Baustellenreport

Auf einer Radtour zum Burgteich ging es entlang der Straße „Nach den drei Bergen“ an einer größeren Baustelle vorbei. Was genau gebaut wird, konnte ich nicht so richtig erkennen, ich tippe auf Breitbandausbau.

Im Dezember 2021 habe ich mir die „schlechteste Kreisstraße im Vogtland“ angesehen. Für 2022 waren Bauarbeiten angekündigt, um die Straße zu sanieren. Und tatsächlich, jetzt im Oktober 2022 präsentiert sich diese Straße mit glattem Belag, ohne Schlaglöcher und frischen weißen Randstreifen. Allerdings ist kurz hinter dem Ortseingang Schluss mit schön und die weitere Straße nach Ruppertsgrün ist im alten Zustand.

Die Talsperre Pöhl zeigte sich an diesem Tag eher wolkenverhangen und bleigrau.

Werratal-Radweg – Tag 4: Regen

Die Wettervorhersage für meinen vierten Tag entlang der Werra verhieß nichts Gutes. Aber immerhin waren die aktuell angekündigten 5 l/m² besser als die Tage zuvor prognostizierten 14 l/m². Da außerdem der Regen am späten Vormittag nachlassen bis aufhören sollte, wurde etwas gemütlicher gefrühstückt und in aller Ruhe gepackt und Start war für mich untypisch kurz vor 10 Uhr. Aber immer noch im Regen. Radwege, wie hier beim Verlassen von Gerstungen, waren leicht mit Wasser bedeckt. Auch bei Lauchröden, 1 Stunde später, war Besserung kaum in Sicht.

Regen und hohe Luftfeuchte haben das Objektivfenster von der Kamera anlaufen lassen. Das hatte ich das letzte Mal bei einer fahrt zum Plansee bei Garmisch-Partenkirchen. Auf Mittag wurde es etwas besser, die Burg Creuzburg wurde noch von feuchten Schwaden umrahmt. Und auch den Marktplatz habe ich leider nur verschwommen fotografiert. Ich hätte ja das Handy nehmen können…

In Creuzburg ist mir noch diese Abstellmöglichkeit für Fahrräder aufgefallen. Mehrere verschließbare Boxen und daneben noch Schließfächer mit Steckdosen , um E-Bike-Akkus wieder aufzufüllen. Die Boxen kamen mir allerdings etwas schmal vor, mir meinem Lenker hätte ich vermutlich das Vorderrad schräg stellen müssen. Und dahinter waren sogar ein oder zwei Langboxen für Tandem, wenn ich das richtig interpretiere.

Nach Creuzburg wurde das Wetter zunehmend besser, wolkenverhangen, aber zumindest der Regen hat aufgehört.
Beim Werrabogen zwischen Frankenroda und Falken führt der Radweg am Steilufer der Werra entlang, auffällig sind steil aufragende Felsformationen. Unter Umständen trifft der Radler auf ein Pferdefuhrwerk, das gemächlich vor einem dahinzuckelt. Von der Idee, eventuell etwas Platz zu machen, damit Radler vorbeikommen, schien der Kutscher hier nichts zu halten.

Ob der Kutschverkehr auf das Brauchtum der Pferde-Wallfahrt von Probsteizella zurückzuführen ist, weiß ich allerdings nicht.

Sehenswert ist auf jeden Fall die Fahrt durch Treffurt, die „Fachwerkstadt“ genannt wird. Zu den bedeutendsten Fachwerkbauten gehört zweifellos das Rathaus, ein Bau aus der zeit der Renaissance von 1549. Und hinter dem Rathaus kommt unmittelbar das RAD(T)HAUS. Leider konnte ich dazu nicht viel in Erfahrung bringen, ich vermute, dass es sich hier ebenfalls um Abstell- und Lademöglichkeiten für Fahrräder handelt.

Nach Treffurt haben sich am Himmel sogar gelegentlich blaue Lücken gezeigt und das Werratal zeigte sich wieder von seiner landschaftlich schönen Seite.
Ein optischer Blickfang findet sich bei der Überquerung der Werra in Wanfried. Dort steht ein historisches Segelboot am Werraufer.

Hierbei handelt es sich um die Werra-Schute Wisera. Und hier war früher der Endpunkt der Werra-Weser-Schifffahrt. Der Hafen nennt sich hier „Schlagd“ und auf der Wisera kann man heiraten.

Von der Wisera war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Tagesziel in Eschwege. Nach 76 km , davon rund 30 km im Regen, hatte ich mein Quartier in der Innenstadt von Eschwege erreicht. Leider bot das Hotel keinen Restaurantbetrieb an, so dass ich später nochmals zu Fuß in Richtung Marktplatz los bin.

Der lange Weg zum Elsterradweg – Splitter 70

Der Elsterradweg von Plauen nach Elsterberg nimmt ja so langsam und stückweise Gestalt an. Den geplanten Verlauf vom Posthaus bei Pöhl hatte ich schon beschrieben, auch dass ein straßenbegleitender Radweg vom Abzweig Jocketa bis zum Posthaus entstehen soll. Zu dem Stück habe ich jetzt den eine Pressenotiz zum Planfeststellungsbeschluss vom 30.05.2022 gefunden.
Und vor wenigen Tagen kam die nächste Pressemeldung zu einem Planfeststellungsbeschluss vom 7. September 2022 durch die Landesdirektion Sachsen, der den Abschnitt vom Campingplatz Gunzenberg bis kurz vor Staumauer der Talsperre Pöhl betrifft. Darin heißt es „Beginnend ab dem Einfahrtsbereich zu den Parkplätzen am Gunzenberg soll der künftige Radweg rund einen Kilometer Richtung Norden straßenbegleitend zur S 297 verlaufen. Er wird eine durchgehende Breite von 2,5 Metern aufweisen und im Verlauf unmittelbar an der Talsperre Pöhl vorbeiführen.“

Derzeit knickt der vorhandene Radweg am Ende (Eingang Campingplatz Gunzenberg) nach rechts in Richtung Ufer der Talsperre ab.

Da bin ich ja mal gespannt, wie das weitergeht. Und wann.

Am 13. Oktober wird der Planfeststellungsbeschluss öffentlich zugänglich gemacht. Mal sehen, ob ich den finde.

Regentour

Die App von Komoot bietet die Möglichkeit, sich eine Strecke planen zu lassen, wobei Radtyp und Kondition angegeben werden können. Kann ich ja mal probieren. Also eine Strecke vom Ifa-Ferienpark in Schöneck nach Hause planen lassen und Sonntag (11.09.) mit der Vogtlandbahn nach Schöneck losgefahren. Da es kein 9-Euro-Ticket mehr gibt, ist es auch wieder möglich, samt Fahrrad einen Ausflug mit der Bahn zu machen. Aber erstes Problem in Herlasgrün. Die Tür der Bahn geht zwar zu, meldet aber nicht, dass geschlossen ist. Hektische Arbeiten am Türmechanismus inklusive Telefonate, vermutlich zu einem Techniker.

Ich schätze, dass es gut 10 Minuten gedauert hat, dann war die Tür zwar ganz zu, aber es konnte weitergehen. Hatte den Effekt, dass ich dann in Falkenstein noch Umsteigen musste. Normalerweise koppelt nur ein Wagen aus Zwickau an und dann geht es Richtung Tschechien weiter.

Die Strecke führte auf zunächst bekannten Wegen in Richtung Talsperre Werda. Und entgegen der Wettervorhersage vom Morgen gab es doch Regen. Heftigen Regen. Über den Feldweg rinnt das Wasser, an der Talsperre Werda ist noch alles grau und trüb.

Im weiteren Verlauf hat Komoot aber einen Weg mitgenommen, der durch querliegende Wurzeln (nach Regen schön rutschig) nicht unbedingt zum entspannten Fahren geeignet war.

Kurz vor Plauen wurde das Wetter ein klein wenig freundlicher.

Nicht unbedingt die schönste Sonntagstour…

Unterwegs entdeckt

Letztens bin ich wieder mal nach Zwickau geradelt. Dabei ist mir die Umgestaltung der Kreuzung Bahnhofstr.-Humboldtstr. beim Busbahnhof aufgefallen. Das hatte ich in der Zeitung schon mal kurz gelesen, ist aber einen Weile her. Die Änderungen an der Kreuzung bezogen sich wohl hauptsächlich auf den Radverkehr, der jetzt eigene Spuren mit Ampeln besitzt.

Ob die Lösung gut geworden ist, kann ich mangels genauer Betrachtung und Erfahrung mit der Kreuzung nicht beurteilen, ich finde es auf jeden Fall einfacher, die Humboldtstr. in Richtung Bahnhof zu überqueren.

Am Elsterradweg, so etwa im Bereich Hammerbrücke stadtauswärts konnte ich jetzt eine Schaukel entdecken, mit sehr langen Seilen. Sehenswert ist auch das Sitzbrett. 😉

2019 hatte ich vom Ausbau der Ortsverbindungsstraße von Schneckengrün mach Mehltheuer berichtet. Und 2021 auch davon, dass die Straße bereits nach zwei Jahren erhebliche Schäden in Deckschicht zeigt.
Jetzt sind wieder Baumaschinen angerückt, die Straße ist gesperrt und es werden die Schlaglöcher und Auswaschungen weggehobelt. Hält dann wieder 2 Jahre…

Werratal-Radweg – Tag 3: Umleitungen

Von Breitungen sollte es am 3. Tag bis Gerstungen gehen, auch hier war wieder nur ein Quartier im Ort davor zu finden.
Kurz vor Neun Uhr geht meine Fahrt los, nach kurzer Strecke ist Immelborn erreicht. Für Bahnfreunde ist hier sicherlich ein Ort, um mehr oder weniger kurz zu verweilen. Am Bahnübergang – der Werratal-Radweg führt direkt da entlang – ist ein altes Stellwerk zu sehen und natürlich der durchaus sehenswerte Bahnhof in Fachwerkausführung.
Die Bahnsignale sind tatsächlich noch alte Flügelsignale, funktionsfähig wie bei der Ausfahrt der Süd-Thüringen-Bahn zu sehen ist.

Nicht immer führt der Radweg über breite Weg oder Straßen, in Barchfeld geht es auch mal durch eine recht enge Gasse hindurch.

Als nächstes erwartet mich eine Umleitung. Ab Kloster Allendorf bei Bad Salzungen ist der Werratal-Radweg gesperrt. Immerhin ist eine Umleitung ausgeschildert, die nach Bad Salzungen führt.

Eigentlich hatte die Umleitung auch einen positiven Effekt, denn der Radweg führt eigentlich an Bad Salzungen vorbei. Die Baustelle des Gradierwerks und den Bohrturm hätte ich sonst gar nicht gesehen. Allerdings bedeutete das auch, dass durch die Baustelle die Weiterfahrt am Gradierwerk nicht möglich war. Der Bohrturm stammt aus dem Jahr 1868 und wurde für eine Tiefenbohrung genutzt.

Weiter geht es entlang der Umleitung, aber beim Ortsteil Leimbach biegt die Umleitung etwas eigentümlich nach links in die Dorfstraße ab.

Zumindest habe ich das Umleitungsschild so interpretiert. Ich bin der Hauptstraße zunächst gefolgt, Umleitungsschilder habe ich keine gesehen oder übersehen. Nachdem ich auf Höhe der Bundesstraße B62 angekommen bin und der Weg nur weiter weg von der Werra führte, bin ich dann doch lieber umgekehrt und habe mir einen Weg über normale Straßen nach Tiefenort gesucht. In der Hoffnung, dass der Werratal-Radweg ab dort wieder normal nutzbar ist.
In Tiefenort wurde mir noch mal bestätigt, dass der Radweg von Kloster Allendorf bis Unterrohn gesperrt ist.

In Tiefenort folgt die nächste, naja, Umleitung. Aber nicht so richtig, denn die Wegweisung zum Radweg ist nur ausgekreuzt, ohne eine Alternative zu zeigen. Also bin ich zunächst dem – nicht mehr ausgewiesenen – Radweg gefolgt. Hinter Tiefenort gibt es nämlich zwei Varianten. Den – laut Bikeline-Karte seit 2021 fertiggestellten – flussnahen Radweg und die alte Streckenführung Richtung Ruine Krayenburg. Allerdings führt der „alte“ Radweg nur in der Nähe der Ruine vorbei und es sind einige Höhenmeter zu überwinden.
Ich vermute, dass der flussnahe Werratal-Radweg doch nicht 2021 fertig gestellt wurde.

Aber komisch ist es dann schon, wenn einfach die Wegweisung ohne Umleitungshinweise ungültig gemacht wird.

Immerhin habe ich die Umleitungen alle überstanden, bin weiter auf dem Radweg unterwegs und gelange so nach Merkers. Die Stadt ist bekannt durch den Kalibergbau, der 1910 begann. Die Route führt an der evangelischen Kirche Merkers entlang, die erst 1929 fertiggestellt und der Kirchgemeinde übereignet wurde. Die Gelder zum Bau stammen laut Festschrift zum Ortsjubiläum „700 Jahre Merkers“ aus dem Kalibergbau. [Quelle: krayenberggemeinde.de]

Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe unterwegs das Gefühl bekommen, dass in Thüringen, zumindest in dieser Gegend Bahn- und auch Bahngüterverkehr noch stärker genutzt wird, als bspw. in Sachsen. An etlichen Stellen sind mir Güterbahnhöfe oder zumindest nutzbare Reste davon aufgefallen, auch hier in Merkers. Kann natürlich mit dem Bergbau zusammenhängen.
Kurz vor dem Ort Vacha führt die Route an einer auffälligen roten Gesteinsformation vorbei. Dabei handelt es sich um die Rote Wand am Siechenberg. Dieser ehemalige Steinbruch lieferte Sandstein zum Bau der Werra-Brücke in Vacha.

Die Werra-Brücke von Vacha ist von der Roten Wand aus sichtbar, weite Transportwege gab es also für das Baumaterial nicht.

Vacha liegt unmittelbar an der Grenze zu Hessen, das heißt zu DDR-Zeiten war hier Grenzgebiet, die Grenze verlief durch den Fluss. Die Werra-Brücke in der heutigen Form ist in der zweiten Hälfte des 16 Jahrhunderts entstanden, besagt eine Infotafel an der Brücke. Seit dem 03.Oktober 1990 heißt das Bauwerk „Brücke der Einheit“.
Ein alter Grenzturm zeugt noch von der Geschichte als Grenzstadt. Auf dem vachaseitigen Ufer steht eine leuchtend grüne Skulptur. Im ersten Moment dachte ich, dass hier jemand eine Figur von Erich Honecker aufgestellt hat, der Hut passt jedenfalls…

Nächste Station ist Philippsthal, eindeutig in Hessen gelegen.
Die Streckenführung mutet im ersten Moment seltsam an, aber der Werratal-Radweg geht tatsächlich durch das Gelände von Schloss Philippsthal.

Das Schloss wurde um 1700 herum errichtet und wurde von Landgraf Philipp von Hessen-Philippsthal und seinem Sohn und Nachfolger Karl errichtet. Hier diente ein ehemaliges Kloster als Grundlage für den Bau. Das erinnert wieder an Kloster Veßra, das auch mit der Reformation endete.

Der Radweg führt hier durch Hessen.

Das möchten die hessischen Tourismusverantwortlichen wohl auch in aller Deutlichkeit zeigen und dekorieren die Radwegweiser mit dem Landeswappen.

Hessen als Bundesland ist auf einem Radwegweiser nach meiner Meinung völlig ungeeignet, der Radfahrer möchte sich an einem einigermaßen konkreten Ziel orientieren. Und da wäre es durchaus hilfreich zu wissen, ob ich mich noch auf dem Werratal-Radweg befinde. Aber Hessen macht das eben bissel anders…

In der Bikeline-Karte wurde bei dem Streckenabschnitt von Philippsthal nach Heringen auf den Monte Kali hingewiesen. Dabei handelt es sich um eine große und auffällige Halde aus dem Kalibergbau. Laut Wikipedia wird diese auch als Kalimandscharo bezeichnet.
Allerdings hatte ich fälschlicherweise eine ähnliche Halde bei Philippsthal für den Monte Kali gehalten, der sich allerdings erst einige Kilometer weiter bei Heringen zeigt.

Gerstungen ist nicht mehr weit, der frühe Nachmittag empfiehlt sich für die Einkehr in einem Café oder einer Bäckerei. Da war doch was in Gerstungen. 2012 war ich in der Gegend zum Urlaub und habe in Gerstungen einen wundervollen Kuchen gegessen. Vielleicht gibt es den heute auch. Also zunächst am Zielort Werra-Suhl-Tal vorbei und zur Konditorei Eichholz. Pustekuchen, hier ist laut Schild vorübergehend geschlossen.

Das ist ausgesprochen ärgerlich. Aber ich bin eben am Café Topp vorbeigekommen und das war geöffnet. Dann eben ins geöffnete Café.
Wie mir später Einheimische berichteten, ist das vermutlich keine vorübergehende Schließung mehr, sondern es ist seit dem Frühjahr geschlossen. Und es soll auch nichts mit gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie zu tun haben.

Auf dem Weg zu meinem Quartier in Werra-Suhl-Tal ging es noch an der Rundkirche Untersuhl vorbei.

Der dritte Tag brachte eine Strecke von 71 km mit sich, wobei ich ja einen Umweg über Gerstungen gemacht habe.

Für den nächsten Tag ist starker Regen angekündigt. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Baustellenreport – Elsterradweg

In Kürbitz trifft der Radler entlang des Elsterradwegs unvermittelt auf ein Schild „Sackgasse“ mit dem Hinweis „Zufahrt bis Kirchplatz frei“.

Ortsunkundige kennen unter Umständen den Kirchplatz nicht, eventuell wäre auch stattdessen „Elsterbrücke“ besser gewesen.
Die Zufahrt zum Elsterradweg in Richtung Straßberg ist jedoch möglich, die Baustelle samt Sperrung betrifft die Elsterbrücke.