es für mich noch zwei Kilometer bergan zum Quartier im Gasthof „Zur grünen Aue“.

63,5 km habe ich heute bis zum Tagesziel zurückgelegt. Abendessen gibt’s im Gasthof und außerdem will ich noch ein Quartier für den nächsten Tag finden.

Baustellenreport

Meine sonntägliche Tour führte mich an einigen Baustellen in und um Plauen vorbei.

In Kauschwitz war ich schon längere Zeit nicht, der Bau der Ortsdurchfahrt ist offenbart ganz gut vorangekommen, Randsteine sind gesetzt und eine Asphaltdecke ist auch schon aufgebracht.

Bei dem Bau dieser wassertechnischen Anlage am Pietzschebach ist ein größeres Betonbauwerk im Entstehen. Bin mal gespannt, was das wird, wenn es fertig ist.

Im Chrieschwitzer Hang entstehe ein REWE-Markt. Inzwischen entsteht der schon recht lange, immerhin sind auf dem Parkplatz jetzt Baufortschritte zu sehen.

Und es gibt tatsächlich ein Bauobjekt, das jetzt fertig gestellt ist: der Wohnmobilstellplatz am Neustadtplatz!

Außer dem kleinen Bus standen heute allerdings keine Wohnmobile auf dem neuen Platz. Die hatten sich alle noch auf den Neustadtplatz abgestellt. Laut Medienberichten soll der neue Platz nach Eröffnung aber doch recht gut angenommen worden sein.

132

132? Was hat es mit dieser Zahl auf sich?

Das stand nach rund 7,5 Stunden fahrt als Tagesstrecke auf dem Tacho. Ich hatte doch schon vom Inneren Grünen Ring geschrieben und dort den „Grünen Ring“ erwähnt, der es auf über 130 km Streckenlänge bringt. Ja, ich kann die reichlich 130 km bestätigen. Allerdings bin ich entgegen der Empfehlung an einem Tag rundrum gefahren.

Start war am Bahnhof in Böhlen. Dank 9-Euro-Ticket bin ich sicherheitshalber mit dem PKW angereist. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kraftwerk Lippendorf, die Radroute führt unmittelbar daran vorbei.

Hinweis für Klimaschützer: Das sind keine Schornsteine sondern Kühltürme. Und oben kommt da kein CO2 raus, sondern Wasserdampf.

Der Gründe Ring ist relativ gut ausgeschildert, erkennbar an einem Zusatzschild mit der Aufschrift „Grüner Ring Leipzig“ und einem zerzauselten ringartigen Symbol, dessen Bedeutung ich noch nicht enträtselt habe.

Die Strecke führt außen um Leipzig herum, an etliche Stellen begegnet man markanten Gebäuden oder Landschaftsteilen.

Vom Rathausplatz in Schkeuditz ist nur ein kurzes Wegstück bis an den Flughafen Leipzig/Halle. Der Flughafen liegt im Bereich Frachttransport auf Platz zwei in Deutschland. Und am Rand, entlang der Radstrecke sind noch größere Bauvorhaben im Gange.

60 km liegen hinter mir und ich habe es aus dem Süden Leipzigs in den Norden geschafft. Mein Plan war es, bis an den Schladitzer See zu fahren. Dort gibt es am Restaurant LEVANTE eine Ladestation für E-Bikes. Und vermutlich auch Gelegenheit für ein Mittagessen. Vom Grünen Ring ist das ein Umweg von knapp 1 km (hin und zurück!).
Ja, es gibt dort eine Ladestation und diese funktioniert auch! Die Nutzung war zumindest bei meinem Besuch kostenfrei möglich.
Von der Terrasse des Restaurants bietet sich ein schöner Blick über den See und das Essen (ich hatte Tapas) war wirklich gut.

Nach einer reichlichen Stunde Pause hatte mein Akku und ich selbst wieder etwas Energie geladen und die fahrt konnte weitergehen.

Die Wege sind entlang der Strecke von unterschiedlicher Art, es gibt asphaltierte Strecken, Radwege an Straßen, Kopfsteinpflaster, Feldweg und auch mal bessere Trampelpfade.

Zumindest bei dem trockenen Wetter während meiner Fahrt waren die Wege auch alle gut nutzbar.

Gegen Ende der Tour ging es noch am Schloss in Belgershain vorbei.

116 km habe ich hinter mir. So langsam werden die Beine immer schwerer und es wird mehr Wille, als Kraft, die Strecke zu Ende zu bringen. Theoretisch hätte ich die Runde ohne Zwischenladung geschafft. Aber hier, so 20 km vor dem Ziel, war ich dann doch froh, mal eine Stufe höhe Motorunterstützung nehmen zu können. Dann fühlt sich der Rest bis zum Ziel nicht ganz so zäh an.

Entlang der Radroute stehen immer wieder mal Infotafeln zum Grünen Ring, die den aktuellen Abschnitt präsentieren.
Und natürlich, die Strecke führt weitestgehend durch die (abhängig von der Jahreszeit) grüne Natur, wie hier im Schlosspark entlang der Kleinen Pleiße.

Für die 132 km , das Navi meint 134 km, habe ich Fahrzeit die oben gezeigten 7:34 benötigt, gesamt war ich 9:40 unterwegs.

Es war hier die persönliche Herausforderung, die mich gereizt hat, diese Tour an einem Tag zu fahren. Anstrengend, natürlich wenig Zeit sich manche Dinge näher anzusehen, aber am Ende erfolgreich bewältigt.

Die Tour habe ich bei Outdooractive veröffentlicht.

Das GPX-File ist im Downloadbereich ebenfalls zu finden.

Grüner Ring, Leipzig
Grüner Ring, Leipzig
Gruener-Ring-Leipzig_2.gpx
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Hungerstein

Trockene Jahre führen oft dazu, dass die Talsperren deutlich niedrigere Wasserstände aufweisen. An der Talsperre Pöhl tauchen dann schon mal Reste des versunkenen Dorfes Pöhl auf. Oder in der Trinkwassertalsperre bei Werda wird der sogenannte Hungerstein sichtbar. Der Pegel der Geigenbachtalsperre ist derzeit 2,5 m unter dem Stauziel.

Bei meiner fahrt zur Talsperre gab es von Großfriesen zunächst einen frühmorgendlichen Blick auf Plauen.

An der Talsperre ist gut zu erkennen, dass da einiges an Wasser fehlt. Und schon von der Vorsperre aus ist der Hungerstein sichtbar.

Über den Felsenweg 3, eine Wanderroute an der Talsperre, gelangt man in die Nähe des Hungersteins.

Ich bin dem Felsenweg weiter gefolgt, um die Krone der Staumauer zu überqueren.